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Anhörung in Utah "Geld schützt nicht vor Missbrauch": Paris Hilton sagt vor Gericht gegen Folter-Internat aus

Paris Hilton
Paris Hilton wischt sich vor Gericht in Utah eine Träne aus den Augen
© dpa
Unter Tränen hat die Hotelerbin Paris Hilton vor einem Gericht im US-Bundesstaat Utah gegen ihr ehemaliges Internat ausgesagt. In einer emotionalen Rede warf sie der Schule schweren Missbrauch vor.

Es soll die Privatschule des Grauens gewesen sein: Paris Hilton hat erst im vergangenen Jahr öffentlich gemacht, dass sie an den Folgen von Missbrauch leidet, der ihr auf einem Internat angetan worden sei. Nun hat sie die Anschuldigungen in einer emotionalen Rede vor einem Gericht im US-Bundesstaat Utah offiziell gemacht. 

"Mein Name ist Paris Hilton, ich bin eine Überlebende von institutionellem Missbrauch und ich spreche heute im Namen von Hunderttausenden von Kindern, die derzeit in Pflegeheimen in den USA leben", sagte die 39-jährige bei einer Anhörung. Die Regierung in Utah berät gerade darüber, wie stark staatliche Kontrollen bei solchen Institutionen greifen sollen. In Hiltons Fall geht es um die berüchtigte Provo Canyon School. Hilton war in den 90ern für elf Monate dort und berichtet nun grausame Details. So sei sie fast 20 Stunden lang nackt in eine Einzelzelle ohne Fenster eingesperrt worden, sei gewürgt, geschlagen und gegen ihren Willen unter Medikamente gesetzt worden.

"Ich wünschte, ich könnte Ihnen sagen, dass dieser quälende Albtraum nur ein Traum ist"

"Ich wurde täglich verbal, psychisch und körperlich missbraucht. Ich wurde von der Außenwelt abgeschnitten und all meiner Menschenrechte beraubt", erzählte Hilton unter Tränen. "Ich bin der lebende Beweis dafür, dass Geld nicht vor Missbrauch schützt." Ihre Eltern hatten die damals 16-Jährige nach Utah geschickt, weil sie Hiltons wildes Partyleben nicht mehr unter Kontrolle hatten. Eine Entscheidung, die schwere Folgen für Paris Hilton hatte. 

"Seit 20 Jahren habe ich einen immer wiederkehrenden Albtraum, in dem ich mitten in der Nacht von zwei Fremden entführt, durchsucht und in eine Einrichtung eingesperrt wurde", erzählte Hilton. "Ich wünschte, ich könnte Ihnen sagen, dass dieser quälende Albtraum nur ein Traum ist, aber das ist nicht so."

Die Provo Canyon School will sich zu den Vorwürfen nicht äußern. "1971 gegründet, wurde die Provo Canyon School im August 2000 vom Vorbesitzer verkauft. Wir können daher weder den Betrieb noch jegliche Patientenerfahrung von vor dieser Zeit kommentieren", hieß es im vergangenen Jahr, als Paris Hilton die Anschuldigungen erstmals öffentlich machte. Seitdem setzt sie sich dafür ein, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. 

sst

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