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Plagiatsprozess gegen Robin Thicke Die Wahrheit über den Skandal-Hit "Blurred Lines"


Stammt der Hit "Blurred Lines" gar nicht von Robin Thicke? Vor Gericht wehrt sich der Sänger jetzt: Wegen seines damaligen Drogenkonsums könne er sich kaum an die Entstehung des Songs erinnern.

Mit "Blurred Lines" landete Robin Thicke den größten Hit seiner Karriere. Doch kurz nachdem der viel kritisierte Song im Sommer 2013 die internationalen Charts stürmte, wurden Plagiatsvorwürfe laut. Die Erben des Soulsängers Marvin Gaye erhoben den Vorwurf, Thicke hätte sich bei dem Lied "Got to Give It Up" bedient und zogen vor Gericht.

Zur Klärung der Vorwürfe sammelte das Gericht sämtliche Aussagen des Sängers und seines Co-Interpreten Pharrell Williams, die sie öffentlich gemacht haben und konfrontierte sie damit im Prozess. Das Magazin "Hollywood Reporter" stellte eine Kopie der Gerichtsprotokolle ins Netz.

Die Dokumente sind für Thicke nicht gerade schmeichelhaft. Er gibt vor Gericht zu, dass er sich an den Entstehungsprozess von "Blurred Lines" kaum erinnern könne. In dieser Zeit sei er permanent unter Drogen gewesen und habe "kein einziges Interview, ohne high gewesen zu sein" gegeben.

Auch am Tag der Aufnahme von "Blurred Lines" stand Thicke eigenen Angaben nach unter Alkohol und Drogen. "Als der Song neun Monate später zum Riesenhit wurde, wollte ich Anerkennung. Deswegen habe ich begonnen, mich selbst davon zu überzeugen, dass ich einen größeren Anteil an dem Song hatte, als es tatsächlich der Fall war. Die Wahrheit ist, dass Paharrell allein fast den ganzen Song geschrieben hat", sagte Thicke. "Ich würde sagen, der Song war zu 75 Prozent fertig, als ich ins Aufnahmestudio hineinkam."

Thicke bezeichnet sich selbst als Lügner

In einem Interview mit der US-Ausgabe des Magazins "GQ" hatte Thicke früher behauptet, "Blurred Lines" zusammen mit Pharrell Williams geschrieben zu haben. "Pharrell und ich waren im Studio und ich erzähle ihm, dass eins meiner Lieblingsstücke Marvin Gayes "Got to Give It Up" ist. Ich sagte zu ihm: 'Verdammt, wir sollten so etwas machen, mit so einem Beat.' Dann fing er an zu spielen und wir haben den Song buchstäblich innerhalb einer halben Stunde fertig gehabt", sagte Thicke damals.

Insgesamt schätzt Thicke sich selbst als keinen ehrlichen Menschen ein: "Deshalb hat sich meine Frau ja von mir getrennt", sagte er im Verfahren.

Wer sich selbst einen Eindruck verschaffen möchte, wie ähnlich "Blurred Lines" dem Stück von Marvin Gaye ist, findet hier die beiden Songs im Wechsel.

ivi

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