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Prinz Albert und Charlène: Fürstliche Kaffeetassen in Stuttgart

Das kommt im bodenständigen Schwaben nicht alle Tag vor: Ein Fürstenpaar stattet der Landeshauptstadt einen Besuch ab. Einige Monarchiefans warten vergebens auf ein Autogramm von Charlène und Albert von Monaco.

Eine ältere Dame wartet geduldig vor dem Stuttgarter Staatsministerium. Elsbeth, 74, möchte einen Blick auf das monegassische Fürstenpaar erhaschen, das in wenigen Minuten beim Hausherrn Winfried Kretschmann (Grüne) eintreffen wird. "Bloß eine Sekunde, da wäre ich schon glücklich." Die Frau aus Filderstadt findet #link;www.stern.de/lifestyle/leute/albert-von-monaco-90445645t.html;Prinz Albert II.# und seine Frau Charlène "super": "Nur müsste sie mehr lächeln und mehr aus sich heraus." Nicht nur Elsbeth, sondern auch den Medienschaffenden fällt während der Visite am Dienstag in Baden-Württembergs Landeshauptstadt auf, dass die Fürstin eher selten lächelt.

Die Frau von Ministerpräsident Kretschman, Gerlinde, bemüht sich vergeblich, beim Empfang in der Villa Reitzenstein den Gesprächsfaden mit der 34-Jährigen aufzunehmen. Das Gastgeschenk aus vier Kaffeetassen mit Motiven von Mörike und Schiller heitern die Blondine mit der Designer-Sonnenbrille im kurzen Haar ebenfalls nicht merklich auf. Der 20 Jahre ältere Gatte wirkt vergleichsweise gelöst und zugänglich. Allerdings steht der Besuch ja auch im Zeichen seines favorisierten Themas, dem Umwelt- und Naturschutz.

Dieser ist Gesprächsgegenstand während des Mittagessens im Gobelin-Saal der Villa, zu dem Kalbsrückensteak, Salat und Waldbeeren in Gelee serviert werden. Die Gäste, darunter auch Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, heben dabei das Glas auf den 60. Geburtstag des Landes Baden-Württemberg.

Auch in Spanien sind die beiden populär

Im Mercedes-Museum, dem ersten Programmpunkt am Vormittag, schreiten die beiden Adeligen im Blitzlichtgewitter auf dem roten Teppich ins Foyer, wo sie bereits ein E-Smart und ein Coupé mit Elektroantrieb erwarten. Der E-Smart dürfte Charlène bekannt vorkommen, denn sie fährt auch in den engen Gassen von Monaco mit einem solchen kleinen Flitzer. Der Rundgang führt die beiden auch zu den Ursprüngen des Automobils, so zum ersten Mercedes, dem Simplex von 1902.

Im Raum "Mythos Mercedes" hat sich auch ein 38-Jähriger eingefunden, der sich sogar einen Tag freigenommen hat, um "ein bisschen Glamour in Stuttgart" zu sehen. Ob das schlichte beige Hemdblusenkleid der bis auf ihren Ehering schmucklosen Fürstin das Glamour-Kriterium erfüllt, bleibt dahingestellt. Eine junge Spanierin, die in Stuttgart studiert und mit ihren Eltern das Museum besucht, ist hocherfreut, mit ihrem Handy das Paar ablichten zu können. "Denn in Spanien sind die beiden sehr populär."

Auch der zwölfjährige Burak ist unter den Schaulustigen. Ausgerechnet ihm, der in seinem Leben noch nichts von den Durchlauchten gehört hat, gibt die scheue Schöne ein Autogramm auf seine Eintrittskarte. Seniorin Elsbeth vor dem Staatsministerium wäre neidisch auf den Schüler aus Aspach. Sie muss sich mit dem vorbeirauschenden Autotross begnügen. Über die Zukunft der beiden hat sie aber schon eine Meinung: "Die beiden werden ihre Ehe schon meistern."

Julia Giertz, DPA / DPA