VG-Wort Pixel

"Telegraph"-Bericht Mama, hilf! Queen muss wohl für Prinz Andrews Vergleich zahlen

Ein Bild aus der Vergangenheit. Eine Rückkehr in die Öffentlichkeit ist unwahrscheinlich.
Ein Bild aus der Vergangenheit. Eine Rückkehr in die Öffentlichkeit ist unwahrscheinlich.
© Jonathan Brady / Picture Alliance
Mehr als zwölf Millionen Pfund muss Prinz Andrew aufbringen, um das Gerichtsverfahren abzuwenden. Und das in nur 30 Tagen, berichten britische Medien. Der Herzog verfügt nicht über solche Summen, die Queen muss ihn frei kaufen.

Der Herzog von York hat das Gerichtsverfahren mit Virginia Roberts Giuffre abgewendet. Das bedeutet, er muss sich nicht mehr vor einem Gericht und damit der Öffentlichkeit dafür verantworten muss, dass er sie im Alter von 17 Jahren den Vorwürfen zufolge bei drei verschiedenen Gelegenheiten sexuell missbraucht und vergewaltigt haben soll.

12 Millionen in 30 Tagen 

Die Einzelheiten der außergerichtlichen Einigung werden noch ausgehandelt, insgesamt soll die Einigung den Prinzen mehr als 12 Millionen Pfund - etwa 14,3 Millionen Euro - kosten, so der britische "Telegraph". Das Geld geht an die Klägerin und ihre Stiftung für Missbrauchsopfer. Hinzu kommen die Kosten für das juristische Team. Innerhalb von 30 Tagen soll die Klägerin das Geld erhalten, dann werden beide Parteien eine "vereinbarte Klageabweisung" einreichen.

Der Richter Lewis Kaplan ordnete daher eine Aussetzung des Verfahrens bis zum 17. März an. Er sagte: "Sollte der Antrag auf Klageabweisung bis dahin nicht eingereicht worden sein, ist es durchaus möglich, dass der Prozess zu einem früheren Zeitpunkt stattfinden wird."

Keine Entschuldigung

Laut "Telegraph" wurde die Einigung am Wochenende erzielt. Prinz Andrew gibt kein Schuldanerkenntnis ab und wird sich auch nicht entschuldigen. In einer Erklärung sagt er zu, "sein Bedauern" über seine Verbindung mit Epstein zu zeigen, indem er den "Kampf gegen die Übel des Sexhandels und die Unterstützung seiner Opfer" unterstützt. Und weiter heißt es: "Prinz Andrew hatte nie die Absicht, den Charakter von Frau Giuffre zu verunglimpfen, und er akzeptiert, dass sie sowohl als erwiesenes Opfer von Missbrauch als auch als Ergebnis unfairer öffentlicher Angriffe gelitten hat."

"Es ist bekannt, dass Jeffrey Epstein über viele Jahre hinweg mit unzähligen jungen Mädchen gehandelt hat. Prinz Andrew bedauert seine Verbindung zu Epstein und würdigt den Mut von Frau Giuffre und anderen Überlebenden, die sich für sich selbst und andere einsetzen."

Keine eigenen Mittel

Obwohl Prinz Andrew von allen royalen Pflichten entbunden wurde, zeigt sich die enge Verbindung zu seiner Mutter, der Queen. Er selbst hätte ohne ihre Hilfe nicht einmal den Rechtsstreit bezahlen können. Der Herzog bezieht nur eine Marine-Pension und erhält eine jährliche Unterstützung der Königin in Höhe von 250.000 Pfund. Die Königin soll den Rechtsstreit des Herzogs bereits mit Millionen von Pfund aus ihrem privaten Vermögen finanziert und wird nun wohl einen großen Teil des Vergleichs bezahlen, so das Blatt. Um ihrem Sohn – und der gesamten königlichen Familie – die Möglichkeit zu geben, einen Schlussstrich unter den Fall zu ziehen.

Bis Ende letzten Jahres hatte der Herzog den Wunsch geäußert, in die Öffentlichkeit zurückzukehren, und gesagt, dass er seinen Namen reinwaschen werde. Seine Entscheidung, sich von der Klage loszukaufen, und nicht vor Gericht die Unwahrheit der Vorwürfe zu beweisen, wird von der Öffentlichkeit wahrscheinlich als Schuldeingeständnis gewertet. Eine Rückkehr in die Öffentlichkeit ist damit für die nächste Zeit sehr unwahrscheinlich. Auch nach Ende des Verfahrens ist nicht damit zu rechnen, dass der Herzog seine königlichen Privilegien oder Titel zurückerhält.

Eine anonyme Quelle sagte dem "Telegraph": "Es wurde ihm deutlich gemacht, dass die Öffentlichkeit genug über ihn und genug von ihm gehört hat. Wir müssen nichts mehr hören."

"Wie kann er noch eine öffentliche Rolle spielen, wenn niemand mit ihm in Verbindung gebracht werden will?"

Verkauf des Chalets

Prinz Andrew selbst versucht derzeit, sein Ski-Chalet in Verbier zu verkaufen. 2014 hatte er die Immobilien zusammen seiner Ex-Frau als "Familieninvestition" gekauft. Den Kauf finanzierte das Paar einer Hypothek und einem privaten Darlehen der Queen. Inwieweit diese Belastungen abgetragen sind, ist unbekannt. Die Immobile kam auf den Markt, nachdem die Vorbesitzerin behauptet hatte, dass sie noch 6,7 Millionen Pfund zu bekommen habe. Der Beitrag der Königin zur Abfindung soll aus ihrem Privatvermögen im Herzogtum Lancaster stammen.

Quelle: "Telegraph"


Mehr zum Thema



Newsticker