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Royal Family Bruderkrieg zwischen Prinz Charles und Andrew - es geht ums Geld


Ein brisanter Brief sorgt für Ärger zwischen Prinz Charles und seinem Bruder Andrew. Der verlangt für seine Töchter mehr Repräsentationspflichten. Angenehmer Nebeneffekt: Dann bekämen Beatrice und Eugenie eine stattliche Apanage.
Von Catrin Bartenbach

Vergangene Woche schrieb Prinz Andrew, 56, Herzog von York und zweitältester Sohn der Queen, seiner königlichen Mutter einen Brief. Der brisante Inhalt: massive Forderungen für seine Töchter Prinzessin Beatrice, 28, und Prinzessin Eugenie, 26, betreffend. Elizabeth II. reagierte geschickt. Sie leitete das Schreiben an Thronfolger Prinz Charles weiter. Ein kluger Zug, um nicht selbst zwischen die Fronten ihrer Söhnen zu geraten. Denn Andrews Forderungen könnten für mächtig Ärger bei den Windsors sorgen. Es geht ums Geld.

Prinz Andrew verlangt für seine Töchter die Zuweisung offizieller Repräsentationspflichten, die allerlei Vergünstigungen mit sich brächten. Dazu gehört eine Apanage aus Steuergeldern, freies Wohnrecht und angemessen große Appartements im Kensington Palast. Außerdem sollen Beatrice und Eugenie ihren 2010 eingestellten Polizeischutz zurückbekommen: 560.000 Euro pro Jahr zusätzlich an Steuergeldern erschienen der königlichen Familie damals zu teuer für zwei ihrer jungen Mitglieder, die nur den siebten und achten Platz in der Thronfolge besetzen. Doch das sieht Papa Andrew ganz anders.

Das Argument des stolzen Vaters: die York-Töchter seien die einzigen geborenen Prinzessinnen ihrer Generation und verdienen daher eine Gleichbehandlung mit ihren Cousins William und Harry. Auch auf Williams Ehefrau Kate hat Andrew es abgesehen. Es könne nicht angehen, dass seine Töchter im Schatten der angeheirateten Herzogin stünden.

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Kate muss vor Beatrice und Eugenie knicksen

Das Hofprotokoll weiß Andrew dabei auf seiner Seite. Herzogin Kate mag bei den Briten und weltweit nach der Königin der größte Star der Royal Family sein, doch begegnet sie den Prinzessinnen Beatrice und Eugenie, muss sie in die Knie gehen. Das Protokoll sieht einen Hofknicks vor. Das gilt freilich nur, falls Ehemann William nicht dabei ist. Dann wiederum müssen die Prinzessinnen vor William und Kate in die Knie gehen, weil William in der Thronfolge über ihnen steht. 

Doch Hofprotokoll hin oder her - am Ende geht es bei den Windsors ums Geld. Königin Elizabeth II. will sich auf keinen Fall dem Vorwurf der Verschwendung aussetzen. Sie hasst jeden zu viel ausgegebenen Penny. Auch die Pläne von Prinz Charles sehen vor, Kosten bei den offiziellen Ausgaben der königlichen Familie zu senken.

Prinz Charles auf Sparkurs

Seine Idee: Nur die sogenannten "Glorreichen  Sieben", bestehend aus Königin und Prinz Philip, Charles und Camilla, William, Kate und Harry sollen bei wichtigen Ereignissen auf dem Balkon des Buckingham Palastes die Ovationen des Volkes entgegen nehmen dürfen. 

Weiterhin erhält nur noch ein sehr eingeschränkter Kreis von Familienmitgliedern Steuergelder zur Finanzierung des Lebensunterhaltes sowie freie Logis in einem der königlichen Paläste: de facto ist das nur die Königin selbst und ihr Gemahl Prinz Philip. Alle anderen Mitglieder der königlichen Familie haben entweder eigene Einkünfte (wie Prinz Charles, der seine Frau Camilla und seine Söhne mit Familie aus Einkünften des Herzogtums Cornwall unterhält). Oder die über 300 Millionen Euro schwere Patriarchin Elizabeth steuert aus ihrem Vermögen zum Unterhalt ihrer Verwandten bei. 

Unter einem König Charles III. sollen die Nachkommen seiner Geschwister keine offiziellen Funktionen erhalten. Das ließ Prinz Charles bereits anklingen. Er will eine Debatte um Steuergelder für die Royal Family in einem wirtschaftkrisengeplagten Post-Brexit-Großbritannien unbedingt vermeiden.

Prinz Andrew so unbeliebt wie noch nie

Prinz Andrews Vorstoß dürfte auch deshalb scheitern, weil er inzwischen zu den unbeliebtesten Mitgliedern des Königshauses gehört. Vom gefeierten Helden, der 1982 siegreich aus dem Falkland-Krieg zurückkehrte, wandelte er sich über die Jahre zum Party-Prinzen mit dubiosen Freunden wie dem inzwischen verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Als Andrew im Mai dieses Jahres in Windsor bei der Generalprobe für die Feier zum 90. Geburtstag seiner Mutter in Windsor ihren Platz einnahm, gab es keinen Jubel und keinen Applaus im Publikum. 

Auch seinen Töchtern sagt man eine gewisse Lässigkeit im Berufsleben und einen Hang zu extravaganten Urlaubsreisen nach - vom schlechten Ruf seiner Exfrau und Kindsmutter ganz zu schweigen. Sarah "Fergie" Ferguson, geschiedene Herzogin von York, hat in der Vergangenheit immer wieder Schulden in Millionenhöhe angehäuft und einmal sogar versucht, für vermittelte Geschäftskontakte zu den Royals hohe Geldsummen einzustreichen.

Prinz Charles, darin sind sich alle Palastbeobachter einig, wird die Schatulle weder für Andrew, noch für dessen Töchter Eugenie und Beatrice öffnen. Immerhin hat er mit seinen frechen Forderungen Klarheit geschaffen: Sollte Charles einmal König seine, hat er keine finanzielle Unterstützung zu erwarten. 

Als Trost bleibt Andrew das umgerechnet 14,6 Millionen Euro teure Chalet Helora in Verbier in der Schweiz, das er 2015 zusammen mit seiner Exfrau Fergie kaufte. Bis heute ist unklar, mit welchen Mittel. Aus Steuergeldern, so viel ist sicher, nicht.


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