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Neuer Skandal Prinz Charles' Stiftung soll Gelder von Osama bin Ladens Familie angenommen haben

Prinz Charles gerät einmal mehr in die Schlagzeilen, weil er Geld aus einer dubiosen Quelle angenommen hat
Prinz Charles gerät einmal mehr in die Schlagzeilen, weil er Geld aus einer dubiosen Quelle angenommen hat
© Matthew Horwood/PA Wire/dpa
Prinz Charles kommt aus den Schlagzeilen rund um seine Stiftung nicht heraus. Jetzt legt ein Bericht der "Sunday Times" nahe, dass dort Gelder der Familie von Osama bin Laden eingeflossen seien.

Erst vor zwei Tagen ließ sich Prinz Charles bei der Eröffnungszeremonie der "Commonwealth Games" in Birmingham feiern. Der Thronfolger erschien anstelle von Queen Elizabeth II., die aufgrund ihrer Mobilitätsschwierigkeiten ausfiel. Mit einem breiten Grinsen fuhr Charles mit Herzogin Camilla an seiner Seite in die Arena. 

Dieses Lächeln dürfte ihm spätestens am Sonntag vergangen sein.

Die Wochenzeitung "Sunday Times" berichtet in einer Exklusivmeldung, dass Prinz Charles eine Spende in Höhe von einer Million Pfund (umgerechnet rund 1,2 Millionen Euro) für seine Stiftung angenommen habe. Der Prinz von Wales habe sich dafür am 30. Oktober 2013 mit Bakr bin Laden in seinem Amtssitz Clarence House getroffen und das Geld angenommen. Bakr ist ein Halbbruder von Osama bin Laden, der die Terror-Anschläge des 11. Septembers 2001 plante und 2011 bei einem Spezialeinsatz des US-Militärs in Pakistan getötet wurde.

Prinz Charles will Gutes tun – und nimmt dafür Geld von Osama bin Ladens Familie an

Das Geld soll in den "Prince of Wales's Charitable Fund" geflossen sein. Auf der Homepage der 1979 gegründeten Stiftung wird damit geworben, dass man "Leben umwandeln und nachhaltige Gemeinden" aufbauen wolle. Dafür gewähre man karitativen Projekten im Vereinigten Königreich und weltweit Zuschüsse. Scheinbar auch mit Geld der bin-Laden-Familie.

Die "Times" berichtet, dass mehrere Berater den Prinzen baten, das Geld zurückzugeben. Demnach warnten sie Charles vor den Folgen, sollte die Zahlung an die Presse durchsickern. Sein Ruf werde beschädigt. "Die Tatsache, dass ein Mitglied der höchsten Ebene des britischen Establishments sich entschied, Geschäfte mit einem Namen und einer Familie zu machen, die nicht nur Alarmglocken auslöst, sondern auch weltweit schreckliches Entsetzen . . Wieso sollte man das machen? Welche guten Gründe gibt es dafür?", zitiert die Zeitung einen Informanten.

Weitere Quellen erzählten, dass sie entweder niedergeschrien oder ignoriert wurden, nachdem sie ihre Bedenken äußerten. Und so akzeptierte der Stiftungsvorstand die Gelder einstimmig. 

Britischer Thronfolger nahm in einem anderen Fall Spenden in Tüten an

Es ist nicht das erste Mal, dass Charles mit seinen Stiftungen in die Kritik gerät. Erst im Juni wurde bekannt, dass er zwischen 2011 und 2015 insgesamt drei Millionen Euro in bar von einem katarischen Scheich annahm – in Tüten und Koffern. Die Zahlung sei damals überprüft worden und als unbedenklich eingestuft worden. Sie sei einer karitativen Stiftung des Thronfolgers zugute gekommen. Das Vorgehen habe gegen keine Statuten verstoßen. Heute würde man so etwas aber nicht mehr tun, hieß es.

Darüberhinaus wird derzeit ein weiterer Vorgang untersucht. Im Zentrum steht dabei Charles' früherer Mitarbeiter und enger Vertrauter Michael Fawcett. Dieser war bis vergangenes Jahr CEO des "Prince's Trust". Fawcett soll einem saudischen Milliardär einen Ritterschlag in Aussicht gestellt haben, wenn er spendet. Seinen Posten musste er abgeben und die Polizei ermittelt in der Sache. Damals hieß es, Charles habe von den Zusagen Fawcetts nichts gewusst.

Eine ähnliche Strategie fährt Clarence House auch jetzt. "Die Entscheidung, (das Geld) anzunehmen, trafen die Bevollmächtigten alleine und jeder Versuch, es anders darzustellen, ist falsch", zitiert die "Times" eine Sprecherin. 

Quelle: The Sunday Times


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