Prinz Charles Wanzen im Schlafzimmer


Die Londoner Polizei hat drei Männer festgenommen, die Telefongespräche von Prinz Charles abgehört haben sollen. Es ist nicht der erste Lauschangriff aufs königliche Schlafzimmer.

Nach Beschwerden von Prinz Charles über mögliche Abhöraktionen gegen sein Büro hat Scotland Yard die Festnahme von drei Verdächtigen bekannt gegeben, darunter einen leitenden Redakteur einer Boulevardzeitung. Man gehe zwar nicht davon aus, dass die Telefone von Mitgliedern der königlichen Familie angezapft worden seien, erklärte die Londoner Polizei. Es sei jedoch möglich, dass andere bekannte Persönlichkeiten abgehört worden seien, darunter auch Politiker. Einzelheiten oder Namen wollte die Polizei nicht nennen.

Es hieß lediglich, bei den Festgenommenen handele es sich um drei Männer im Alter von 35, 48 und 50 Jahren. Die auflagenstarken Sonntagszeitung "News of the World" erklärte, einer von ihnen sei ihr Ressortchef für Berichte übers Königshaus, Clive Goodman. Weiter wollte sich die Zeitung nicht dazu äußern. Die britische Zeitung "The Guardian" berichtet, dass die Polizei das Büro der Boulevardzeitung in Wapping im Osten Londons durchsuchte. Nach Informationen des Senders BBC sollen Handy-Gespräche mitgehört worden sein.

Abhöraktionen ungeklärt

Prinz Charles' Büro und offizielle Residenz Clarence House lehnte jede Stellungnahme ab. Nach einem Bericht der britischen Nachrichtenagentur PA erfolgten die Festnahmen im Rahmen von Ermittlungen zu möglichen illegalen Abhöraktionen, über die sich Mitarbeiter von Prinz Charles erstmals im Dezember beklagt hätten. Wegen der Schwere des Vergehens wurde der Fall an die Anti-Terror-Einheit der Londoner Polizei übergeben.

Die Polizei erklärte, die Ermittlungen bezögen sich auf "mutmaßliche wiederholte Sicherheitsverstöße in Telefonnetzen über eine bedeutende Zeitspanne hinweg". Auf dem Höhepunkt des Eheskandals von Thronfolger Charles und der tödlich verunglückten Prinzessin Diana wurden wiederholt Mitschnitte von intimen Telefongesprächen veröffentlicht. Eines davon fand zwischen Charles und seiner damaligen Geliebten und heutigen Ehefrau Camilla statt, ein anderes zwischen Diana und einem Jugendfreund. Wie diese Abhöraktionen möglich wurden, blieb ungeklärt.

AP/DPA/son AP DPA

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