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Vermeintliches Mord-Komplott Der "Wahnsinn" der Sarah Kern

Sarah Kern
Sarah Kern 2013 beim Besuch der Pferdeshow "Apassionata" in München.
© Picture-Alliance
Im Shopping-Kanal lässt sie sich nichts anmerken: Sarah Kern hat Angst. Die Designerin glaubt, dass ihr Ex-Mann einen Killer auf sie angesetzt hat. Für Hinweise lobte sie eine Belohnung aus - prompt meldete sich ein Mann per Mail.

Es ist Freitagmorgen, 9 Uhr auf dem Shoppingkanal HSE 24. Sarah Kern lächelt in die Kameras. Die Designerin preist Mode und Accessoires aus ihrer eigenen Kollektion an. Unter dem Titel "Glamouröse Lifestyle-Ideen" will sie Blusen, Jacken und Hosen an die Frau bringen. Aufgedreht und dick geschminkt betritt sie wie ein Model auf dem Laufsteg das Studio - und dann geht die Verkaufsshow auch schon los. Sie schwärmt von ihrer Tasche, die sie "mega" findet. Die 46-Jährige sagt gerne Wörter wie "Mega", "Hammer" oder "Wahnsinn". Die Hose, die sie zur Schau trägt, ist sogar "Granate". Und sie fügt hinzu: "Ich sage immer, da gehört ein Waffenschein dazu." So geht das eine Stunde lang. "Hammermäßig."

Sarah Kern ist gut im Geschäft. Ähnlich wie Harald Glööckler und Judith Williams ("Höhle der Löwen") gehört sie zu den Großen im deutschen Shoppingfernsehen. Doch Schlagzeilen macht Kern derzeit nicht mit ihrer Modekollektion, sondern vor allem mit einem bizarren Streit mit ihrem Ex-Mann Goran Munizaba. Kern behauptet, der ehemalige Boxer wolle sie töten lassen und habe deshalb einen Auftragskiller auf sie angesetzt. Um das zu beweisen, startete sie unlängst sogar einen Aufruf bei Facebook, suchte nach Zeugen für das angebliche Mordkomplott.

Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, meldete sich ein anonymer Hinweisgeber unter dem Namen "Peter Pan" bei ihr. Per Mail soll er ihr Beweise für ihre Theorie eines Auftragsmords versprochen haben. Kern glaubte dem Mann. Obwohl er keine näheren Angaben machte, vereinbarte sie eine Übergabe der Dokumente in Freiburg, zahlte "Peter Pan" 50.000 Euro für den Schlüssel zu einem Schließfach. Ihr Glück: Kern hatte vorher die Polizei von der geplanten Übergabe und der Belohnung informiert.

Kern fällt offenbar auf Betrüger rein

Die nahm den Mann direkt nach der Übergabe fest. Bei dem 48-Jährigen soll es sich um einen mehrfach vorbestraften Betrüger handeln, der im Internet gezielt nach unaufgeklärten Straftaten sucht, für die eine Belohnung für Hinweise auf den oder die Täter ausgeschrieben ist. Das Bizarre: Selbst nachdem die Polizei Kern über die Identität des Mannes aufklärte, glaubt sie an den Hinweisgeber. Wie "Bild" weiter berichtet, soll sie am Telefon darauf bestanden haben, ihm das Geld wieder auszuhändigen.

Sarah Kern scheint verzweifelt zu sein. Händeringend sucht sie nach einem Beweis für einen angeblichen Auftragsmord. Einen Beweis, den sie vielleicht nie finden wird, da es den Auftragsmord vielleicht gar nicht gibt. Die Polizei ermittelt in der Sache seit Monaten - ohne Erfolg. Trotzdem lässt Kern sich von Bodyguards bewachen und macht mit dubiosen Hinweisgeber Geschäfte.

Goran Munizaba sagte der "Bild"-Zeitung, dass der Verdacht bestehe, dass seine Ex-Frau unter Wahnvorstellungen leide. Oder wie sie selbst sagen würde: "Wahnsinn." 

mai

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