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Scheidung von Heidi Klum: Seal eröffnet den Rosenkrieg

Der Ton wird rauer: Seal geht seine Noch-Ehefrau Heidi Klum an und wirft ihr eine Affäre mit ihrem Leibwächter vor. Heidi reagiert rasch. Dem einstigen Vorzeigepaar droht eine Scheidungsschlacht.

Von Jens Maier

Die Filmszene ist legendär: Michael Douglas und Kathleen Turner hängen im Treppenhaus ihrer Villa an einem Kronleuchter und stürzen damit zu Boden. Es ist das tragische Ende einer langjährigen Ehe. Und einer Scheidungsschlacht, bei der sich beide bis aufs Messer bekämpfen. Mit immer perfideren Ideen machen sie sich das Leben gegenseitig zur Hölle. Er uriniert auf ihren selbstgekochten Fisch, sie serviert ihm den eigenen Hund als Leberpastete. Der Titel der Komödie "Der Rosenkrieg" - eine Anlehnung an Thronfolgekämpfe in England - ist bis heute ein Synonym für eine öffentlich und mit harten Bandagen ausgetragene Scheidung. Eine, wie sie jetzt auch Heidi Klum und Seal droht.

Nach vielen warmen Worten wird der Tonfall zwischen dem deutschen Topmodel und dem amerikanischen Sänger rauer. Kurz nach der Bekanntgabe ihrer Trennung im vergangenen Januar hatten beide noch öffentlich bekundet, wie sehr sie das Ende der Beziehung schmerze. "Wir respektieren und lieben uns ungemein", beteuerte Seal und säuselte, auch in so einer Situation müsse man "höflich bleiben und seine Würde behalten". Sogar ein Liebescomeback schien nicht ausgeschlossen. Seal deutete eine mögliche Versöhnung an. Nur acht Monate später kann davon keine Rede mehr sein - im Gegenteil.

Seal wirft Klum Affäre mit dem Leibwächter vor

Seal und Klum liefern sich eine öffentliche Schlammschlacht. In einem Interview mit dem US-Promiportal "TMZ.com" hat der 49-Jährige seiner Noch-Ehefrau am Wochenende vorgeworfen, ihn mit ihrem Bodyguard betrogen zu haben. "Ich hätte mir gewünscht, dass Heidi mehr Klasse gezeigt und gewartet hätte, bis wir getrennt sind, ehe sie mit einer Hilfskraft ins Bett steigt", sagte er in dem Videointerview. Zwar ließ er seine Aussage nur einen Tag später von einem Sprecher abschwächen. "Seal möchte klarstellen, dass er nicht andeuten wollte, dass seine Frau ihn betrogen hat", hieß es. Vielmehr hätte er damit gemeint, dass sie ja noch immer verheiratet seien. Besonders überzeugend klingt das nicht.

Heidi Klum selbst legt Wert auf die Feststellung, dass das Verhältnis vor der Trennung von Seal ein "streng berufliches" gewesen sei. "Seal hat sich weiterentwickelt und ich auch", erklärte sie in einem Statement am Montag, das People.com zuerst veröffentlichte. "Meine Priorität war und bleibt der Schutz unserer Kinder." Mit keinem Wort ging sie auf die Fotos, die sie gemeinsam mit ihrem muskulösen Leibwächter und angeblichem Liebhaber Ende August in Porto Cervo auf Sardinien in trauter Zweisamkeit zeigten, ein. Stattdessen polterte ihr Vater und Manager Günter Klum drauflos. "Er gehört zur Familie", sagte er über den Leibwächter seiner Tochter der "Bild am Sonntag". "Als ihr Bodyguard schläft er auch bei uns. Machen Sie daraus, was Sie wollen, aber machen Sie keinen zu großen Mist", sagte er. Im Hause Klum scheint man die Messer zu wetzen.

Streit ums Sorgerecht und 70 Millionen Dollar

Seal wolle Klum schaden und sie in Verlegenheit bringen, glaubt man offenbar in der Familie. Zumindest will "TMZ.com" das von engen Vertrauten erfahren haben. Er sei wütend und eifersüchtig, heißt es. Das sei eine typische Reaktion. Er teile aus, wenn er sauer sei. Seine Vorwürfe seien ein Racheakt, so die Erklärung. Und Grund für Rache hat er genug, seitdem seine Noch-Ehefrau in den Scheidungspapieren das alleinige Sorgerecht für die vier Kinder Leni, Henry, Johan und Lou beantragt hat. Zudem soll sich der 49-Jährige nicht damit abfinden wollen, nichts von Klums geschätztem 70-Millionen-Dollar-Vermögen abzubekommen. Er selbst soll nach der Schätzung von amerikanischen Medien nur vergleichsweise bescheidene 15 Millionen besitzen.

Für einen heftigen Briefwechsel hatte vor einigen Wochen bereits ein von Seal eingefädelter Werbedeal gesorgt. Halbprivate Fotos der gemeinsamen Kinder tauchten in einem Werbefilm für einen Kamerahersteller im Internet auf - sehr zum Missfallen von Heidi Klum. Die schaltete ihre Anwälte ein und ließ die Bilder umgehend löschen. "Heidi will keinen Ärger machen. Sie versucht nur, ihre Kinder zu schützen", sagte ein Vertrauter hinterher. Doch sollten sich Klum und Seal im Sorgerechtsstreit nicht einig werden, war dieser Vorfall nur ein Vorgeschmack auf das, was folgen könnte.

Eine Armada von gutbezahlten Juristen würde aufeinander losgehen. Käme es zu einem Gerichtsprozessor, müssten die Akten in den USA öffentlich zugänglich gemacht werden und wären ein gefundenes Fressen für alle Boulevardblätter - und Seal und Klum als Protagonisten mittendrin. Beispiele für schmutzige Rosenkriege gibt es genügend: ob Paul McCartney und Heather Mills, Lothar und Liliana Matthäus oder Rudi und Britta Assauer. Nicht immer muss es im Kronleuchter enden - unangenehm wird es aber in jedem Fall. Für beide Seiten.