HOME

Selbst angerufen!: Lindsay Lohan hat die Polizei im Haus

Bislang hat Lindsay Lohan eher mit unfreiwilligem Kontakt zur Polizei Schlagzeilen gemacht. Doch jetzt schickte das Starlet selbst einen Notruf an die Ordnungshüter. Grund war ein ungebetener Besuch zum Abendbrot.

Von Frank Siering, Los Angeles

Venice Beach, Kalifornien. Strandgemeinde der Lebenskünstler, Freaks, Surfer und Galeristen. Und Wohnsitz von Lindsay Lohan. Am Neujahrstag, kurz nach 18.20 Uhr geht ein Notruf in der Zentrale der Polizei des Küstenortes ein. Am Telefon: eine aufgeregte "Lilo" Lohan. "Vor meiner Wohnung steht ein Irrer, der klingelt sturm und will mit mir sprechen." Sofort werden drei Streifenwagen losgejagt.

Wenig später lehnt Lonnie Short, ein 64 Jahre alter Mann, in Handschellen gefesselt über dem schwarz-weiß gestreiften Einsatzwagen der Polizei von Los Angeles. Ein sehr ernst dreinschauender Uniformierter steht mit gezogener Waffe neben dem vorläufig Festgenommenen.

Lohan wird im Inneren ihrer Wohnung von zwei Beamten vernommen. Sie wirkt dabei ruhig und gelassen. Den Umgang mit der Polizei konnte sie in den vergangenen zwei Jahren zur Genüge üben. Diesmal allerdings ist es nicht die 25-jährige Schauspielerin, die sich für ihr Fehlverhalten vor dem Gesetz verantworten muss. Und sie scheint sich darüber auch besonders zu freuen.

Auf Britneys Spuren

Bisher ist wenig bekannt über Short. Die Polizei wie auch Lohan vermuten einen irren Fan, einen Stalker, der sich irgendein Hirngespinst in den Kopf gesetzt hatte und deshalb "unbedingt mit Lindsay sprechen musste".

Lohan, da ist sie PR-Profi genug, wird wenig später einem Klatschreporter stecken, dass sie "natürlich Angst hatte, als der Typ an meine Tür klopfte". Aber ihr Mantra im neuen Jahr schreit nach "Besserung Besserung, Besserung". Und da ist auch ein übler Stalkerangriff fehl am Platze.

Tatsächlich scheint sich Lohan am Beispiel der geläuterten Britney Spears zu orientieren. In den vergangenen Wochen gab es kaum noch Skandale, alle vom Gericht auferlegten Termine - auch die erforderlichen Arbeitsstunden im Leichenschauhaus - wurden ohne Meckern und Gemäkel duchgezogen.

Partypause

Und selbst die Verlockung, in der Silvesternacht bei dubiosen Veranstaltungen in Las Vegas als Hostesss hunderttausende von Dollars zu verdienen, lehnte Lohan konsequent ab. Wohl auch, um etwaigen Party-Versuchungen fernzubleiben.

Stattdessen feierte das Starlet in Los Angeles bei Feuerzangenbowle und Movie-Abend mit Freunden still und heimlich ins neue Jahr hinein.

Am 17. Januar muss Lohan wieder vor Gericht in Los Angeles auftauchen. Bei dieser Anhörung wird die Richterin erneut einen "Progress Report" aushändigen, um einschätzen zu können, wie gut Lindsay Lohan mit den Bewährungsauflagen umgeht. Im Moment sieht es so aus, als habe die 25-Jährige nichts zu befürchten.

Zurück ins Kino

Und so steht dem Kino-Comeback des einstigen Kinderstars in diesem Jahr fast nichts mehr im Wege. Fehlt nur noch die geeignete Rolle. Aber die, das hat Hollywood in der Vergangenheit immer wieder bewiesen, dürfte schon sehr bald folgen.

Denn trotz ihrer vielen Skandale scheint Lindsay Lohan noch immer eine recht große Fanbasis zu haben, zumindest unter den männlichen Anhängern. Jüngster Beweis: Der sehr gute Kioskverkauf der neuesten Ausgabe des US-"Playboy". Mit Lilo auf dem Cover brach Hugh Hefners Magazin alle Verkaufsrekorde. Das dürfte sicherlich auch der eine oder andere Hollywood-Produzent bemerkt haben.

Frank Siering, Los Angeles