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Comedian "Man sollte nicht das Genre verteufeln, nur weil Fler ein Schmock ist": Shapira über seinen Streit mit Rapper Fler

Comedian Shahak Shapira
Comedian Shahak Shapira 
© Horst Galuschka/ / Picture Alliance
Im Interview mit dem stern erzählt Shahak Shapira, worum es ihm bei dem Streit mit Rapper Fler eigentlich geht – und warum ihn die Debatte um ihn selbst im Netz befremdet. 

Zwischen dem Comedian Shahak Shapira und Rapper Fler ist ein Streit in den sozialen Netzwerken entbrannt. Shapira hatte junge Frauen verteidigt, nachdem Fler diese übel beschimpft hatte. Als Fler ihm daraufhin in einer Sprachnachricht Gewalt androhte, wandte Shapira sich an die Berliner Polizei. Er wollte für eine Frau eine Anzeige aufgeben - doch die Polizeibeamten nahmen ihn nicht ernst. Ein großes Problem, wie Shapira im Interview erzählt. Alle Hintergründe zu dem Fall lesen Sie hier. Rapper Fler hat sich bisher auf eine Anfrage des stern nicht dazu geäußert. 

Herr Shapira, Fler hat Ihnen unter anderem gedroht, die Nase zu brechen und Sie rollstuhlreif zu schlagen. Haben Sie jetzt Angst – oder halten Sie das für leere Drohungen?

Fler "bedroht“ mich schon seit Jahren. Diesmal bisschen mehr, da er jetzt meine Mutter vergewaltigen möchte und bei Leuten anruft, um meine Adresse herauszufinden. Er hat auch schon Teammitglieder von meiner TV-Show privat angeschrieben und bedroht - aber es sind weiterhin nur leere Drohungen. Ich habe ihn gestern angerufen und einen Treffpunkt vorgeschlagen, er ist nicht gekommen.

Es geht hier aber eigentlich darum, dass er junge Frauen bedroht und mit einer Instagram-Story sogar ein Kopfgeld auf eine Frau ausgesetzt hat, die ihn kritisierte. 

Finden Sie, dass Frauenfeindlichkeit allgemein ein Problem in der Rapmusik ist?

Es geht gerade nicht um Musik, sondern um das Verhalten außerhalb des Studios.

Man sollte nicht eine ganze Genre verteufeln, nur weil Fler ein Schmock ist, aber gerade die Leute, denen diese Szene am Herzen liegt, sollten sich von einem solchen Verhalten distanzieren. Ich finde diese duckmäuserische Art rückgratlos. 

Was wäre Ihrer Meinung nach die richtige Reaktion gewesen?

Ich bin von der ganzen Debatte, bei der es überhaupt nicht um die Bedrohungen gegen die Frauen geht, sondern um meine Person und meine "Sympathie", befremdet. Dass die Bedrohungen gegen mich als Nebensache abgetan und als "gerechte“ Konsequenz erachtet werden, ist eigentlich genauso abgefuckt, aber das bin ich mittlerweile gewohnt und fände es gut, wenn man wenigstens über die Bedrohung der Frauen spricht.

Stattdessen werden Bedrohungen und Kopfgelder damit rechtfertigt, dass der Absender unprivilegiert sei und aus schwierigen Verhältnissen komme. Nichts ist privilegierter, als Frauen, die dich kritisieren, ohne Konsequenzen öffentlich bedrohen zu können.

Sie haben das auch der Polizei gemeldet. Die hätten Sie aber nicht ernst genommen, haben Sie auf Twitter erzählt.

Ja, aber dieses Verhalten kenne ich schon. Ich bin auf die Wache in der Berliner Eberswalderstraße gegangen, weil ich eine Anzeige für die junge Frau aufgeben wollte, die von Fler bedroht wurde. Und auch für mich selbst. Sie haben mich belächelt und weg geschickt, behauptet, ich würde das nur konstruieren. Die insgesamt fünf Sprachnachrichten, die Fler mir geschickt hat, wollten sie sich nicht anhören. Aber Hauptsache sie schreiben ihre witzigen Tweets.


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