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Nach Suizid-Versuch: Sinéad O'Connor beschimpft ihre Familie auf Facebook

Sängerin Sinéad O'Connor ist nach ihrem Selbstmordversuch in ärztlicher Behandlung. Über Facebook wendet sich die 48-Jährige mit widersprüchlichen Äußerungen an ihre Familie und ihre vier Kinder.

Sinead O'Connor

Popsängerin Sinead O'Connor hat bei Facebook damit gedroht, sich das Leben zu nehmen

Die irische Sängerin Sinéad O'Connor gibt mit weiteren, verstörenden Facebook-Nachrichten Anlass zu Sorge. Am Sonntag veröffentlichte sie auf ihrem Profil eine Art Abschiedsbrief und drohte mit Selbstmord. "Ich habe eine Überdosis genommen. (...) Ich bin nicht zu Hause. Ich bin in einem Hotel, irgendwo in Irland, unter einem anderen Namen", schrieb O'Connor. Die Polizei fand die Sängerin schließlich in einem Hotel im Großraum Dublin und brachte sie in ein Krankenhaus. Dort wird Sinéad O'Connor, die an einer bipolaren Störung leidet und bereits sechsmal versuchte, sich das Leben zu nehmen, nun behandelt.


In weiteren Facebook-Posts, die O'Connor aus der Klinik veröffentlichte, rechnet sie nun mit ihrer Familie ab. Die Nachricht richtet sich unter anderem an ihren Sohn Jake, ihre Tochter Roisin und ihre Schwester Eimear. "Ich will euch nie wiedersehen. Ihr habt mir meine Söhne gestohlen. (...) Für euch bin ich ein Stück Scheiße. Ihr seid tot für mich." Sinéad O'Connor hat vier Kinder von vier verschiedenen Männern. Ihr jüngster Sohn Yeshua feiert in wenigen Wochen seinen neunten Geburtstag, der älteste, Jake, ist 28 Jahre alt.

In dem Post beschimpft Sinéad O'Connor ihre Verwandten als "Mörder", "Lügner" und "Heuchler". "Ihr habt mich für zwölf Wochen allein gelassen. Warum musste ich erfahren, dass ihr heuchlerischen Arschlöcher mich besucht habt, während ich bewusstlos war?? Und jetzt seid ihr weg und geht nicht an eure Telefone? (...) Ich will euch nie wiedersehen oder von euch hören."

Keine 24 Stunden später veröffentlichte Sinéad O'Connor eine weitere Facebook-Nachricht, in der sie ihre Familie nun wiederum anfleht, sie doch im Krankenhaus zu besuchen. "Ich vermisse euch alle seit Wochen. Zu hören, dass ihr hier ward und wieder gegangen seid, bereitet mir großen Schmerz. Bitte, habt mich lieb. Bitte kommt ins Krankenhaus, um Zeit mit mir zu verbringen und alles zu regeln. Bitte. Ich flehe euch an. Lasst mich nicht allein. Ich habe nicht einmal ein paar Klamotten. Ich habe nichts."

Ende August musste sich Sinéad O'Connor einer Operation unterziehen und auf ärztlichen Rat ihre Gebärmutter und die Eierstöcke entfernen lassen. Seitdem hat die ohnehin labile Sängerin mit einer schweren Depression zu kämpfen.


Sie haben suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 erreichbar. Auch eine Beratung über E-Mail ist möglich. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

jum