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Snoop Dogg Vom verarmten Kriminellen zum Weltstar

Snoop Dogg ist heute eine lebende Rapper-Legende.
Snoop Dogg ist heute eine lebende Rapper-Legende.
© Ovidiu Hrubaru/Shutterstock.com
Snoop Dogg feiert am 20. Oktober seinen 50. Geburtstag. Wie ihm der Weg aus der Armut in die Luxuswelt Hollywoods gelang.

18 Alben in knapp 30 Jahren Musikkarriere: Snoop Dogg (50) hat in seinem Leben bereits einiges erreicht. Zahlreiche Nummer-1-Hits gelangen ihm. Für seine musikalischen Erfolge wurde er mehrfach mit Goldenen und Platin-Schallplatten ausgezeichnet. Doch nicht nur Musik kann D-O-G-G. Er ist auch als Unternehmer erfolgreich und weiß, wie er Menschen unterhalten kann. Doch eigentlich wollte er mal Football-Star werden...

Krimineller im Armutsviertel

Für die Rap-Legende sah die Zukunft in seinen frühen Jahren alles andere als rosig aus. Calvin Cordozar Broadus Junior, wie Snoop Dogg bürgerlich heißt, kam 1971 in einem Armenviertel der kalifornischen Stadt Long Beach zur Welt. Das falsche Umfeld tat sein Übriges: Er geriet auf die schiefe Bahn und wurde Mitglied einer der größten Gangs in Kalifornien - den "Rollin' 20's Crips". Kurz nach der Highschool wurde der junge Calvin festgenommen - wegen Drogenhandels mit Kokain. Mit 18 schmiss seine Mutter ihn raus. Zwei Monate lang schlief er daraufhin in seinem Auto, einem 1969er Chevrolet, wie er in einem Interview mit "Spiegel Online" einst verriet.

Die erste Festnahme schreckte den Kleinkriminellen nicht ab. Snoop Dogg landete immer wieder wegen Drogenhandels im Gefängnis. Noch bevor er 20 Jahre alt war, stand er ohne Perspektive da. Sein Traum war es einmal, Football-Star zu werden, sagte er einmal. Er habe jedoch gewusst, dass sein Talent woanders lag. Freunde gaben ihm schließlich Geld für ein Tonstudio und Snoop konnte seine ersten Demotapes aufnehmen.

Entdeckung durch Dr. Dre

In seinen jungen 20ern gründete Calvin die Hip-Hop-Gruppe 213 mit seinem Cousin Nate Dogg (1969-2011) und Warren G (50), dem Halbbruder von Dr. Dre (56). Als Rappernamen wählte er Snoop Doggy Dogg. Den Namen "Snoop" bekam er als Kind von seiner Mutter, da er großer Fan von Snoopy aus der Serie "Die Peanuts" war. Durch die Verbindung Warren Gs zu Dr. Dre gelang Snoop Dogg der Kontakt zu dem damals bereits etablierten Rapper, der mit seiner eigenen Gruppe N.W.A. zum Superstar wurde.

Beim von Dr. Dre mitbegründeten Musiklabel "Death Row Records" unterschrieb er einen Vertrag und produzierte sein Debütalbum "Doggystyle". Noch während der Produktion geriet der Rapper jedoch erneut mit dem Gesetz in Konflikt - diesmal wurde er wegen Mordes angeklagt. Der junge Musiker soll einen Gang-Rivalen getötet haben. Tatsächlich hat sein damaliger Bodyguard aus dem fahrenden Auto auf den Mann geschossen, während Snoop Dogg am Steuer saß. Vor Gericht gab der Rapper an, dass der Schuss in einer Notwehrsituation fiel. Nach drei Jahren Prozess wurden Snoop Dogg und sein Bodyguard freigesprochen. Sein erstes Album verkaufte sich trotz alledem insgesamt über zehn Millionen Mal und belegte Platz eins der US-Charts. Snoop Dogg prägte den Stil des G-Funk und war fortan bekannt als Gangster-Rapper.

Freundschaft mit Tupac Shakur

Bei "Death Row Records" waren in den 90er-Jahren zahlreiche bekannte Rapper unter Vertrag. Einer davon war Tupac Shakur (1971-1996), mit dem sich Snoop schnell anfreundete. "Er war wie ein kleiner Bruder für mich", erzählte der Rapper über 2Pac in einem Interview. Nachdem Shakur 1996 auf offener Straße erschossen wurde, verließen Dr. Dre und Snoop Dogg "Death Row Records". Dre gründete sein eigenes Label, Snoop unterschrieb bei "No Limit Records", nachdem der CEO Master P. ein Ablösegeld an den CEO von "Death Row Records" zahlte. Er war ein Gang-Rivale von Snoop Dogg. Weil das Label noch Rechte an dem Rapnamen hatte, strich er "Doggy" aus seinem Künstlernamen und nannte sich fortan Snoop Dogg.

Ein drittes Album veröffentlichte Snoop Dogg noch bei seinem ersten Label. "Tha Doggfather" war zwar ein mäßiger Erfolg für den Rapper, aber für ihn von großer Bedeutung. Die Platte widmete er seinem Kumpanen Tupac Shakur. Die nächsten drei Alben unter dem neuen Label waren mit Platin-Auszeichnungen für den Rapper zwar Erfolge. Sie zeichneten sich aber vor allem aus Gastmusikern aus, die für Snoop die Platten füllten, wofür er häufig kritisiert wurde. Die Zusammenarbeit mit Dr. Dre brachte zusätzlichen Erfolg ein. Besonders die Hitsingles "Still D.R.E." und "The Next Episode" wurden weltweit bekannt.

Snoop Dogg sehnte sich nach mehr

Mit dem musikalischen Erfolg begann Snoop Dogg damit, über den Tellerrand zu blicken. Besonders experimentierfreudig war er im Jahr 2000, als er sein Regiedebüt unter dem Pseudonym "Michael J. Corleone" in einem Pornofilm gab. Der Erotikstreifen war ein voller Erfolg und gewann einen der wichtigsten Erotikfilmpreise. Zwei Jahre später führte er als "Snoop Scorsese" beim Film "Snoop Doggs Hustlaz: Diary of a Pimp" Regie und versuchte erneut, Hip Hop mit Erotik zu verbinden.

Das sollte jedoch nicht Snoop Doggs letzter Versuch gewesen sein, ins Filmbusiness einzusteigen. Als Schauspieler wirkte er in Filmen, wie "Starsky & Hutch" und "Bones - Der Tod ist erst der Anfang" mit, war damit jedoch nur mäßig erfolgreich.

Schließlich weckte der Rapper den Unternehmer in sich. Er brachte ein eigenes Automodell der Marke Cadillac raus, den "Snoop De Ville". Er gründete außerdem seine eigene Modemarke "Snoop Dogg Clothing", produzierte Actionfiguren und verkaufte Skateboards. Mit dem "Ed Hardy"-Gründer Christian Audigier vertrieb er Kleidung unter der Marke "Rich & Infamous".

Musikalisches Chamäleon

2002 fand Snoop Dogg wieder zur Musik, zurück. Zwar konnte er an alte Erfolge nicht anknüpfen, schaffte es aber sein Album "Paid tha Cost to Be da Bo$$" unter seinem eigenen Label "Doggystyle Records" über zwei Millionen Mal zu verkaufen. Sein siebtes Studioalbum "R&G (Rythm & Gangsta): The Masterpiece" produzierte er unter anderem mit Musiker Pharell Williams. Aus diesem Album entstand die heute wohl bekannteste Single des Rappers "Drop it Like it's Hot". Sie stieg sofort auf Platz eins der US-Charts ein und hielt sich dort ganze fünf Wochen lang.

Mit "Sexual Seduction" bewies der Rapper 2007, dass er auch andere Musikrichtungen einschlagen kann. Das Musikvideo und die Melodie erinnern an vergangene Zeiten der 70er-Jahre und des Zeitalters des "Disco". Auch mit "Sweat" erfand sich Snoop Dogg neu. 2010 eroberten Elektro-Klänge und Einschläge der Musikrichtung House die Radios der Welt. Dessen bediente sich der Rapper in seiner neuen Single und landete damit erneut einen Hit. Besonders der Remix mit dem französischen DJ David Guetta (53) brachte ihm hohe Chartplatzierungen ein. 2012 produzierte er sein Reggae-Album "Reincarnated" und nannte sich dafür Snoop Lion. Für seine Elektro-Platte "Loose Joise" nahm er den Künstlernamen "DJ Snoopadelic" an. Er kehrte jedoch schnell zu seinem alten Rapnamen zurück.

Eine lebende Legende

Ein Hit wie "Drop it Like it's Hot" gelang Snoop Dogg die letzten Jahre nicht mehr. Er produzierte zwar stets neue Musik und schaffte es in die Charts, die Albumverkäufe sinken jedoch seit 2011. Immer öfter war er als Gastmusiker in Liedern anderer Künstler zu hören, wie in "California Gurls" von Katy Perry (36) 2010.

Der 50-Jährige ist Familienvater. Mit seiner Highschool-Liebe Shante Taylor (49) ist er seit 24 Jahren verheiratet und hat mit ihr drei Söhne und eine Tochter im Erwachsenenalter. Heute ist der Rapper besonders auf TikTok und Youtube gern gesehen. Millionen Menschen schauen ihm dabei zu, wie er mit seiner sanften Stimme Tiervideos kommentiert.

Snoop Dogg ist zu einer lebenden Rap-Legende geworden und aus dem Hip Hop nicht mehr wegzudenken. Durch gute Freunde und viel Glück wurde er zum Weltstar mit einem geschätzten Vermögen von 150 Millionen Dollar. Für ihn ist heute klar: "Dr. Dre und Warren G haben mir das Leben gerettet." Der Höhepunkt seiner Karriere kommt jedoch wahrscheinlich noch, wenn er im Jahr 2022 auf der Bühne der Super Bowl Halftime Show steht. Gemeinsam mit Dr. Dre, Eminem, Kendrick Lamar und Mary J. Blige wird er für eine Menge nostalgischer Momente sorgen.

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