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Sonia und Willy Bogner: Bogner-Sohn beging Selbstmord

Was zunächst nach einem tragischen Unfall aussah, entpuppt sich als Selbstmord: Bernhard Bogner, Sohn der Modedesigner-Eheleute Sonia und Willy Bogner, hat sich absichtlich stranguliert.

Der am Wochenende tot aufgefundene Sohn des Modedesigner-Ehepaares Sonia und Willy Bogner hat Selbstmord begangen. Der 17-Jährige habe sich "bewusst und gewollt stranguliert", teilte die Staatsanwaltschaft München I am Dienstag mit. Dies habe die Obduktion der Leiche eindeutig ergeben. Bei dem Freitod des aus Brasilien stammenden Adoptivsohnes Bernhard war Alkohol im Spiel.

Zuvor hatte das Ehepaar Bogner indirekt bestätigt, dass sich ihr Sohn im Münchner Wohnhaus das Leben genommen hatte. "Das erschüttert uns als Eltern sehr", schrieben Sonia und Willy Bogner in einer Mitteilung. Zunächst war von einem tragischen Unglücksfall nach einem feucht-fröhlichen Oktoberfestbesuch die Rede gewesen.

Unfall wird ausgeschlossen

"Wir möchten mit unserer großen Trauer und dem tiefen Schmerz um unseren geliebten Sohn weiterhin alleine bleiben", baten die Eltern. Schon am Sonntag hatte sich das Ehepaar ähnlich geäußert. In der Erklärung des Leitenden Oberstaatsanwaltes Christian Schmidt- Sommerfeld ist ausdrücklich festgehalten, dass ein Unfalltod nicht in Frage kommt. Auch Fremdverschulden scheide aus.

Allerdings lägen Hinweise darauf vor, dass Bernhard Bogner zum Zeitpunkt seines Todes alkoholisiert war, schreibt Schmidt-Sommerfeld. Ein Gutachten zur Bestimmung des Blutalkoholwertes sei in Auftrag gegeben worden. Die Eheleute Bogner selbst hatten am Sonntagabend den Unfalltod des Internatsschülers mitgeteilt. Der junge Mann habe am Samstag mit seinen Freunden auf dem Oktoberfest gefeiert. "Dabei konsumierte Bernard leider zu viel Alkohol", stand in der Erklärung vom Wochenende. Auf nicht geklärte Weise habe sich Bernhard in den Seilen der Hängematte "infolge des übermäßigen Alkoholeinflusses" verheddert. "Dabei erstickte unser geliebter Sohn." Sonia und Willy Bogner waren zum Zeitpunkt des Geschehens beruflich in Mannheim. Von einer Haushälterin wurde der 17-Jährige am Sonntagmorgen tot im Dachgeschoss gefunden. Die Münchner Staatsanwaltschaft hatte die Obduktion der Leiche angeordnet.

Weitere Suizide an Bogners Internat

Bernhard Bogner, eines der beiden Adoptivkinder der beruflich so erfolgreichen Eheleute, besuchte eine noble Internatsschule in St. Gallen in der Schweiz und war zu einem Besuch des Oktoberfestes nach Hause gekommen. Offenbar gab es an dem Internat am Wochenende noch einen weiteren Selbstmord eines Schülers. Mehrere Gästebucheinträge deuten jedenfalls darauf hin. Im Internet-Gästebuch des "Institutes auf dem Rosenberg" äußern sich Freunde bestürzt über den Tod ihres Mitschülers.

"Bernhard war ein wirklich netter Junge. Ich finde es sehr schade, dass er so früh von uns gehen musste. Ich wünsche der Familie viel Kraft um das durchzustehen", schreibt ein Mitschüler. "Man kann wohl kaum die treffenden Worte finden, um diesen Schmerz in irgendeiner Weise zu lindern. Wir fühlen tiefe Trauer und Mitgefühl", lautet eine andere Beileidsbekundung. Der 63 Jahre alte Modeunternehmer, Filmemacher und ehemalige Skiprofi Willy Bogner leitet die 1932 gegründete Traditionsfirma "Bogner", die Sport- und Freizeitmode herstellt. Er beschäftigt mehrere hundert Mitarbeiter und machte zuletzt einen Jahresumsatz im dreistelligen Millionenbereich.

Bogner seit 1972 mit der neun Jahre jüngeren gebürtigen Brasilianerin Sonia verheiratet. Das Paar hat zwei brasilianische Kinder adoptiert: die ältere Florinda und Bernhard. 2003 wurden Sonia und Willy Bogner von der Zeitschrift "Gala" zum "Paar des Jahres gekürt". In der Münchner Schickeria treten beide aber nur selten in Erscheinung.

DPA / DPA