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Spanisches Lifestyle-Magazin "DT": Nie wieder nackte Bruni

Zerknirschung bei der spanischenn Lifestyle-Zeitschrift "DT": Der Coup mit den Nacktfotos von Carla Bruni sorgt offenbar für heftigen Ärger mit höchsten französischen Kreisen. Sarkozys Volk hingegen beschäftigt sich mit der Frage: Kann der Präsident "so eine" überhaupt noch heiraten?

Von Astrid Meyer, Paris

Wird er sie trotzdem heiraten? Ist es der Verlobungsring, Geschenk des französischen Präsidenten, den sie auf dem Nacktfoto trägt? Und sollte sie es tatsächlich gewagt haben, Nacktfotos von sich machen zu lassen, während sie schon mit Nicolas Sarkozy liiert war?

Die Aufregung in den französischen Blogs ist groß. Die traditionellen Medien schweigen. Kein Wort in der "Le Monde" über eine doch höchst verblüffende Tatsache: Ein spanisches Magazin veröffentlicht ein Nacktfoto der zukünftigen First Lady Frankreichs. Auch die übrigen Tageszeitungen und Magazine würdigen das Foto keiner Beachtung.

Dabei dürfte das spanische Lifestyle-Magazin "DT" eine Weltpremiere gelandet haben: Die Angetraute respektive Verlobte eines Staatsoberhauptes während seiner Regierungszeit nackt zu zeigen. Für Aufmerksamkeit hat das auf jeden Fall gesorgt, aber wohl nicht nur für Erwünschte.

Am Erscheinungstag posaunte die Redaktion des spanischen Blattes noch herum, die Fotos seien Anfang Dezember gemacht worden, als Bruni und Sarkozy schon ein Paar waren, und zwar im Elysée-Palast. Es seien dies die letzten Nacktfotos von Carla Bruni.

Keine weiteren Veröffentlichungen

Am Tag darauf war Zerknirschung eingekehrt und die Pressesprecherin von DT gelobte stern.de gegenüber Besserung: Es werde keine weiteren Veröffentlichungen geben, man sei schließlich ein seriöses Blatt. Und nein, die Fotos seien nicht im Elysée gemacht worden. Ende der Durchsage und des Gesprächs mit einem ziemlich nervösen Gegenüber.

Alle Beteiligten, so hieß es, hätten sich so geeinigt. Welche Beteiligten da im Spiel waren, darüber will sich die Dame nicht auslassen. Carla Bruni wohl, und weitere Personen, die offenbar nicht genannt werden dürfen - das klingt nach Einmischung höchster diplomatischer Kreise und heftiger Schelte für die Chefredaktion.

Kann er "so eine" noch heiraten?

Was wohl auch Fragen beantwortet, die aufgeregte Franzosen einander in einschlägigen Blogs stellen: Wird der Präsident "so eine" noch heiraten? Er hat jedenfalls Glück in seinem Land: Kein seriöses Medium stellt die Frage öffentlich. Im Untergrund - beim Volk sozusagen - gärt dennoch die alte Sorge: Dass Sarkozy via italienischer Geliebter Frankreich in der Welt lächerlich mache. Für andere ist klar, dass der Konservative ein Vorreiter der Emanzipation ist, der es wagt, sich zu einer gestandenen Frau zu bekennen, die eben auch eine Vergangenheit hat.

Welch eine Hysterie das Foto ausgelöst hat zeigt auch die Tatsache, dass die meisten Betrachter den Verlobungsring von Dior auf dem Foto erkennen wollten - dabei ist der Ring eindeutig schmal und nicht herzförmig. Offenbar ist Carla Bruni noch lange nicht so provozierend wie die Fantasien, die sie auslöst.

Folgen sind zu erwarten

Angesichts der Tatsache, dass Sarkozys Ex Cécilia Sarkozy gerade ein französisches Magazin (Closer) auf 250.000 Euro Schadensersatz verklagt hat, weil es zwei Bikini-Fotos von ihr veröffentlichte, kann man wohl mit Folgen für das spanische Magazin rechnen. Ob die allerdings öffentlich gemacht werden, ist zweifelhaft. Am Breittreten dieses Faux-Pas der Bruni hat das Paar kein Interesse.

Der Hype nützt vor allem den Suchmaschinen: Der Preis für den Klick dank des Suchwortes "Bruni" steigt beständig. Vier bis fünf Euro pro Klick müssen Website mittlerweile bezahlen, wenn sie bei den Suchmaschinen oben stehen und so ihre Chancen auf Besuch erhöhen wollen.