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Eine Million Nichtraucher in einem Jahr: Au revoir, Zigarette! Warum den Franzosen das Rauchen vergeht

Frankreich gilt als letztes Tabakparadies Europas. Doch immer mehr Franzosen kehren dem Glimmstängel den Rücken. Was ist geschehen?

Eine junge Frau raucht auf der Straße eine Zigarette

Die Zahl der Raucher ist in Frankreich deutlich zurückgegangen

Getty Images

Stilikone Coco Chanel tat es, ebenso wie Filmstar Gérard Depardieu und Präsidentengattin Carla Bruni: Sie griffen gern zum Glimmstängel und prägten so das Bild des zigarettenliebenden Franzosen. Tatsächlich wird in Frankreich verhältnismäßig viel geraucht: Rund 33 Prozent der Franzosen geben an, regelmäßig zu Zigaretten zu greifen. In Deutschland sind es dagegen nur rund 25 Prozent.

Doch damit könnte es nun bald vorbei sein. Denn in Frankreich entsagen immer mehr Menschen der Zigarette. Binnen eines Jahres haben rund eine Million Franzosen mit dem Rauchen aufgehört. Das ist das Ergebnis einer Umfrage, aus der die britische BBC zitiert. Die Zahl der Raucher sank demnach von 13,2 Millionen (2016) auf 12,2 Millionen (2017). Was sind die Gründe?

Schachtel Zigaretten für 10 Euro - mon dieu!

Die französische Gesundheitsministerin Agnès Buzyn dürften die neuen Umfragewerte freuen. Die Ärztin tat in der Vergangenheit so einiges, um der Bevölkerung das Rauchen auszutreiben. Und das war in erster Linie: an der Preisschraube zu drehen. Erst vor wenigen Monaten drohte die Regierung damit, den Preis für eine Schachtel Zigaretten drastisch anzuheben. Er liegt derzeit bei sieben Euro. Bis zum Jahr 2022 soll der Preis schrittweise auf zehn Euro steigen, verkündete Premierminister Édouard Philippe.

Auch weitere Anti-Raucher-Maßnahmen scheinen Früchte zu tragen: Zigarettenpackungen müssen in Frankreich seit längerem einheitlich aussehen. Sie "ziert" ein beigefarbener Balken, darüber sind Warnbilder und Warnhinweise zu sehen. Nur ein schlichter Schriftzug gibt Auskunft über die Marke. Im November vergangenen Jahres wurde zudem der landesweite "Monat ohne Tabak" (Mois sans tabac) ausgerufen. Rund 160.000 Raucher beteiligten sich und verzichteten für die Dauer von 30 Tagen auf die Glimmstängel. Ein beachtlicher Erfolg. Dieses Jahr soll der tabakfreie Monat erneut stattfinden.

Die französische Regierung tut gut daran, in Nichtraucher-Kampagnen zu investieren. Die Gesundheitsausgaben für Krankheiten, die durch Zigaretten ausgelöst wurden, sind enorm. Rauchen erhöht das Risiko für zahlreiche Krebsarten, darunter Lungen-, Mund- und Speiseröhrenkrebs. Auch das Risiko für Herz-Krankheiten steigt. Ein Rauchstopp lohnt sich aus gesundheitlicher Sicht auch nach vielen Jahren des Rauchens. Fünf Jahre nach der letzten Zigarette sinkt etwa das Schlaganfall-Risiko. Auch das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, sinkt nach zehn Jahren des Verzichts um etwa die Hälfte.

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ikr

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