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Nach tödlichem Unfall ihres Freundes Stuntmodel Miriam Höller dachte an Suizid

Miriam Höller und Hannes Arch
Miriam Höller und Hannes Arch im Juli 2012
© Picture Alliance
Im September vergangenen Jahres verunglückte Extremsportler Hannes Arch tödlich. Seine Freundin, die Stuntfrau und frühere GNTM-Teilnehmerin Miriam Höller, schildert nun erstmals, wie sehr sie der Unfall aus der Bahn geworfen hat.

Miriam Höller und Hannes Arch führten ein Leben der Extreme. Sie ein erfolgreiches Actionmodel mit eigener Stuntfirma, er Österreichs bekanntester Kunstflieger. Seit 2010 lebten und arbeiteten die beiden zusammen. Doch im September vergangenen Jahres verunglückte Arch tödlich. Der 48-Jährige stürzte bei einem Privatflug mit seinem Hubschrauber in Kärnten ab. Ein zweiter Insasse überlebte schwer verletzt.Im Interview mit dem ProSieben-Magazin "red" schildert Höller nun erstmals, wie sie von dem schweren Unfall ihres Lebensgefährten erfuhr. "Der erste Anruf war: Okay, Hannes ist nicht gelandet. Der zweite Anruf war dann: Sie haben den Helikopter gefunden. Einer schwer verletzt, einer tödlich verunglückt. Und ich hab so aufgeatmet! Ich hab aufgeatmet und gegrinst und hab gesagt: super! Also für mich war es so klar, dass Hannes derjenige ist, der überlebt hat, weil ein Hannes Arch nicht stirbt."

Miriam Höller brach sich bei einem Stunt beide Beine

Doch dann wurde Höller zur Unfallstelle im Großglocknergebiet geflogen und musste erfahren, dass der Tote ihr Lebensgefährte ist. "Ich habe richtig geschrien. Das war zum ersten Mal ein Realisieren, aber noch lange kein Bewusstsein dafür, was dieser Tag und das, was passiert ist, mit sich bringt." Besonders tragisch: Nur sechs Wochen vor dem tödlichen Absturz hatte sich die 29-Jährige bei einem Stunt beide Beine gebrochen. So kompliziert, dass sie danach lange im Rollstuhl sitzen musste und bis heute mit den Folgen zu kämpfen hat. "Mein linker Fuß ist noch immer nicht ganz verheilt, die letzte OP war vor fünf Wochen", schreibt Höller in einem aktuellen Facebook-Beitrag.Nach ihrem Unfall im Sommer 2016 hätten sie und Hannes Arch ihr Leben ändern wolle, sagt Höller in dem "red"-Interview. "Hannes hat viele Jobs abgesagt, um für mich da zu sein. Wir haben dann unsere eigenen Regeln gebrochen nach knapp sechs Jahren Beziehung, wo wir einfach gesagt haben, wir sind jetzt so aufeinander eingespielt, warum nicht unsere Beziehung auf ein nächstes Level bringen und - das war für mich der mit schönste Punkt - wo wir einfach gesagt haben, wir wollen ein Baby haben."

"Ich wusste nicht, wie es weiter geht"

Stattdessen verliert Höller ihren Partner auf so tragische Weise und hadert danach auch mit ihrem eigenen Leben. "Ich war komplett verloren. Ich wusste nicht, wie es weiter geht. Und ein Mensch, der darüber nachdenkt, sich selbst umzubringen und sein Leben zu beenden, wie kann der in der Öffentlichkeit stehen? Für mich war es wichtig, alles abzubrechen, um erst mal zu verarbeiten, was passiert ist. Um langsam wieder mich selber aufzubauen. Das Einzige, was mir noch bleibt, ist meine Familie und meine Freunde. Es wäre feige zu gehen, ohne sich den Problemen zu stellen. Es wäre feige, sich nicht seiner Aufgabe zu stellen. Wenn das meine Aufgabe ist im Leben, das zu bewältigen und zu wissen, wie es ist, jemanden zu verlieren. So jung. Jemanden zu verlieren, den man liebt, dann muss ich da jetzt mit umgehen. Dann muss ich jetzt kämpfen. Dann muss ich jetzt durch."

Mutige Worte einer starken Frau, die so viel ertragen musste und sich nun ins Leben zurückkämpft. Höllers erster Schritt auf dem Weg zum Neuanfang: ein Fallschirmsprung auf Hawaii. "Ich hatte wirklich Angst", sagt Höller nach der geglückten Landung. Aber auch: "Ich bin in extremen Dingen zu Hause. Ich bin da so glücklich. Ich möchte als Stuntfrau zurückkommen, gesund, mit ganz viel Energie und Kraft."

jum

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