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Suizid Robin Williams und die Frage nach dem Warum


Millionen Menschen trauern in sozialen Netzwerken um Robin Williams. Viele fragen nach dem Warum. Wieso begeht ein so lebensfroh wirkender Mensch Selbstmord? Die beste Antwort liefert Stephen Fry.
Von Jens Maier

Für Außenstehende ist die Krankheit nur schwer nachvollziehbar: Einen Tag, an dem man schlecht drauf ist, hat jeder mal. Aber häufig gibt es dafür einen nachvollziehbaren Grund. Und meist ist die schlechte Laune nach kurzer Zeit wieder vorbei. Doch Depressionen sind etwas völlig anderes. Sie reißen Menschen willkürlich in eine tiefe, seelische Krise, ohne dass dies für andere nachvollziehbar ist. Auch Personen die erfolgreich sind, die scheinbar alles im Leben haben, sind betroffen. Wie Spaßmacher Robin Williams.

Der Schauspieler ist Opfer seiner Depressionen geworden und beging Selbstmord. Seine Millionen Fans weltweit sind bestürzt. In sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter trauern sie um den Mann, der ihnen mit seinen Filmen so viel Freude bereitet hat. Neben der Bestürzung kommt aber auch die Frage nach dem Warum auf. Wie kann ein so lebensfroh wirkender Mensch den Wunsch nach Selbstmord haben?

Die Frage ist nicht leicht zu beantworten, da die Krankheit für nicht Betroffene schwer nachvollziehbar ist. "Die Depression ist charakterisiert durch Verlust der Fähigkeit zu Freude oder Trauer", beschreibt das Online-Lexikon Wikipedia die Krankheit. Weiter heißt es: "Die Stimmung des Patienten ist durch Zuspruch nicht aufzuhellen. … Schwer depressiv Erkrankte empfinden oft eine völlige Sinnlosigkeit ihres Lebens." Oft ginge dieses Gefühl mit dem Wunsch einher, sterben zu wollen.

Zitat von Stephen Fry tausendfach geteilt

Angehörige und Freunde stehen der Krankheit häufig hilflos gegenüber und sind ratlos, wie sie mit dem Patienten umgehen sollen. Die beste Antwort darauf liefert der britische Autor und Schauspieler Stephen Fry: "Wenn Sie jemanden kennen, der depressiv ist, fragen Sie ihn bitte nie warum. Depression ist nicht die direkte Antwort auf eine schlechte Situation. Eine Depression ist launisch wie das Wetter. Versuchen Sie die Dunkelheit, Lethargie, Hoffnungslosigkeit und Einsamkeit zu verstehen, durch die der Betroffene geht. Seien Sie für ihn da, wenn er am Ende des Tunnels ankommt. Es ist schwierig, der Freund eines Depressiven zu sein, aber es ist eines der liebenswürdigsten, großherzigsten und besten Dinge, die Sie tun können."

Auf Twitter wird das Zitat Frys, der selbst unter Depressionen leidet, derzeit tausendfach geteilt. Es liefert vielen Menschen Trost, die den Selbstmord Robin Williams nicht verstehen können. In vielen Kommentaren findet die Ansicht Frys Zustimmung. Ein Nutzer schreibt: "Es ist so wahr. Bis man nicht selbst unter Depressionen leidet, kann man sie nicht verstehen." Dank Stephen Fry haben viele Menschen aber eine ungefähre Ahnung davon was es heißt, depressiv zu sein.

mai

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