VG-Wort Pixel

Verstorbener Schauspieler Witwe von Robin Williams über seine Krankheit: "Als würde ich den Namen seines Mörders herausfinden"

Robin Williams und seine Frau Susan Schneider Williams
Robin Williams (r.) und seine Frau Susan Schneider Williams bei einer Veranstaltung 2013
© Charles Sykes / Picture Alliance
Erst nach dem Tod von Robin Williams wurde festgestellt, an welcher Krankheit er wirklich litt. Für seine Witwe war die Diagnose auch eine Befreiung. Heute setzt sie sich für eine bessere Erforschung der Erkrankung ein.

Der Tod von Robin Williams war ein Schock für ganz Hollywood und alle seine Fans: 2014 nahm sich der berühmte Schauspieler, der mit Rollen in Filmen wie "Der Club der toten Dichter", "Good Morning, Vietnam" oder "Good Will Hunting" bekannt geworden war, das Leben. Williams hatte unter schweren Depressionen gelitten, kurz vor seinem Tod war bei ihm außerdem Parkinson diagnostiziert worden.

Doch das war nur "die Spitze des Eisbergs", wie es seine Witwe Susan Schneider Williams ausdrückt. Die 58-Jährige sprach in einem CNN-Interview darüber, wie es war, herauszufinden, an welcher Krankheit ihr Mann tatsächlich litt. Erst nach seinem Tod, bei der Autopsie, wurde bei Williams Lewy-Körper-Demenz festgestellt, eine tödliche neurodegenerative Krankheit. 

Robin Williams litt unwissentlich an Lewy-Körper-Demenz

Diese ist zwar auch von parkinsonähnlichen Symptomen geprägt, vor allem aber können auch die kognitiven Fähigkeiten extrem stark variieren. Zudem leiden die Patient:innen oft an Halluzinationen und Schlafstörungen. Weil die Lewy-Körper-Demenz starke Ähnlichkeiten zu Alzheimer oder Parkinson aufweist, kommt es häufiger zu Fehldiagnosen. 

"Keiner der Ärzte wusste, dass diese Geisterkrankheit dahintersteckte", erinnert sich Susan Schneider Williams, die vor dem Tod von Robin Williams fast vier Jahre lang mit dem viermaligen Oscar-Preisträger verheiratet gewesen war. "Als das herauskam, war es für mich, als würde ich den Namen des Mörders meines Mannes herausfinden", sagte sie im CNN-Interview über die Diagnose.

Witwe von Robin Williams: "Robin war nicht verrückt"

Die Wahrheit über die Erkrankung ihres Mannes zu erfahren, war für Schneider Williams ein wichtiger Schritt auf dem Weg, seinen Tod zu verarbeiten. "Da hat meine eigene Heilung begonnen", erklärt sie. "Wir hatten diese Erfahrung mit etwas, das unsichtbar und schrecklich war. Auf der anderen Seite gibt es die Wissenschaft dahinter, die dabei hilft, diese Erfahrung zu erklären. Robin war nicht verrückt. Das war immer seine größte Angst."

Schneider Williams setzt sich seit dem Tod ihres Mannes dafür ein, mehr gesellschaftliches Bewusstsein für diese Erkrankung zu schaffen. So hat sie unter anderem an der Einrichtung eines mit drei Millionen Dollar ausgestatteten Forschungsstipendiums mitgewirkt, das die Biomarker der Krankheit näher untersuchen soll.

Stern Logo

Schon zuvor hat Susan Schneider Williams immer wieder über die Lewy-Körper-Demenz gesprochen, so auch im Rahmen einer Dokumentation über die letzten Lebensjahre von Robin Williams. "Mein Mann hatte unwissentlich mit einer tödlichen Krankheit gekämpft. Nahezu jede Region seines Gehirns war angegriffen. Er erlebte, wie er sich selbst auflöste", sagte sie damals. Williams wäre voraussichtlich innerhalb von drei Jahren an der Krankheit gestorben.

Quelle: CNN 

Sie haben suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 erreichbar. Auch eine Beratung über E-Mail ist möglich. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

Für Kinder und Jugendliche steht auch die Nummer gegen Kummer von Montag bis Samstag jeweils von 14 bis 20 Uhr zur Verfügung - die Nummer lautet 116 111.

epp

Mehr zum Thema



Newsticker