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Streit mit Kardashian und West: Das Image-Problem von Taylor Swift

Jahrelang war sie es, die mit Songs über Promis für Schlagzeilen und Hits sorgte, ausgerechnet jetzt steht sie im Mittelpunkt eines fiesen Lieds: Taylor Swifts Image leidet durch den Streit mit den Kardashians.

Taylor Swift, Kim Kardashian, Kanye West

Taylor Swift und Kanye West streiten sich über seinen Song "Famous" - und Kim Kardashian mischt mit.

Taylor Swift, die böse Schlange: Wer einen Blick auf den Instagram-Account der Sängerin wirft, wird dort tausende Kommentare mit Schlangen-Emojis vorfinden. Auf Twitter trenden Hashtags wie "TaylorSwiftIsOverParty" oder "Taylorgate", die einst so beliebte Swift hat ein Image-Problem. Das liegt vor allem am sehr öffentlichen Streit mit Kanye West und Kim Kardashian. Falls Sie es noch nicht mitbekommen haben: Es geht um Wests Song "Famous", in dem er wenig Schmeichelhaftes über Taylor Swift singt.

Sie behauptete, sie habe nichts davon gewusst, Kim Kardashian erzählte, es gebe sogar ein aufgenommenes Telefonat zwischen Swift und West zu dem Thema. Teile davon hat sie nun auf Snapchat veröffentlicht - und stellt Swift damit als Lügnerin dar. "I made that bitch famous" - "Ich habe die Schlampe berühmt gemacht", rappt West über Taylor Swift. Genau diesen Teil habe er ihr jedoch verschwiegen, beteuert diese nun und wendet sich auf Instagram mit Erklärungen an ihre Fans. Doch ihre Marke hat längst einen Kratzer abbekommen. 

Taylor Swift teilte viel aus - jetzt muss sie einstecken

Dabei war die Sängerin selbst nie ganz so unschuldig, wie ihr Image es versprach. Dazu muss man nur einen Blick auf ihre Songtexte werfen. "And she's not what you think / She's an actress, whoa /She's better known /For the things that she does /On the mattress, whoa"  - "Und sie ist nicht die, für die du sie hälst/ Sie ist eine Schauspielerin/ Die aber besser für die Dinge bekannt ist / Die sie auf einer Matratze tut",  heißt es im Swift-Song "Better than Revenge", den sie schrieb, nachdem Disney-Star Joe Jonas sie 2009 für die eher unbekannte Schauspielerin Camille Belle verließ. Taylor Swift nennt Belle zwar nicht explizit Schlampe, wie Kanye West es nun mit ihr tut - aber jeder weiß, wer und was gemeint ist.

Etwas deutlicher wurde sie in ihrem Hit "Dear John", bei dem schon allein der Titel kaum Zweifel übrig lässt, dass er an ihren Ex John Mayer gerichtet ist. "Findest du nicht, dass ich zu jung war, um zum Narren gehalten zu werden?", fragt Swift unschuldig darin und wirft dem Musiker vor, kranke Spielchen zu spielen und Frauen regelrecht auszubrennen. Die 26-Jährige teilte bisher gerne aus - einstecken möchte sie offensichtlich nicht. Klar, dass das nicht gut ankommt.

Vielen gefällt nicht, wie Taylor Swift ihren Ex Calvin Harris behandelt

Was Swifts Image gerade zusätzlich schadet, ist die Trennung von Calvin Harris. Oder vielmehr die Tatsache, dass sie ihn offenbar für Hollywoodstar Tom Hiddleston verlassen hat. Für viele ging das zu schnell. Kaum zwei Wochen nach dem Liebes-Aus mit Harris, tauchten die ersten Turtel-Bilder mit dem neuen Mann auf. Und diese nehmen gar kein Ende mehr: Italien, Australien, USA - von überall gibt es Schnappschüsse, die verdächtig nach inszenierten Kuschelrock-Albumcovern aussehen. Im Netz wurde das neue Paar mit Häme überschüttet, Zweifel an der Liaison geäußert. Dabei ist nichts passiert, was man Taylor Swift vorwerfen könnte - sie scheint aber über das Ziel hinaus geschossen zu sein. Sie, die so lange ein Gespür dafür hatte, was sie aus ihrem Leben öffentlich inszenieren sollte und was nicht, greift momentan daneben. Genau in diese öffentliche Stimmungslage spielte Kim Kardashian nun ihre Snapchat-Clips.

Als weiblicher Popstar ist das Unschulds-Image extrem wichtig

Das Erschreckende daran ist die Tatsache, dass sich Swift deshalb tatsächlich um ihre Karriere sorgen muss. Rufmord nannte sie die Snapchat-Videos von Kardashian, etwas, mit dem sich männliche Stars im Business selten rumschlagen müssen. Justin Bieber kann Konzerte abbrechen und in den sozialen Netzwerken fluchen - keiner wirft ihm vor, zickig zu sein. Mick Jagger kann auch mit 72 noch von der fünften Frau sein achtes Kind bekommen - und ihm wird gratuliert. Erfolgreiche Frauen aber gelten schnell als nervig, wie der Fall Anne Hathaway zeigte, die sich nach ihrem Oscar-Gewinn aus der hasserfüllten Öffentlichkeit zurückzog.

Es scheint immer noch so zu sein: Wenn Frauen im Showbusiness Ehrgeiz, Macht und wechselnde Partner haben, dann werden sie als zickige Schlangen abgestempelt - oder schlicht Schlampe genannt. Und das ist wirklich traurig.