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USA-Besuch: Camilla ist nicht Marie Antoinette

Wenn Könige reisen, dann selten allein: Charles und Camilla werden bei ihrem USA-Besuch von 40 Bediensteten begleitet. Unter anderem von Camillas Friseur. Dies und die Kosten der Reise erregt nun die britische Öffentlichkeit.

Mit einem Besuch am Ground Zero und einer Debatte bei den Vereinten Nationen haben Prinz Charles, 57 und seine Frau Camilla, 58, sich am Dienstag erstmals gemeinsam in den USA vorgestellt. Der einwöchige Amerikabesuch mit weiteren Stationen im Weißen Haus, New Orleans und Kalifornien ist die erste Auslandsreise des britischen Thronfolgers und seiner Frau seit ihrer Hochzeit im April.

Unmittelbar nach der Ankunft in New York legten Charles und Camilla einen Kranz für die Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001 am Ground Zero nieder. Nicht weit entfernt von dem Gelände des zerstörten World Trade Center weihten sie einen Gedenkstätte für die 67 Briten unter den knapp 2700 Toten der Terrorattacken ein. Camilla trug ein pinkfarbenes Kleid des britischen Designers Roy Allen und eine passenden Crepe-Jacke.

New Yorker von Herzlichkeit Camillas beeindruckt

Hunderte New Yorker haben die beiden in ihrer Stadt begrüßt. Dabei zeigten sich viele von ihnen überrascht von der Wärme und Herzlichkeit Camillas, die auch in der US-Presse gerne als unelegante Nachfolgerin der jungen und attraktiven Prinzessin Diana verspottet wird.

"Sie sieht viel attraktiver aus als auf den Fotos", sagte die Büroangestellte Rhonda Sherwood, die das königliche Paar bei dessen Besuch des Denkmals für die britischen Opfer der Anschläge im September 2001 beobachtete. "Sie war sehr warmherzig und freundlich. Und sie war mir sympathischer, als ich erwartet hatte", sagte die 28-jährige Grace Fonseca, die in der Nähe des Denkmals wohnt. Charles und Camilla gingen auf die Umstehenden zu, schüttelten Hände und bedankten sich für verspätete Glückwünsche zu ihrer Hochzeit.

Das Reisebudget mehr als ausgelastet

Unharmonisch geht es zu Hause in England nicht nur wegen Camillas Kleidung zu: Die britischen Medien erregen sich über die hohen Kosten der Reise. Ein Stab von 40 Bediensteten werde das Prinzenpaar begleiten, darunter Camillas Friseur Hugh Green, eine Stylistin und ein persönlicher Arzt der Königsfamilie, berichtete die Zeitung "Daily Express".

Die Herzogin von Cornwall hat nach einem Bericht des Boulevardblattes "Daily Mail" zudem 50 wertvolle Kleider und eine umfangreiche Auswahl an Designerhüten im Gepäck. Die achttägige Reise kostet den Steuerzahler nach Berechnungen des Blattes rund 250.000 Pfund, umgerechnet 370.000 Euro. "Wenn Camilla die Königin unserer Herzen werden will, sollte sie sich nicht benehmen wie Marie Antoinette", sagte ein Vertreter des britischen Bundes der Steuerzahler unter Anspielung auf die für ihren aufwändigen Lebensstil bekannte Frau des französischen Königs Ludwig XVI.

Ein Sprecher von Charles' Büro sagte, die Staatskasse übernehme nur die reinen Reisekosten. Die Kosten für Bedienstete und Garderobe finanziere der Kronprinz aus eigener Tasche.

Mit Material von DPA/Reuters / Reuters