Mit ungewohnt kritischen Äußerungen über einen Verstorbenen sorgt Regisseur Adam Marcus (58) derzeit für Aufsehen. Marcus arbeitete für den Actionthriller "Conspiracy - Die Verschwörung" (2008) mit Val Kilmer (1959-2025) zusammen und hat offenbar keine guten Erinnerungen an den Hollywoodstar, der in dem Actionstreifen einen kriegsversehrten Irak-Veteranen verkörperte, der bei der Suche nach einem verschwundenen Freund in Arizona auf eine Verschwörung stößt.
"Ich und der Trottel"
Am 31. Mai blickte der Regisseur auf Threads auf die Dreharbeiten zurück, wie "Entertainment Weekly" berichtete. Der Beitrag des 58-Jährigen ist inzwischen nicht mehr verfügbar. "#MikroIntellektMontag - damals, als ich diesem Typen Regie geführt habe. Den, der Iceman und Doc Holliday gespielt hat. Ihr wisst schon, wen ich meine. Hier sind ich und der Trottel, wie wir am Set von 'Conspiracy' zusammenarbeiten", schrieb Marcus zu einem gemeinsamen Foto vom Set.
Dass diese Aussagen für Diskussionen sorgen würden, scheint dem Regisseur bewusst gewesen zu sein. Denn er ging direkt auf mögliche Einwände zu den negativen Äußerungen über Kilmer ein, der am 1. April 2025 an einer Lungenentzündung gestorben ist. "Und an alle, die jetzt die Augen verdrehen wegen des ganzen 'Sprich nicht schlecht über Tote'-Quatsches: Scheiß drauf!'" Weiter schrieb er, wenn Kilmer "auch nur ein Zehntel von dem geleistet hätte, was er heute an meinem Set geleistet hat, wäre er im Handumdrehen gecancelt worden". Er schloss mit den Worten: "Der schlimmste Mensch, den ich je kennengelernt habe... und das will schon was heißen."
Val Kilmer hatte schwierigen Ruf
Marcus' Äußerungen scheinen freilich nicht ganz aus der Luft gegriffen. Im Laufe der Jahre hatten mehrere Filmemacher den Schauspieler öffentlich als schwierig im Umgang beschrieben. Joel Schumacher, der ihn 1995 in "Batman Forever" inszenierte, nannte ihn 1996 gegenüber "Entertainment Weekly" "kindisch und unmöglich" und einen "psychisch gestörten Menschen". Auch Regisseur John Frankenheimer erklärte nach der gemeinsamen Arbeit an "DNA - Die Insel des Dr. Moreau" (1996), er werde nie wieder mit Kilmer drehen.
Der Schauspieler selbst ging mit der Kritik offensiv um. 2003 erklärte er gegenüber "Rolling Stone": "Ich war in meiner geschäftlichen Angelegenheit nachlässig. Aber ich vertraue darauf, dass die Wahrheit die Wahrheit ist und eine Lüge eine Lüge bleibt. Frankenheimer, Gott hab ihn selig, ist verstorben, aber er war bekannt dafür, gemein zu anderen zu sein."
In dem 2021 erschienenen Dokumentarfilm "Val" reflektierte er: "Ich habe mich schlecht benommen. Ich habe mich mutig verhalten. Manchen gegenüber habe ich mich seltsam verhalten." Er leugne und bereue nichts davon, "denn ich habe Seiten an mir entdeckt und verloren, von denen ich vorher nichts wusste".