HOME

Was macht eigentlich...: Sabrina Lange

Mit kessen Sprüchen brachte die üppige Dachdeckerin vor drei Jahren frischen Wind in die erste Big Brother-Staffel. Nach 46 Tagen wurde sie aus dem Container gewählt

Zur Person:

Die heute 35-jährige Dachdeckerin aus Köln-Rodenkirchen sorgte im Sommer 2000 bei "Big Brother" mit ihrer freizügigen Art für Aufsehen und Rekordquoten, als sie vor der Kamera nackt duschte. Auch als herauskam, dass sie 350 000 Mark Schulden hatte, gab es Schlagzeilen. Nach ihrem Auszug hatte Sabrina im Gegensatz zu einigen Mitbewohnern allerdings wenig Erfolg. Sie nahm eine Party-CD mit dem Titel "Ole Ola" auf, war Promi-Kandidatin bei Quiz-Shows, arbeitete beim Radio. Ihre Boutique "Big Sister" ging Pleite. Derzeit versucht die Blonde, die in Uslar bei Göttingen lebt, im Internet-TV Karriere zu machen

Vor einigen Tagen war das Finale der vierten "Big Brother"-Staffel. Haben Sie zugeschaut?

Ich hab mir nur den Einzug ins Haus angesehen. Total hohl, Kandidaten ohne Witz und ohne Teamgeist.

Haben Sie noch Kontakt zu Ihren Container-Mitbewohnern?

Nur noch bei offiziellen Terminen wie Autogrammstunden. Einmal hatten wir Jahrestreffen, das war nett. Ich hab überlegt, ob man das nicht wiederholen sollte. Aber nach ein paar Telefonaten merkte ich, dass die anderen kein großes Interesse haben.

Wie lange hat Ihr Ruhm gehalten?

Ich werde heute noch auf der Straße angesprochen. Einmal habe ich im Schlussverkauf einen Ledermantel ergattert, da drückte mir eine Verkäuferin ihre Mitarbeiterkarte in die Hand und meinte: "Sabrinchen, wir wissen ja, dass du nicht so viel hast." Ich habe dann 20 Prozent Ermäßigung bekommen.

Sie hatten damals 350.000 Mark Schulden, weil Sie mit Ihrer Dachdeckerfirma Pleite gegangen waren.

Etwa zwei Drittel habe ich inzwischen abgestottert. Mit den meisten Gläubigern habe ich einen Vergleich geschlossen. Vielen musste ich erklären, dass ich durch "Big Brother" nicht reich geworden bin. Die einzige Möglichkeit wäre gewesen, einen bekloppten Millionär zu heiraten - der hat mir ein Vermögen geboten.

Sie hatten eher von einer großen TV-Karriere geträumt?

Ich hatte mich ja damals nicht für "Big Brother" beworben - RTL kam auf mich zu, nachdem Jona freiwillig aus dem Container gegangen war. Es war sogar die Rede von einer Moderation, mindestens einer Ko-Moderation. Das Einzige, was sie mir später angeboten haben, war "Big Diet". Aber nicht als Moderatorin, sondern zum Abnehmen.

Und das wollten Sie nicht?

Wo soll ich denn abnehmen? Ich moderiere jetzt manchmal im Radio oder trete bei Firmenpräsentationen auf. Und ich mache Internet-Fernsehen, Megastar TV. Da habe ich eine Talkshow mit Prominenten. Die erste Folge ist abgedreht. Ich spreche mit Klausjürgen Wussow über das Thema Insolvenz. Da kenne ich mich ja gut aus.

Warum haben Sie nicht gesungen wie Ihre Kollegen?

Ich habe jetzt zwar eine CD rausgebracht, "Allein sein", aber ich bin nicht Whitney Houston. Trotzdem habe ich Spaß am Singen. Ich rappe sogar ein wenig. Ich dachte erst, ich kann das nicht, aber dann haben die gesagt: "Sabrina, rappen ist einfach schnell sprechen, das machst du doch den ganzen Tag."

Im Nachhinein betrachtet: War "Big Brother" gut für Ihr Leben?

Viele Menschen sind dadurch sehr nett zu mir. Einmal vor Gericht, bei einem Versäumnisverfahren, als mich die Gegenpartei fertig machen wollte, sagte der Richter: "Sabrina ist die einzige Angeklagte, die ich nackt gesehen habe. Die kenne ich. Die sagt die Wahrheit." Mir sind fast die Tränen gekommen. Er hat mir zwar eine saftige Geldstrafe aufgebrummt, mich danach aber zum Essen eingeladen.

War es Ihnen peinlich, dass man Sie nackt unter der Dusche gezeigt hat?

Ich war enttäuscht, weil ich dachte: keine Filmaufnahmen auf dem Klo oder beim Duschen. Die von RTL waren wahrscheinlich sauer, dass ich nichts mit Jürgen angefangen habe.

Hätten Sie sich Sex im Container vorstellen können - so wie Kerstin und Alex?

Also wenn das Sex gewesen sein soll, was die beiden da hatten, dann habe ich in den sieben Wochen nichts verpasst.

Interview: Susanne Schormann

Themen in diesem Artikel