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Werbe-Klage: Sieg für Sarkozy und Bruni

Die augenzwinkernde Werbung mit Carla Bruni und dem französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy kommt Ryanair teuer zu stehen: Ein Pariser Gericht verurteilte die irische Billigairline zu 60.000 Euro Schadensersatz für Bruni und einen symbolischen Euro für Sarkozy.

Ein Pariser Gericht hat den Billigflug-Anbieter Ryanair wegen eines Werbespots mit dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy und seiner neuen Frau Carla Bruni zu einer Entschädigungszahlung verurteilt. Bruni, die 500.000 Euro verlangt habe, erhalte 60.000 Euro, berichtete der Sender France-Info. Sarkozy bekomme wie gewünscht einen symbolischen Euro. Das Paar hatte wegen Verletzung des Rechts am eigenen Bild geklagt.

Die Annonce war am Montag vergangener Woche in "Le Parisien" erschienen, die Verbreitung über das Internet war enorm. Unter der Überschrift "Ryanair: Für alle Gelegenheiten" waren Bruni und Sarkozy mit breitem Lächeln zu sehen. Über Brunis Kopf eine Sprechblase: "Mit Ryanair kann meine ganze Familie zu meiner Hochzeit kommen." Für Ryanair ist das Urteil "befriedigend", wie Sprecher Peter Sherrard kommentierte. Sarkozy und Bruni hatten getrennt geklagt, die beiden Klagen wurden aber gemeinsam verhandelt.

Die Airline will sogar noch 60.000 Euro für Wohltätigkeitsorganisationen nach Sarkozys Wahl drauflegen. Als Grund nannte Sherrard "die außergewöhnliche weltweite Publicity, die uns die einmalige Anzeige beschwert hat". Ryanair hatte sich bereits in einem Brief beim Präsidenten und bei Bruni entschuldigt und zugesagt, die Annonce kein zweites Mal zu schalten. Diese sei ein lustiger Kommentar zu einer Angelegenheit von großem öffentlichen Interesse in Frankreich gewesen. Die Spekulationen über eine Hochzeit der beiden hatte wochenlang die französische Presse beherrscht, am Samstag gaben sie sich schließlich in einer diskreten Zeremonie im Élysée-Palast das Ja-Wort.

Neue Bücher über Bruni enthüllen delikate Details

Unterdessen erscheinen in Frankreich innerhalb weniger Tage gleich drei Bücher über die italienische Sängerin, die nur wenige Monate nach Sarkozys Scheidung zur Ersten Dame Frankreichs geworden ist. Sie enthalten amüsante Details über den Beginn der Beziehung der beiden. Bruni habe Sarkozy bereits am ersten Abend ihrer Begegnung angeboten, auf einen Kaffee mit in ihre Wohnung zu kommen. Dies habe Sarkozy mit der Bemerkung abgelehnt: "Am ersten Abend nie."

Anfang Dezember habe ihr Sarkozy ein Ultimatum gestellt, sie müsse bis Ende des Jahres entscheiden, ob sie ihn heirate. "Ich sitze protokollarisch dick im Mist", schrieb er in einer SMS. Bruni wird ihrerseits in einem der Bücher mit den Worten zitiert: "Ich möchte einen Mann, der die Nuklearmacht hat."

DPA/AP / AP / DPA