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Tabuthema Menstruation "Lasst uns übers Bluten sprechen" – Model provoziert mit großer Damenbinde in Slip

Sehen Sie im Video: "Lasst uns übers Bluten sprechen" – Model provoziert mit großer Damenbinde in Slip.






Normalerweise postet Curvy Model Jessica Megan auf Instagram Fotos von sich in sexy Dessous. Dahinter stecken meist bezahlte Partnerschaften mit verschiedenen Labels. Doch mit diesem Foto sorgte die Engländerin Anfang Januar für viel Aufmerksamkeit. Dieses Mal macht sie keine Werbung für Unterwäsche, sondern für Menstruationsprodukte. Inzwischen hat das Foto von Jessica im transparenten Panty und der deutlich sichtbaren Damenbinde mehr als 60.000 Likes.  
 „Ich wollte beide Seiten zeigen, weil ich mir dachte, es ist interessant, wie oft die Gesellschaft von Frauen erwartet, dass sie sich sexuell zeigen, aber wir müssen diesen großen Aspekt, diesen großen Teil von uns selbst, verbergen, was absolut etwas ist, was uns jeden Monat passiert. Und natürlich werden die Leute immer Dinge sagen wie: Wir wissen, was passiert. Müssen wir darüber reden? Ja, tun wir. Das müssen wir absolut. Dies ist ein großes Problem. Wir müssen darüber reden, weil es den Leuten immer noch peinlich ist. Warum nur?“ 
Weiter im Interview erklärt sie, dass sie sich in ihrer Schulzeit selbst oft schämte, wenn sie ihre Periode hatte. 
 “Früher habe ich Binden hoch in meinen Ärmel oder in meinen BH gestopft, wenn ich damit auf die Toilette ging.„ 
Dieses Schamgefühl entsteht, weil die Menstruation in der Gesellschaft oft tabuisiert wird. Selbst in der Werbung wird die Blutung mit einer blauen Flüssigkeit dargestellt. Binden sollen “frisch” halten und die Frau sich “sorgenfrei” fühlen als wären die monatlichen Blutungen unrein oder belastend, obwohl sie doch ganz natürlich sind.  
 „Unternehmen für Periodenprodukte spielen eine große Rolle bei der Normalisierung von Menstruation. Denn sie haben das Geld und die Macht, diese Werbung auf Werbetafeln und in Fernsehwerbung zu platzieren. Und am Ende des Tages, wenn sie es zum ersten Mal tun, werden sie einige Kontroversen bekommen, was wahrscheinlich gut für sie ist. Richtiges Marketing. Aber irgendwann wird es einfach normal. Einige Leute werden es nicht einmal wirklich bemerken. Sie spielen also eine große Rolle." 
Dass Werbung für Damenhygiene auch anders geht, zeigt zum Beispiel auch dieser Spot. Auf originelle Art normalisiert er das weibliche Geschlecht. Genau wie das Foto von Influencerin Jessica Megan.  
„Ich denke, solche Fotos müssen gesehen werden. Nicht jeder wird sie zuerst mögen. So ist das eben, nicht wahr? Am Ende des Tages, wenn Sie das erste Mal etwas sehen, das Sie nicht oft sehen, dann macht es etwas mit ihrem Denken. Normalerweise sehe ich das nicht. Aber sobald die Leute etwas mehr und mehr sehen, wird es ihre Meinung ändern. Ich hoffe, dass Marken anfangen werden, all dies umzusetzen und anfangen, ehrlicher darüber zu sein, was es heißt, eine Periode zu haben. Reden wir über Blutgerinnung. Sprechen wir über freies Bluten. Lass uns darüber reden, deine Hose mit Blut zu tränken. Lassen Sie uns über diese Dinge sprechen, denn das gehört zur Realität einer Frau und dazu, eine Periode zu haben.” 
Durch Posts wie diese wird die Menstruation also mehr und mehr enttabuisiert. So ist das Thema inzwischen auch in der Politik angekommen. Seit Januar 2020 gibt es keine Luxussteuer mehr auf Periodenprodukte. Und zumindest wird gesellschaftlich darüber debattiert, ob es Tampons, Binden und Co. kostenlos auf öffentlichen Toiletten geben sollte.
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Curvy Model Jessica Megan postet ein Instagram-Foto, das sie mit einer sichtbar großen Damenbinde zeigt – und sorgt damit für viel Aufregung in den Sozialen Medien. Nun hat sie im stern-Interview erklärt, was sie damit erreichen möchte.

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