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Neue Schönheitskönigin: Älteste "Miss Germany" aller Zeiten: Nadine Berneis jagt Verbrecher im Internet

Polizistin als Schönheitskönigin: Nadine Berneis ist in Rust zur "Miss Germany 2019" gewählt worden. Ihre Wahl war gleich in mehrfacher Hinsicht eine Premiere.

Miss Baden-Württemberg, Nadine Berneis aus Stuttgart, nach ihrer Kürung zur "Miss Germany 2019" im Europa-Park Rust

Miss Baden-Württemberg, Nadine Berneis aus Stuttgart, nach ihrer Kürung zur "Miss Germany 2019" im Europa-Park Rust

DPA

Die Polizeibeamtin Nadine Berneis aus Stuttgart ist die neue "Miss Germany". Die 28-Jährige setzte sich bei der Wahl in der Nacht zum Sonntag im Europa-Park in Rust bei Freiburg gegen 15 Konkurrentinnen im Alter von 19 Jahren bis 28 Jahren durch. "Es geht ein Traum für mich in Erfüllung", sagte sie nach der Wahl. Sie werde sich als Polizistin für ein Jahr beurlauben lassen und sich in dieser Zeit auf die Tätigkeit als Schönheitskönigin konzentrieren.

Älteste "Miss Germany", die je gewählt wurde

Berneis, die in einem Polizeirevier in der Stuttgarter Innenstadt als Ermittlerin gegen Internetkriminalität arbeitet, ist laut dem Veranstalter des Wettbewerbs die älteste "Miss Germany", die je gewählt wurde, und die erste Polizistin. "Und die erste mit Zahnlücke", sagte die 28-Jährige nach ihrem Sieg und zeigte ihr Lächeln.

Die Lücke ist für Berneis kein Problem mehr. Das sei allerdings nicht immer so gewesen, erzählt sie: "Ich habe früher sehr unter ihr gelitten und habe auch nie gelacht. Mein Selbstbewusstsein war früher nicht sonderlich groß." Als sie 18 wurde, habe sie drei Jahre lang eine Zahnspange getragen, die Zahnlücke sei so verschwunden. "Aber ich habe dann nicht zuverlässig die Nachspange getragen. Plötzlich war die Lücke wieder da." Heute stehe sie dazu - und werde häufig auf die Zahnlücke angesprochen.

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Das baden-württembergische Innenministerium gratulierte der Siegerin am Sonntag. Der Polizeiberuf sei "nicht nur vielfältig und interessant, sondern auch attraktiv", schrieb das Ministerium in einem Tweet.

Jury-Mitglied Bosbach schwärmt von Nadine Berneis

Die junge Frau mit blonden Haaren und blauen Augen erhielt für ihren Sieg neben der Krone unter anderem ein Auto für ein Jahr, ein Bett, Kleider sowie Reisen. Sie war im vergangenen Oktober "Miss Baden-Württemberg" geworden und hatte sich so für die bundesweite Wahl qualifiziert. Ihre Amtszeit als "Miss Germany" beträgt ein Jahr.

Die 16 "Miss Germany"-Finalistinnen präsentierten sich bei der Wahl einer Jury im Abendkleid und in Freizeitmode. Vorstellungsrunden im Bikini oder in anderer Bademode gab es in diesem Jahr erstmals nicht. "Sie passen nicht mehr in die Zeit", sagte Organisator Max Klemmer. Sie gehörten der Vergangenheit an. "Wir wollen mehr Miss". Die Frauen sollen bei dem Wettbewerb mehr zu Wort kommen und nicht allein auf das Aussehen beschränkt sein.

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Gewählt wurde "Miss Germany" von einer Jury. Ihr gehörten Popsängerin Sarah Lombardi, der frühere CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach, Stylist Boris Entrup und die britische Tänzerin Nikeata Thompson ("Germany's Next Topmodel") an. "Es war neben Ausstrahlung und Aussehen am Ende die Lebenserfahrung, die überzeugt hat", sagte Bosbach. "Sie ist eine Frau, die mitten im Leben steht." Und sie sei mit ihren 1,81 Metern Körpergröße "eine beeindruckende Erscheinung". Vize-Königin wurde die Studentin Pricilla Klein (23) aus Hamburg, Drittplatzierte die 22 Jahre alte Studentin Anastasia Aksak aus Leipzig in Sachsen.

"Miss Germany" ist dem Veranstalter zufolge der älteste und bedeutendste Schönheitswettbewerb in Deutschland, es gibt ihn seit 1927. Gewählt wird jährlich. Im Vorfeld der diesjährigen Wahl hat es den Angaben zufolge deutschlandweit 104 Vorwahlen und insgesamt mehr als 9500 Bewerberinnen gegeben.

Mit Berneis bleibt die Siegerkrone in Stuttgart. Vor einem Jahr wurde die ebenfalls in Stuttgart lebende Studentin Anahita Rehbein (24) "Miss Germany". Mit der Wahl der Nachfolgerin endete Rehbeins Amtszeit, sie musste Titel und Siegerkrone nun weitergeben.

Sarah Rose Summers
mad / DPA
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