"Wonderbra" Hundert Träger für die Trägerin


Der erste "Wonderbra" löste vor mehr als zehn Jahren einen Hype aus. Jetzt ist es vielleicht wieder so weit. Der neue "Multiplunge Bra" beschäftigt sich allerdings nicht mit Polstern, sondern mit Trägern. Auf hundert verschiedene Arten.

Schon damals war er revolutionär: Der erste Push-up-BH, den der amerikanische Großkonzern Sara Lee 1994 auf den Markt brachte, löste einen Hype in der Büstenhalterwelt aus. Die damals noch unbekannte Eva Herzigova lächelte wohlgerundet von Werbepostern, in den Kaufhäusern stürmten Frauen die Wäscheabteilungen. Eben noch Durchschnittsbusen, jetzt Körbchengröße C. Und das ohne Skalpell! Der "Wonderbra" war geboren.

Je größer die Kissen, desto stärker der Effekt. Halbmondförmige Polsterungen aus Schaumstoff oder Silikon betonen die weiblichen Attribute. "Der Wonderbra ist wie eine Umarmung der Brüste, und plötzlich sehen alle Kleider fantastisch aus", sagt das zweite Wonderbra-Model Adriana Karembeu.

Von androgyn zu kurvig

Doch seinen Erfolg hat der Wonderbra nicht allein seinem femininen Look zu verdanken. In den Sechzigern und Siebzigern war der unter modernen Frauen nämlich verpönt: Androgyne Emanzen verbrannten öffentlich das Martyrium Büstenhalter als Symbol der Unterdrückung. In den Neunzigern wandelte sich das Frauenbild - zugunsten kurviger Supermodels wie Claudia Schiffer und Cindy Crawford.

Doch die Evolution des BHs ist keinesfalls abgeschlossen. Jetzt hat die Firma Wonderbra, Teil der Sara Lee Corporation, ein neues Model vorgestellt, das verdächtig nach einem Geniestreich aussieht: den "Multiplunge Bra". Hundert Models posierten in der Londoner National Portrait Gallery mit schwarzen Körbchen.

Der Clou sind diesmal allerdings nicht die Polster, sondern die Träger. Die lassen sich nämlich auf (fast) hundert Arten verstellen, verknoten und verstricken. Damit die Frau selbst entscheiden kann, wann ihre Träger Blicke fangen.

son

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