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Dita von Teese: Porno-Skandal wird zum Skandälchen

Die Pornovergangenheit von Dita von Teese sei ein "Schlag für Wonderbra", will die britische Tageszeitung "The Sun" jetzt aufgedeckt haben. In Wahrheit scheint der Unterwäschefirma die Aufregung um seinen neuen Werbestar gar nicht so unrecht zu sein - der Fall Kate Moss lässt grüßen.

Von Jens Maier

Die Filme heißen "Decadence" und "Pin-Ups 2" und stammen von Pornoregisseur Andrew Blake. Dita von Teese - Pin-up-Girl, Stripperin und Ex-Frau von Skandal-Rocker Marilyn Manson - ist dort in lesbischen Szenen und bei gemeinsamen Dildospielen mit Porno-Ikone Anita Blond zu sehen. "Ein Skandal", findet die britische Tageszeitung "The Sun" und rühmt sich damit, die Pornovergangenheit von Teeses jetzt aufgedeckt zu haben. Es gibt nur ein Problem: die war längst bekannt.

Nicht mal unter Pseudonym ist sie in der Filmdatenbank "Imdb.com" gelistet: Wer "Decadence" oder "Pin-Ups 2" eingibt, bekommt "Dita von Teese" als eine der Hauptdarstellerinnen ausgespuckt. Dabei hätte es sogar genügt, ihren richtigen Namen zu verwenden, um das Mitwirken von Teeses zu vertuschen. Denn der lautet in Wahrheit Heather Sweet und ist nur Wenigen bekannt. Auch in der Online-Enzyklopädie Wikipedia findet sich Eindeutiges: "in mehreren B-Movies und Pornofilmen" sei sie als Darstellerin aufgetreten, ist dort zu lesen.

Die "Sun" hat geschrieben, was ohnehin schon jeder wusste. Offenbar auch die Unterwäschefirma "Wonderbra", bei der von Teese seit März unter Vertrag steht. Für den BH-Hersteller hat die 35-Jährige eine eigene Kollektion herausgebracht, die in limitierter Auflage in Großbritannien und den USA zu kaufen ist: "Wonderbra by Dita von Teese". Es sei "ein Schlag" für "Wonderbra", dass nun die Pornofilme aufgetaucht seien, weiß die "Sun" zu berichten.

Das Gegenteil ist offenbar der Fall. Wie stern.de aus Unternehmenskreisen erfuhr, wurde von Teese gerade wegen ihres "provokanten und sexy" Images ausgewählt. Deswegen ist es auch äußerst unwahrscheinlich, dass "Wonderbra" nichts über von Teeses Porno-Vergangenheit gewusst hat. Ihre Profession als Striptease-Tänzerin und Nacktmodel für den "Playboy" war schließlich auch kein Hinderungsgrund für einen Werbevertrag.

Wie hoch sich die Werbedotierung beläuft, darüber schweigt sich "Wonderbra" aus. Die Werbeabteilung dürfte sich aber ins Fäustchen lachen: Der Wert Dita von Teeses hat sich seit der "Skandal"-Nachricht in der "Sun" schlagartig erhöht. Wir erinnern uns: Als ein Kokain-Foto von Kate Moss 2005 um die Welt ging, kündigten Mode-Kette "H&M", Designer "Burberry" und Kosmetik-Firma "Rimmel" schlagartig ihre Verträge mit dem Model, nur um sie ein halbes Jahr zu höheren Preisen zurückzunehmen. Diesen Fehler hat "Wonderbra" nicht gemacht.