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Bier-Store: Ein Prosit dem Designerkleid

In Deutschland kümmern sich vor allem Bier- und Champagnerfirmen um den Designernachwuchs. Die Bierbrauer von "Beck's" haben jetzt ihren ersten Fashion-Store in Berlin-Mitte eröffnet. Und wollen sich damit ein prickelndes Image verschaffen.

Von Viola Keeve

Nachtblauer Samt für den Hosenanzug, das geraffte Abendkleid, weiße Seidenblusen mit Kordeln oder schwere Wollmantel, die an die dunklen Straßen Moskaus erinnern: So elegant sieht sie aus, die neue Kollektion des Labels "Pulver" zum berühmten Roman von Michail Bulgakow, "Der Meister und Margarita". Die vier Berliner Designerinnen, die sich hinter dem Label verbergen und derzeit die klügste, kühlste und poetischste Mode der Hauptstadt entwerfen, haben sich von dem Bestseller aus den 30er Jahren inspirieren lassen. Ein Werk über Kunst und Künstler, über Gewalt, Vergebung und Erlösung, eine satirische Abrechnung mit der starren Bürokratie der atheistischen Sowjetunion.

Dass das auch noch gut und nicht albern aussieht, dafür sind Elisabeth Schotte, Franziska Schreiber, Therese Pfeil und Franziska Piefke bekannt, vor allem im Ausland. In Paris, Japan, Hongkong oder New York verkaufen sie ihre Kleider. Ihre Mode ist immer aufregend, mal führen sie Aschenputtel und seine Kleider in einem Hotelzimmer auf, mal setzen sie auch die eigene Mutter in den Kleidern einer Marie Curie ins Berliner Naturkundemuseum zwischen glitzernde Steine. Oder sie weben Mäntel aus Wolle, die im Dunkeln leuchten, schillernd, fluoreszierend. Mut gehört dazu, nun auch noch Mode für den "Ball mit dem Satan" zu schneidern wie bei "Margaritha and the master" - aber auch ein finanzkräftiger Sponsor.

Geldgeber kann man sich nicht aussuchen

Im ersten Moment fällt einem nicht sofort dazu ein goldenes Mädchenbier ein, eher ein schweres Glas Rotwein. Aber Geldgeber kann man sich nicht aussuchen - nicht in Deutschland. Und erst recht nicht im armen, aber ach so sinnlichen Berlin, das seinem Designer-Nachwuchs nicht wie in Frankreich oder in Großbritannien auch finanziell unter die Arme greift. Hierzulande heißen die Mode-Mäzene eben "Beck's" und "Moet & Chandon", die sich damit ein junges, prickelndes Image verschaffen. Beide vergeben zwar keine Geldpreise, dafür aber organisieren sie die wichtigsten Talent-Wettbewerbe des Landes, die aus dem Meer der zahllosen Kreativen die wenigen Stars von morgen küren.

Die Erfolgsgeschichte von "Pulver" spricht für sich: Das Label nahm wie Kaviar Gauche, deren Lamellen-Taschen inzwischen auch am Arm von Paris Hilton baumeln, im Juli 2004 an der "Beck´s Fashion Experience" teil, die seit ein paar Jahren ins coole, leicht morbide E-Werk in Berlin gezogen ist. Dort sitzen dann immer im Januar Einkäufer aus Mailand, Headhunter, Modekritiker und ein paar Promis in den ersten Reihen.

"Deutschland hat kein modisches Selbstvertrauen"

Doch oft gelten die jungen Modemacher erst etwas, wenn sie wie C. Neeon Erfolg im Ausland hatten. "Deutschland hat kein modisches Selbstvertrauen", sagt Clara Leskovar von C. Neeon. Das Designer-Duo ("C" steht für Clara, "Neeon" ist der Spitzname von Doreen Schulz) nahm im Januar 2004 an der ersten "Beck's"-Schau in Berlin teil. Danach gab es den begehrten Nachwuchspreis des "Festival International de Mode et de Photographie" in Hyères, einer Hafenstadt in der Provence, der in der Branche als internationales Sprungbrett gilt. Die Franzosen begeisterte ihr ungewöhnlicher "Bauhaus-Stil". Kurz darauf folgte ihre erste Schau auf der Londoner Fashion Week. Ohne die Unterstützung der Brauerei aber wären die erste Schritte auf dem Designer-Parkett schon mühsamer gewesen.

Sicher gibt es noch andere Sponsoren, die von sich reden machen, einige eher etwas unglücklich - so die Firma Electrolux, die Models in Kleidern der Modeschule Esmod zwischen weiß verhüllte, bunt designte Kühlschränke in den Galerien Lafayettes platzierte. Oder Ariel und Siemens, die mit dem "Washcouture Fashion Design Award" zeigen wollten, dass Edles vom Catwalk auch in die heimische Trommel passt. Neben MTV Designerama hat bisher eigentlich nur die Welthungerhilfe mit ihren "WeltGewändern" einen ernstzunehmenden Nachwuchswettbewerb gestartet. Der Rest übernehmen Bier- und Schampus-Riesen.

Ein bisschen Schmuck von Patricia Field

Bei "Beck's" begann alles 2003 mit dem Umzug der Modemesse Bread and Butter nach Berlin. Die Brauerei wollte sie unterstützen und gleichzeitig ihr neues Mildbier "Beck's Gold" in der Szene etablieren. Nach einem T-Shirt-Wettbewerb suchte sie nach einer Jury aus Fachleuten, die die Stars von morgen auswählen. "Wir sind natürlich keine Experten, die brauchen wir aber, um in der Branche glaubwürdig zu sein", sagt PR-Chef Michael Hoffmann. Und deshalb kommt zur Einweihung der ersten "Beck's"-Boutique in der Alten Schönhauser Straße 48 auch der Wahl-Londoner und Designer Markus Lupfer, der seine Mode im neuen Bier-Salon verkaufen wird, genau wie "Sex and the City"-Stylistin Patricia Field aus New York ihre neue Accessoire-Linie. Vor allem aber hängt hier bis zum 31. Mai junge deutsche Mode, nicht nur von Pulver, sondern auch vom Neuling der letzten Schau, von "q.e.d" aus Berlin.

In der Schweiz läuft Mode-Talent-Förderung anders. Dort spendiert die heimische Textilbranche den "Gwand-Preis" im Wert von satten 100.000 Euro, von dem sich Raf Simons, der heute für Jil Sander entwirft, seine erste eigene Kollektion leisten konnte. In Frankreich unterstützt der Staat mit Andam (Association nationale des arts de la mode) seine Hoffnungsträger, aber auch der Luxuskonzern LMVH engagiert sich. In London können Design-Talente sogar ihre erste Kollektion für die Billigkette Top Shop, das britische H&M, schneidern.

Kein offenes Bier in der Hand

Immerhin aber zieht auch in Deutschland langsam Hoffnung auf. Der Berliner Senat nimmt im Sommer zum ersten Mal eine halbe Million Euro in die Hand, um junge Modemacher zu fördern, in Kooperation mit der Mercedes-Benz Fashion Week, die am 12. bis 15. Juli erstmals nach Berlin kommt. Gemunktelt wird in der Branche, selbst Zac Posen, John Galliano und Vivienne Westwood würden neben Hugo Boss vor dem Brandenburger Tor zeigen. Der Veranstalter IMG, der die Mercedes Benz Fashion Week schon in New York und Miami ausrichtet, hat das allerdings noch nicht bestätigt.

Bis dahin muss erst einmal der Sex-Appeal einer kulleräugigen Puppe reichen (www.blythedoll.com), die vom 4. bis 28. April in den Galeries Lafayettes Mode von Lacroix, Dolce & Gabbana, Versace, Kaviar Gauche, C. Neeon, Fiona Bennett und Vivienne Westwood zeigt. Das japanische Kultmodel trägt viel Kopf, Haar und Augen, kaum Rumpf, - und, sehr untypisch für Berlin, auch kein offenes Bier in der Hand.

Mitarbeit: Janine Uter
Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.