HOME

Luxuslabel: Gucci verzichtet künftig auf Pelz

Jahrelang zeigte das italienische Modehaus Gucci Entwürfe mit Echtpelz auf den Laufstegen. Damit ist nun Schluss: Ab kommendem Jahr sollen keine Tierfelle mehr verarbeitet werden.

Gucci

Eine Pelzjacke aus der Gucci Herbst-Winter-Kollektion 2003 /2004

Das italienische Luxusmodehaus verbannt Pelzmode aus seinem Sortiment. Der Verzicht auf die Verarbeitung von Tierfellen werde ab der kommenden Frühjahrskollektion gelten, kündigte Gucci-Chef Marco Bizzarri am Mittwochabend in London an. Die Altbestände an Pelzmode sollten auf einer Wohltätigkeitsauktion versteigert werden, der Erlös werde an die Tierschutzorganisationen Humane Society International und LAV gespendet.

Bei der jüngsten Präsentation während der Modewoche in Mailand waren noch zahlreiche Models in Echtpelz-Mänteln auf dem Laufsteg zu sehen.

Gucci wolle mit dem Pelzverzicht demonstrieren, "dass Nachhaltigkeit ein Kernbestand unseres Geschäfts" sei, sagte Bizzarri. Der Luxuskonzern werde zudem der Fur Free Alliance beitreten - einer Gruppierung aus mehr als 40 Organisationen, die für Tierrechte und für Alternativen zur Pelzverarbeitung in der Modebranche eintreten.

"Der Pelzverzicht von Gucci ist bahnbrechend"

Tierschützer zeigten sich erfreut über die Entscheidung. Dass der renommierte italienische Konzern auf verzichte, werde "in der gesamten Modewelt Wellen schlagen", erklärte die Präsidentin der Humane Society International, Kitty Block. "Der Pelzverzicht von Gucci ist wirklich bahnbrechend."

Im vergangenen Jahr hatte bereits das Armani angekündigt, keine Pelze mehr zu verarbeiten. Labels wie Hugo Boss, Tommy Hilfinger und Ralph Lauren verzichten schon seit längerem auf Pelz. Völlig ohne tierische Produkte arbeitet hingegen die britische Designerin Stella McCartney.

Die Wende bei Gucci kommt unter dem neuen Chefdesigner Alessandro Michele, der das Modehaus im Januar 2015 übernahm und zu einer der angesagtesten Marken der Branche formte.

jum/AFP