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Mager-Models: Schinken gegen zu wenig Speck

Die Stylistin Raffaella Curiel hat bei den Alta-Moda-Tagen in Rom 15 Models nach Hause geschickt. Der Grund: Sie waren zu dünn. Eine der jungen Frauen sei vor lauter Hunger ohnmächtig geworden - und hat erstmal ein Schinkenbrötchen bekommen.

Das Thema "magere Models" hat bei den Alta-Moda-Tagen in Rom wieder einmal für Wirbel gesorgt: Die Mailänder Stylistin Raffaella Curiel schickte 15 Mannequins nach Hause, weil sie zu dünn für ihre Kreationen waren.

"Ich hatte die Agenturen extra gebeten, mir keine Models mit anormalen Maßen zu schicken. Leider musste ich dann doch viele entlassen, die wesentlich kleinere Größen als 36 trugen." Eine der jungen Frauen sei vor lauter Hunger ohnmächtig geworden. "Der habe ich erstmal ein Schinkenbrötchen gegeben", sagte Curiel. Ende vergangenen Jahres war von Politikern und Modeverbänden des Landes ein "Anti-Magersucht-Kodex" beschlossen worden.

Auf den Spuren Marcel Prousts

Bei ihrer Schau im prächtigen Palazzo Valentini im Zentrum von Rom zeigte die Modeschöpferin elegante Abendroben, Tailleurs, Blusen und Mäntel aus antiker Spitze und edlen Stoffen ganz im Stil von Marcel Prousts berühmtem Werk "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit".

Die kunstvollen Kreationen waren teils sogar mit antiken Knöpfen versehen und aus historischen Stoffen genäht. "Wohl kein Erzähler des 20. Jahrhunderts hat so wunderbar Mode beschrieben", meinte Curiel zu ihrem Defilee.

Von Edith Piaf inspiriert

Der Jungdesigner Ettore Bilotta entzückte die Damen mit seiner von der Sängerin Edith Piaf inspirierten Schau: Er zeigte unter anderem kurze Kaschmirmäntel, geradlinige, taillierte Kleidchen im Stil der 50er Jahre und kostbare Abendkleider aus Satin und Pailletten in zarten Farben.

Besonderen Beifall erhielten die indischen Stylistinnen Pria Kataria Puri und Neeta Lulla, die erstmals in der Ewigen Stadt dabei waren. Letztere verstand ihr Defilee als Protest gegen die indische Praxis der selektiven Abtreibungen: Sie zeigte eine Kollektion kostbarer Roben, in der sie Erdfarben und Olivgrün mit poppigem Rosa und Safrangelb symbolisch kombinierte. Am Mittwoch standen noch die Schauen von Tony Ward und Lorenzo Riva auf dem Programm. Die Alta-Moda Tage gehen am Donnerstag zu Ende.

DPA / DPA
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