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Abgepackter Schinken: Finger weg von Kochschinken aus dem Discounter – was die Hersteller verschweigen

Für weniger als einen Euro bekommt man schon 100 Gramm Kochschinken im Supermarkt oder Discounter. Die Sendung "Markt" hat sich den mal genauer angesehen und Erschreckendes festgestellt.

Kochschinken

Abgepackter Kochschinken - zusammengebaut und voll von Phosphaten

In vielen kleinen Metzgereien Italiens wird frisch von der Keule geschnitten, egal ob roher oder Kochschinken. Bei uns gibt es den vermeintlichen Kochschinken schon für weniger als einen Euro. Abgepackt, in der 100-Gramm-Plastikverpackung. Aber wird der auch von einer einzigen Schweinekeule abgeschnitten? Nein. Das hat die Verbrauchersendung "Markt" im NDR in der gestrigen Folge herausgefunden.

Meist wird Schinken eben nicht von der Keule abgeschnitten, sondern aus vielen Schinkenstücken zusammengefügt. Eigentlich muss das auch auf der Verpackung stehen. Das tut es aber oft nicht. Eigentlich ein Skandal!

Natürlich ist Schinken teurer, wenn er handgemacht ist und aus nur einer einzelnen Keule von einem Tier besteht. Die günstigere Variante, die sich oft hinter vermeintlichen Angeboten versteckt, ist der Schinken, bei dem einzelne Teile von Hand in Formen gelegt werden. Optimisten könnten nun sagen, dass der schließlich auch handgemacht ist. Diesen Schinken erkennt man übrigens an Bezeichnungen wie Metzgerschinken, Fleischerschinken oder Meisterschinken.

Es geht aber noch billiger: die sogenannte Slicer-Ware. 100 Gramm davon kosten nur um die 58 Cent. Darin sind viele kleine Stücke Fleisch verschiedener , die in Kunstdärme gefüllt und darin gegart werden. Sie erhalten den Zusatz "Aus Schinkenstücken zusammengesetzt".

Verbrauchertäuschung und vollgepackt mit Zusatzstoffen

Unerfreulicherweise stehen diese Bezeichnungen selten darauf. In einer Stichprobe von "Markt" bei Aldi, Edeka, Lidl und Rewe trug keines der gekauften Produkte in Slicer-Qualität den eigentlich vorgeschriebenen Hinweis. Auf Nachfrage redeten sich die Supermärkte und Discounter damit heraus, dass der Verbraucher ja wissen müsste, dass Schinkenstücke zusammengefügt werden, wenn nichts weiter draufsteht. Die "Ausrede" ist aber alles andere als erlaubt. Streng genommen dürften die Produkte gar nicht verkauft werden.

Was noch hinzukommt: Alle abgepackten Schinken waren voll vom Zusatzstoff Phosphat. Der ist unter Umständen für die Entstehung von Osteoporose und Gefäßverkalkung verantwortlich.

Die ganze Sendung können Sie hier sehen!

 

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