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Mailänder Herrenmode: Cowboys statt Soldaten geben den Ton an

Geht es nach dem Willen von Gucci-Designer Tom Ford, wird Gitte Hennings Traum vom "Cowboy als Mann" im nächsten Jahr wahr: Der Western-Look kommt zurück.

Der Krieg ist vorbei und auch die Mode legt die "Waffen" nieder. Dem Military-Trend, der in diesem Sommer das Straßenbild prägt, geben die Designer im nächsten Jahr keine Chance mehr. Auf den Mailänder Männerdefilees Frühjahr/Sommer 2004 dominieren leichte Materialien, ein lässiger Look und wieder einmal Streifen.

Tom Ford schwelgt im Cowboy-Look

Als sehr patriotisch stuften viele Besucher den von Gucci-Designer Tom Ford vorgeführten Cowboy Look ein. Ford hingegen sagte, er habe sich an sich selbst inspiriert. Der Modeschöpfer ist gebürtiger Texaner und schwelgte ganz im Western-Gefühl seiner Heimat. Hemden, Blousons und Sakkos erhalten an der Schulterpartei den Cowboy-typischen Satteleinsatz, der aus Lederfragmenten besteht. Dazu werden Jeans oder weiße Baumwollhosen getragen, die über die markanten, oft aus Krokodilleder gefertigten Stiefel, fallen. Statt Krawatten gibt es ein Halstuch. Ein Cowboyhut rundet das Bild ab.

Bei Ferré dominiert schwarz-weiß

Gianfranco Ferré zeigt Volumen und klare Kontraste. Seine Vorliebe für schwarz-weiß äußert sich in der neuen Kollektion in vielen Pepita-, Glencheck-, und Hahnentrittmustern. Über den weißen Hosen liegt oft ein aus zwei Riemen zusammengefasster schwarzer Gürtel. Zu den Cargo-Modellen mit einer Vielzahl aufgesetzter Taschen wählt Ferré Leinen-Sakkos oder Lederblousons mit appliziertem "F"- Initial. Seine Hemden erhalten zuweilen Loch-Stickereien.

Generationswechsel bei Calvin Klein

Bei Calvin Klein vollzog sich indes ein Generationswechsel. Klein selbst nahm im Zuschauerraum Platz, sein Designer Italo Zucchelli dafür den Schlussapplaus entgegen. Schmal geschnittene Anzüge mit Einknopf-Sakkos, eng am Körper liegende Trägershirts, Leder und Jeans begleiten den Mann im kommenden Sommer. Die Hemden mit ihren aufgesetzten Brusttaschen und den Druckknöpfen aus Perlmutt streifen das Western-Thema.

Hot Pants bei Fendi

Bei Fendi wirkt das geflochtene Wildleder aus der Ferne wie Stoff, daraus entstehen Trenchcoats und Blousons. Helle Farben mit einigen leuchtenden Akzenten bestimmten die Optik der vorgeführten Kollektion. Unter dem Sakko werden tief ausgeschnittene Tops getragen, die nicht selten perforiert sind. Und die Shorts erreichen bei Fendi Hot-Pants-Kürze.

Die "Milano Moda Uomo" findet am Donnerstag mit dem Defilee von Giorgio Armani ihren Abschluss.