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Nach acht Jahren an der Spitze: Designerin Frida Giannini verlässt Gucci

Paukenschlag bei einer der ganz großen Luxusmarken: Chefesignerin Frida Giannini und ihr Mann, Geschäftsführer Patrizio di Marco, verlassen das Label Gucci.

Frida Giannini (l.) kam 2006 zu Gucci und machte das Label vor allem bei Promis - hier mit Sängerin Beyoncé - zur angesagten Modemarke

Frida Giannini (l.) kam 2006 zu Gucci und machte das Label vor allem bei Promis - hier mit Sängerin Beyoncé - zur angesagten Modemarke

Der italienische Mode- und Accessoires-Hersteller Gucci erhält mit dem Jahreswechsel einen neuen Chef und dann auch einen neuen Kreativdirektor. Chefdesignerin Frida Giannini und ihr Mann, Geschäftsführer Patrizio di Marco, verlassen das Luxuslabel.

Der französische Gucci-Mutterkonzern Kering teilte in Paris mit, dass der zurücktretende Patrizio di Marco von Marco Bizzarri abgelöst wird. Di Marco hat mehr als 13 Jahre für Kering gearbeitet. Bizzarri leitet seit April dieses Jahres die Kering-Sparte "Luxus - Couture und Lederwaren".

Kreativdirektorin Giannini geht nach der Präsentation der Herbst-Winter-Kollektion am 25. Februar 2015. Wer ihr nachfolgt, ist noch nicht bekannt. Die heute 42-Jährige kam 2006 zu Gucci und machte das Modelabel zu einem der begehrtesten der Branche. Ihr jüngster Coup war die Verpflichtung von Charlotte Casiraghi als Werbegesicht für die Beauty-Linie der Marke.

Abgang erinnert an Tom Ford

Gucci hat im vergangenen Jahr für etwa 3,5 Milliarden Euro Luxuswaren verkauft. Weil die Zuwachsraten beim Wachstum sich aber abschwächten, spekulierten Fachleute seit einiger Zeit über eine neue Strategie für das Flaggschiff des Kering-Konzerns. Gucci-Mitarbeiter in Mailand sagten am Freitag, die Nachricht sei dennoch "wie eine Bombe" eingeschlagen.

Der Abgang der beiden erinnert an den des Gucci-Duos Domenico De Sole und Tom Ford - genannt "Dom und Tom" - vor etwa zehn Jahren. In Modekreisen brodelt die Gerüchteküche, wer Giannini ablösen wird. Einer der Kandidaten könnte Givenchys Kreativdirektor Riccardo Tisci sein. Herausforderung für den neuen Chef sind auch sinkende Verkaufszahlen in China, womit Gucci zuletzt zu kämpfen hatte.

Kering würdigte die Arbeit des Gucci-Tandems. "Die von Patrizio di Marco erbrachte große Leistung bezeugt seinen Erfolg", sagte Kering-Chef François-Henri Pinault. Er hob die strategische Vision, die Leidenschaft, das Engagement und das Charisma von di Marco hervor, der die Aufgabe bei Gucci vor sechs Jahren übernommen hatte. Zu Giannini erklärte Pinault: "Sie ist fast ein Jahrzehnt lang die einzige Gucci-Kreativdirektorin gewesen, das ist eine bemerkenswerte Leistung."

jum/DPA / DPA
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