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"Pocher - gefährlich ehrlich!" "Keine Mode für Mollige mehr": Oliver Pocher kritisiert die Größenpolitik von H&M

In seiner RTL-Late-Night-Show kritisiert Oliver Pocher die Modekette H&M
In seiner RTL-Late-Night-Show kritisiert Oliver Pocher die Modekette H&M
© Screenshot RTL
In seiner RTL-Late-Night-Show kritisiert Oliver Pocher die Modekette H&M dafür, dass keine Übergrößen mehr in den Geschäften verkauft werden. Der Konzern rechtfertigt seine Entscheidung mit wirtschaftlichen Gründen.

Diese Nachricht sorgte in den vergangenen Tagen schon im Netz für Diskussionen: Die Modekette H&M gab bekannt, dass sie ab sofort keine Übergrößen, also Mode ab XXL, mehr in den Geschäften verkaufen wird. Diese könne der Kunde in Zukunft nur noch online erwerben. Dort gebe es aber eine größere Auswahl im Plus-Size-Sortiment als je zuvor, so der Konzern. Er begründete die Entscheidung damit, dass man sich nach den Kunden richte, die große Größen sowieso größtenteils im Onlineshop bestellen würden, sagte eine Sprecherin gegenüber RTL.

Einige Kunden reagierten allerdings mit heftiger Kritik auf die Nachricht. Unter anderem erklärte die Bloggerin "SchönWild" auf ihrem Instagram-Account, dass sie die Entscheidung bedaure: "Irgendwo verständlich, wenn man sich vor Augen hält, welche Kleidungsstücke dort angeboten und wie sie dort präsentiert wurden. Unverständlich, wenn man sich vor Augen führt, wie sehr sich 2020 Diversity auf die Fahne geschrieben wird."

Sie würde sich wünschen, "dass man Kleidungsstücke von 2XS bis 4XL an einer Kleiderstange finden würde. Im ähnlichen Style. Ich möchte mich so kleiden wie meine schlanken Freundinnen. Und das ist nicht das alleinige Problem von H&M und das Problem gibt es nicht erst seit gestern." Die Bloggerin sieht die Situation aber als "eine schöne Chance, um über Diversity zu sprechen und umzudenken. Ich finde, dass wir alle es verdient haben uns so zu kleiden, wie wir das möchten, online und offline", schrieb sie. 

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#CurvyGirlComedy I H&M (Werbung) entfernt die Plus Size Kollektionen aus dem stationären Handel. Irgendwo verständlich, wenn man sich vor Augen hält welche Kleidungsstücke dort angeboten und wie sie dort präsentiert wurden. Unverständlich, wenn man sich vor Augen führt wie sehr sich 2020 Diversity auf die Fahne geschrieben wird. Ich würde mir wünschen, dass man Kleidungsstücke von 2XS - 4XL an einer Kleiderstange finden würde. Im Ähnlichen Style. Ich möchte mich so kleiden wie meine schlanken Freundinnen. Und das ist nicht das alleinige Problem von H&M und das Problem gibt es nicht erst seit gestern. Wir kurvigen Frauen sind es von klein auf gewohnt, dass wir „dankbar“ sein können, wenn wir überhaupt etwas finden. Als 12 jährige musste ich in die Erwachsenen Abteilung, weil es nichts für mich gab. Weil an meine Körperform nicht gedacht wurde. Mittlerweile ist das Angebot größer. Wir kennen es nicht anders als online zu shoppen. Und genau das finde ich so schade. Bin ich mit einer Kleidergröße 48 weniger sehenswert oder schön ankleidenswert als eine Frau mit einer kleineren Kleidergröße? Und wer legt das überhaupt fest? Es wird Zeit andere Fragen zu stellen. Viele von uns sind es schon gewohnt und sagen: „Ist doch egal, dann kaufe ich halt online.“ Mir ist das nicht egal, deswegen sage ich etwas und ihr hoffentlich auch ♥️🙏🏻 Ich finde diese Situation ist eine schöne Chance um über Diversity zu sprechen und umzudenken. Ich finde, dass wir alle es verdient haben uns so zu kleiden wie wir das möchten, online und offline. Über die Hälfte der Frauen tragen Kleidergröße 42+ - warum sieht man das so wenig? In den Medien? In der Mode? Überall. Kleidung zeigt einen Teil unserer Persönlichkeit und hilft uns dabei uns in unseren Körpern wohlzufühlen. Und nein als Mensch mit Kleidergröße 42 ist man nicht automatisch ungesund. Falls das hier auch nur eine Person kommentiert -> Bitte sofort 5€ an eine Organisation für einen guten Zweck spenden. Danke 😂♥️🙌🏻

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Oliver Pocher greift H&M an

Auch an Oliver Pocher ist die Nachricht nicht vorbeigegangen. Der Comedian thematisierte die Entscheidung von H&M in der neuesten Ausgabe der RTL-Late-Night-Show "Pocher - gefährlich ehrlich!". Darin ging er im Fatsuit gekleidet und mit drei Frauen an seiner Seite auf die Straße in Köln, um darauf aufmerksam zu machen, dass die Entscheidung in Zeiten von Diversität fragwürdig sei. Gemeinsam hielten sie Parolen wie "Lieber M&M statt H&M", "Wir können den Gürtel nicht enger schnallen" oder "Zu dick" auf Schildern in die Luft.

Unter einem Bild auf Pochers Instagram-Account, unter dem er die Themen der Sendung anspricht, ist zum Thema H&M allerdings eine Diskussion entstanden: Während manche Follower die Aktion des Comedian befürworten und den schwedischen Modekonzern ebenfalls kritisieren, reagieren andere User mit Unverständnis auf die Kritik. Eine Nutzerin kommentiert etwa: "Da Verkaufsfläche wahnsinnig teuer ist, kann ich verstehen, dass Konzepte, die zu wenig abwerfen, nicht mehr stationär geführt werden." "Das ist eine reine Kosten-Nutzen-Rechnung und hat nichts mit Diskriminierung zu tun", findet eine andere Userin.

Andere Nutzer wünschen sich allerdings mehr Empathie von den Kommentierenden, die H&M in Schutz nehmen. Die Auswahl für Plus-Size-Kundinnen und -Kunden sei in den Geschäften sowieso schon sehr begrenzt und nicht attraktiv genug gewesen, monieren manche. Wieder andere finden, dass es im Hinblick auf die Klimakrise auch nicht förderlich sei, alles auf den Onlineshop zu verlagern.

Verwendete Quellen: rtl.de / Instagram "SchönWild" / "Pocher - gefährlich ehrlich!" auf TV Now / Oliver Pocher Instagram

maf

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