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Oscar-Mode 2007: Nackte Schultern und Gänsehaut

Dünn waren sie fast alle, was die Gänsehaut zum Accessoire der Stunde machte: Nur wenige Stars wie Beyonce und Jennifer Hudson zeigten ihre wohlgeformten Rundungen. Der Rest marschierte schlank in schlichten Gewändern übern roten Oscar-Teppich.

Wenig tiefe Ausschnitte, weder am Dekolleté noch am Rücken: Wer bei der Oscar-Gala nackte Haut sehen wollte, musste auf die Schultern schauen. Denn nur die blieben bei den meisten Stars unbedeckt. Höchstens schmale Stückchen Stoff legten sich wie bei Cate Blanchett oder Maggie Gyllenhaal auf einer Seite schräg über zarte Schlüsselbeine. Die Devise des Abends war: Schlicht, schmal und trägerlos, in hellen, meist unauffälligen Farben. Die vornehme Blässe vieler Stars unterstrich die neue Zerbrechlichkeit zusätzlich.

Die Königin des Abends war für viele die britische Schauspielerin Helen Mirren. Die 61-Jährige glitzerte in einem champagnerfarbenen Kleid mit Stickereien von Christian Lacroix mit ihrem Oscar für die Hauptrolle in "The Queen" um die Wette. Dass ihr der funkelnde Ohrring auf dem Weg zur Bühne vom Ohrläppchen rutschte, tat dem keinen Abbruch. Nicht nur im fortgeschrittenen, auch im jungen Alter machten andere von sich reden: "Little Miss Sunshine" Abigail Breslin trug im zarten Alter von zehn Jahren zu einem rosa Abendkleid eine Swarovski-Handtasche und Schuhe von Jimmy Choo.

Strenge Frisuren

Auf dem Kopf vieler Stars ging es streng zu: Wie bei der Spanierin Penélope Cruz (32) lag das Haar auch bei Cate Blanchett (37) und Kate Winslet (31) glatt an. Bei ihnen hatte sich das wochenlange Training und Anprobieren für die Nacht der Nächte gelohnt: In ihren langen Abendroben von Versace bis Armani waren sie atemberaubend schön. Im aufregenden Armani-Kleid mit Beinschlitz setzte Beyoncé auf Sex statt Sitte. Jennifer Lopez (36) wirkte dagegen mit ihrer damenhaft gewellten Haarpracht etwas hausbacken, was ihr helles, weich fallendes Kleid mit Glitzerträgern von Marchesa nicht ganz wettmachen konnte.

Etwas blass und mager kam Nicole Kidman (39) auf dem Roten Teppich daher in einem eng anliegenden, knallroten Balenciaga-Kleid mit großer Schleife um den Hals. Auch Reese Witherspoon (30) in einem dunklen, trägerlosen Korsage-Kleid von Nina Ricci wirkte sehr dünn. Kein Wunder, dass die Gänsehaut oft das Accessoire der Stunde war.

Wider dem Magerwahn: Jennifer Hudson

Eine Abwechslung in der Riege knochiger Ladies war die üppige Jennifer Hudson (25), die den Oscar als beste Nebendarstellerin für "Dreamgirls" bekam. In einem schokobraunen, fließenden Kleid und einem metallfarbenen Bolerojäckchen von Oscar de la Renta wirkte sie wie eine Botschaft aus einer gesünderen Welt.

Bei den Herren sorgte einzig Clint Eastwoods rotes Einstecktuch im Armani-Smoking für einen Farbtupfer. Ansonsten hielt sich die Männer- Garderobe in vornehmem Schwarz zurück. Dem Schönheitswettbewerb auf dem Roten Teppich wollten sich die deutschen Vertreter erst gar nicht aussetzen. "Ich ziehe einen ganz normalen Smoking an, den ich schon seit 20 Jahren trage, der sich aber bewährt hat", sagte Florian Henckel von Donnersmarck (33). In der Tat: Er ging mit dem Auslands- Oscar für "Das Leben der Anderen" nach Hause.

Annette Reuther/DPA / DPA