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Prêt-á-Porter Garnierte Pralinen


Valentino, Tom Ford, Marc Jacobs und Galliano - das "Who is who" der Top-Designer schwelgte zum Abschluss der Pariser Prêt-á-Porter-Schauen nochmal in Luxus.

Ein Hauch von Seide bestimmt die Mode des kommenden Frühjahrs. Zumindest wenn es nach den Designern geht, die eine Woche lang ihre Damenkollektionen in Paris präsentiert haben. An diesem Dienstag enden die Prêt-á-Porter-Schauen, die in Crêpe de Chine und Satin schwelgten. Frau muss sich demnach in der nächsten Saison ein Seidenkleid zulegen, möglichst mit Drapierungen und Raffungen. Weitere Trends sind Chiffon-Tops, dreiviertellange Hosen, weiße Baumwollblusen und Rüschenröcke sowie ein neuer Patchwork- und Lagenlook. Ganz klar steht die Tragbarkeit bei den meisten Designern wieder im Vordergrund.

Der Sonntag, der die letzten Highlights des mit über 80 Schauen prall gefüllten Kalenders bot, widmete sich dem Thema Eleganz. Nachdem vorher eher ein mädchenhaftes Frauenbild dominierte, ging es nun erwachsener zu. Marc Jacobs, einer der Stars der Modeszene, zeigte für Louis Vuitton eine glamouröse Kollektion mit Anklängen an die 40er, 50er und 70er Jahre, aber auch in die Zukunft weisend. Goldgeschmückt sind seine kurzen und kastigen Lederjacken, goldfarben seine geschluppten Blusen zum schmalen türkisfarbenen Seidenrock. Einen Leinentrenchcoat ziert ein Besatz aus glänzendem Samt, und auch die Lingerie-Kleider aus gerafftem Crêpe de Chine schimmern in einem goldigen Maiston. Nachtblaue Bolerojacken, fließende Pyjamahosen und weiche Satinmäntel mit Bindegürtel verstärken den Eindruck einer Hollywood-Diva auf Kreuzfahrt.

Ganz schlicht und äußerst luxuriös erscheint die letzte Kollektion des belgischen Designers Martin Margiela für Hermès. Ein leuchtender Zinnoberton dient als Blickfang dieser Entwürfe - bei einfarbigen Anzügen aus weichem Ziegenleder oder asymmetrisch am Körper herabfließenden Crêpe-de-Chine-Gewändern. Weiße Leinenhosen werden am Bund geknotet, schmale Röcke in Schwarz sind aus feiner Double-Face- Wolle gefertigt. Margiela beherrscht die Kunst, auch schmucklose schmale schwarze Hosenanzüge durch Schnitt und Material in eine Art schimmerndes Schwingen zu versetzen.

Glamour pur gab es dann wieder bei Alber Elbaz, der bei Lanvin nun in der vierten Saison seine Schneiderkunst unter Beweis stellte. Fließende Seide gab es auch hier, mal in glänzendem Altrosa, mal in leuchtendem Türkis, Grün oder einfachem Schwarz. Lasziv wirken hohe Stiletto-Stiefel und schwarze Schleier über den Modelgesichtern. Wunderschön sind seine meist knapp unter dem Knie endenden Kleider mit Raffungen und Drapierungen, wenn der Grundton zurückgenommen bleibt. Nur wenn Elbaz übertreibt, riesige Schleifen auf den Po setzt oder goldene Paillettenanzüge wie Schlangenhaut entwirft, wirken die Frauen wie garnierte Pralinen. Für einen strahlenden Abschluss sorgte dann allerdings das frühere Supermodel Linda Evangelista, die einen goldfarbenen knielangen Mantel vorführte.


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