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Topshop in der Kritik Ist diese Puppe zu dünn?


Wie gefährlich sind dünne Plastikbeinchen? Das Twitterfoto einer Schaufensterpuppe vom Modekaufhaus Topshop sorgt in Großbritannien für Diskussion.



Angefangen hat alles mit einem Tweet: Becky Hopper aus England twitterte vergangene Woche ein Foto, das ihre Freundin neben einer Schaufensterpuppe im Modekaufhaus Topshop zeigt. Die Puppe hat extrem lange, dünne Plastikbeine und trägt eine Leggins, die echte Person neben ihr sieht in einer Jeans deutlich fülliger aus. "Das Mädchen links trägt Größe 36/38", schrieb Hopper dazu und verpasste dem Foto unter anderem die Hashtags #schlechtesKörperbild, #unverantwortlich und #Mode.

Damit stieß sie eine Debatte an: Mehr als 9000 Mal wurde das Bild auf Twitter geteilt, über 7000 Usern gefiel der Vergleich. In den britischen Medien wird seitdem wieder über modische Vorbilder und gefärliche Körperideale diskutiert. Das Thema ist gefragt, Hopper tritt gerade in TV- und Radiosendungen auf, auf Twitter sendeten ihr zahlreiche User ähnliche Fotos zu.

Schon Anfang des Jahres hatten Schaufensterpuppen der Billig-Modekette Primark für Ärger gesorgt: Die Plastikkörper waren so geformt, das am Brustkorb sichtbare Rippen angedeutet waren. Primark zog damals die Notbremse und entfernte die entsprechenden Puppen aus ihren Läden. Bei Topshop hält man jedoch an den unrealistischen Proportionen fest: "Die Puppe wird seit vier Jahren benutzt und basiert auf einer Größe 38", teilte das Unternehmen laut "guardian.com" mit. Die Form sei jedoch stilisiert, um im Laden als Blickfang stärker aufzufallen. "Das soll keine Darstellung eines durchschnittlichen weiblichen Körpers sein", so die Topshop-Sprecher.

Werden dünne Mädchen angegriffen?

Das ist jedoch das Anliegen von Becky Hopper und ihren Anhängern. "Natürlich sollen Puppen nicht genau wie Menschen aussehen. Aber da sie das erste Bild eines weiblichen Körpers sind, das wir beim Betreten eines Ladens zu sehen bekommen, sollten sie wenigstens unterschiedliche Körperformen zeigen und nicht nur sehr dünne", schrieb Hopper in einem Blog-Eintrag. Gerade junge Mädchen hätten es sonst schwer, sich im eigenen Körper wohlzufühlen.

Die 23-Jährige sah sich jedoch auch gezwungen zu erklären, dass sie keineswegs dünne Frauen angreifen wollte. Einige User hatten ihr vorgeworfen, dünne Mädchen zu beschämen. "Wir glauben, dass alle Mädchen schön sind und dass sich jeder in seiner Haut wohlfühlen sollte - egal ob man Größe 34 oder 50 trägt", schreibt Hopper. Sie habe niemanden verletzten wollen.

Die Reaktionen zeigen, wie emotional die Debatte um weibliche Körpervorbilder ist. In den USA steht gerade die Unterwäsche-Firma Victoria's Secret in der Kritik: Sie haben ihre neue Kollektion "The perfect Body" ("Der perfekte Körper") genannt. Eine Online-Petition fordert den sofortigen Stopp der Kampagne und eine Entschuldigung für die ungesunde und schädliche Botschaft, die sie sende.








sst

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