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Aktivistin und Schauspielerin Sacheen Littlefeather ist tot – sie lehnte einst für Marlon Brando den Oscar ab

Sacheen Littlefeather
Sacheen Littlefeather bei der Oscar-Verleihung 1973
© Imago Images
Die US-Schauspielerin und Aktivistin Sacheen Littlefeather ist tot. Sie starb am Sonntag im Alter von 75 Jahren. Bekannt wurde sie vor allem durch die Oscar-Verleihung 1973

Die US-amerikanische Schauspielerin und American-Indian-Movement-Aktivistin Sacheen Littlefeather ist am 2. Oktober in Novato, Kalifornien, im Alter von 75 Jahren gestorben. Das hat die Academy of Motion Picture Arts and Siences unter anderem auf Twitter bekannt gegeben.

International bekannt wurde Littlefeather, die gebürtig Marie Cruz hieß, vor allem durch ihren Auftritt bei der Oscarverleihung im Jahr 1973, als sie im Namen von Hollywoodstar Marlon Brando (1924-2004) auf die Bühne ging, um seinen Oscar als bester Schauspieler für seine Rolle in "Der Pate" (1972) abzulehnen. Sie verlas damals eine Botschaft von Brando, in der er auf die Stereotype der amerikanischen Ureinwohner in der Unterhaltungsindustrie sowie auf den Protest von 1973 in Wounded Knee in South Dakota hinwies. Anschließend kam es jedoch zu vielen Gegenreaktionen.

In dem Twitter-Post zitierte die Oscar-Akademie die White Mountain Apache und teilte dazu ein Foto von ihr, auf dem sie lächelt: "Wenn ich tot bin, denkt immer daran, dass, wann immer ihr für Eure Wahrheit einsteht, ihr meine Stimme und die Stimmen unserer Nationen und unserer Völker am Leben erhaltet."

Die White Mountain Apache Sacheen Littlefeather wurde 75 Jahre alt.
Die White Mountain Apache Sacheen Littlefeather wurde 75 Jahre alt.
© imago images/ZUMA Press

Oscar-Akademie entschuldigte sich 50 Jahre später bei Littlefeather

Im Dokumentarfilm "Sacheen: Breaking the Silence" hat sich Littlefeather im vergangenen Jahr zu dem Oscar-Moment geäußert. Brando sei demnach damals begeistert von ihrem Auftritt gewesen. Dennoch habe sie sich nach all der öffentlichen Kritik von dem Schauspieler im Stich gelassen gefühlt. In dem Dokumentarfilm behauptete sie, sie sei von Hollywood auf die "schwarze Liste" gesetzt worden und habe nie wieder eine Film- oder Fernsehrolle bekommen.

Die Oscar-Akadamie hat sich vor rund zwei Wochen in einem Statement bei ihr entschuldigt - fast 50 Jahre später. "Die Beschimpfungen, die Sie aufgrund dieser Erklärung erdulden mussten, waren unberechtigt und ungerechtfertigt. Die emotionale Belastung, die Sie durchlebt haben, und die Kosten für Ihre eigene Karriere in unserer Branche sind irreparabel", heißt es in dem Schreiben. Der Mut, den sie bewiesen habe, sei viel zu lange nicht gewürdigt worden. "Dafür möchten wir uns zutiefst entschuldigen und Ihnen unsere aufrichtige Bewunderung aussprechen."

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rös SpotOnNews

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