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Mindestens fünf Tote: Dutzende Tornados verwüsten Westen der USA

Wirbelstürme, Regen und Hagel: Eine Sturmfront hat im mittleren Westen der USA weite Flächen zerstört. Ganze Nachbarschaften wurden ausgelöscht. Dabei starben mindestens fünf Menschen.

Eine breite Sturmfront mit zahlreichen Tornados hat am Sonntag im Mittleren Westen der USA schwere Verwüstungen angerichtet. Mindestens fünf Menschen seien dabei im US-Staat Illinois ums Leben gekommen, teilten Behörden mit. Dutzende Menschen wurden verletzt. Dem nationalen Wetterdienst zufolge wurden bis zum Abend fast 80 mögliche Tornados gemeldet, hinzu kamen vielerorts schwere Gewitter, Regenfälle und heftiger Hagel. Das Stromnetz für zehntausende Haushalte brach zusammen. Auf mehreren Flughäfen, so in Chicago, fielen Flüge aus oder verzögerten sich.

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Die für die Jahreszeit ungewöhnlich schwere Sturmfront war am Sonntag über mehrere Bundesstaaten in Richtung Nordosten gezogen. Tornadowarnungen wurden unter anderem für Illinois, Iowa, Ohio, Indiana, Missouri, Wisconsin und Michigan ausgegeben.

Ganze Nachbarschaften ausgelöscht

US-Präsident Barack Obama werde laufend über die Lage unterrichtet, teilte das Weiße Haus mit. In der Kleinstadt Washington im US-Staat Illinois wurden ganze Straßen verwüstet. Dort kam mindestens ein Mensch ums Leben, sagte Katastrophenschutzdirektor Jonathon Monken am Sonntagabend im Sender CNN. Zunächst hatte er von zwei Todesopfern in Washington berichtet. Die Stadt scheint besonders schwer betroffen. "Ich blicke auf Straßenzüge mit einst 20 bis 30 Häusern, und es ist keines mehr da", zitierte Fox News einen Augenzeugen.

Zwei weitere Todesopfer gab es nach Monkens Angaben im südlichen Zipfel des Staates. Auch in der Kleinstadt New Minden kamen zwei Menschen ums Leben.

Nach einem Bericht des Senders NBC wurden alleine in Peoria 37 Verletzte in Krankenhäusern behandelt. Die Zahl der Verletzten könne noch erheblich steigen, warnte Monken. Das Rote Kreuz richtete in den betroffenen Zonen vier Notunterkünfte ein.

Bilder zeigen die Zerstörung

In Detroit wurde der Luftverkehr zwischenzeitlich eingestellt, in Chicago landeten und starteten Maschinen mit im Durchschnitt zweieinhalb Stunden Verspätung, wie die Luftaufsichtsbehörde mitteilte. Fernsehbilder zeigten umgestürzte Autos, entwurzelte Bäume und gerissene Stromleitungen. In Chicago musste ein Football-Spiel unterbrochen werden, Fans und Spieler mussten sich im Inneren des Stadions in Sicherheit bringen.

Auch auf Twitter wird das Ausmaß der Katastrophe deutlich. Bilder zeigen weite Flächen, auf denen die Tornados nichts als Schutt zurückgelassen haben.

sas/AFP/DPA / DPA