HOME
Interview

"#sarahlikesprettygirls in Berlin": Aktfotografie von Sarah Zak – ihre Models spricht sie auf Partys oder der Straße an

Aktfotografie sei eigentlich gar nicht ihr Spezialgebiet, sagt Sarah Zak in unserem Interview. Trotzdem posieren ihre Models gerne nackt vor ihr – sinnlich und doch authentisch. In ihrem neuen Buch beweist die Fotografin ihr Können auf jeder Seite.

Aktfotografie von Sarah Zak: Ihr neues Buch "#sarahlikesprettygirls"

Sarah Zak macht ihre Fotos am liebsten mit einer analogen Kamera – egal ob Aktfoto oder Porträt

NEON: Sarah, du bist eigentlich Make-up-Artistin – wie bist du zur Fotografie gekommen?

Sarah Zak: Ich babe mich als Make-up-Artistin zwar künstlerisch entfalten können, aber immer nach Angaben anderer. Ich habe nach etwas gesucht, was mir komplette Freiheit gibt, mich selbst künstlerisch zu verwirklichen – ohne Regeln und Vorgaben.

Mein damaliger Freund hat viel analog fotografiert und mir vieles erklärt. Als er dann für einen Monat verreist ist und ich mich ablenken wollte mit einem neuen Hobby, griff ich zur analogen Kamera und nahm sie zu einem Shooting mit, bei dem ich das Make-up gemacht habe. Ich fragte das Model, ob ich ein paar Porträts von ihr schießen dürfte und sie willigte sofort ein.

Als ich dann das erste mal die Bilder in der Hand hielt, war ich total erstaunt, wie gut sie geworden waren. Und so fing es an – es wurde zur regelrechten Sucht. Ich nahm die Kamera nun überall hin mit und fing an, alle meine Freundinnen zu fotografieren. Und der Zuspruch bei Facebook und Instagram trieb mich noch mehr an.

Warum hast du dich auf Aktfotografie spezialisiert?

Ich bin nicht wirklich auf Aktfotografie spezialisiert. Viele Frauen wollen deswegen auch nicht mit mir shooten – weil sie denken, sie müssten nackt sein. Bei den meisten passiert es einfach, weil ein Bild mit nackten Schultern zum Beispiel nun mal viel intimer ist als mit BH-Trägern. Das Vertrauen, das mir geschenkt wird, wird schnell dadurch sichtbar, wie oft sich die Modelle dann doch entblößen, weil sie mir glauben, wenn ich sage, dass es besser fürs Bild ist. Aber es ist keine Voraussetzung. Ich liebe zum Beispiel auch Porträtaufnahmen.

Wie findest du deine Models?

Mittlerweile werde ich viel angeschrieben. Am Anfang habe ich einfach alle angesprochen, die ich ansprechend fand – egal ob auf Veranstaltungen oder der Straße.

Gibt es einen bestimmten Grund, weshalb du nur analog und unbearbeitet fotografierst?

Ich habe digitale Kameras ausprobiert und es sieht einfach ganz anders aus. Sobald ich analog fotografiere, hat es etwas Magisches. Man weiß nie genau, was dabei rauskommt und der Prozess mit dem Warten, und dass man nicht direkt alles auf dem Display sehen kann, ist das, was mir besonders daran gefällt. Ich möchte gerne Frauenkörper zeigen, wie sie sind– aus der besten Perspektive. Meine Augen sind Photoshop quasi.

Glaubst du, dass es dir bei deiner Arbeit hilft, selbst eine Frau zu sein?

Auf jeden Fall, das bekomme ich auch ständig gesagt von den Damen. Ich könnte auch nicht so locker auf der Straße eine Frau ansprechen – ich denke, als Mann würde das direkt anders rüberkommen.

Spielt Feminismus dabei eine wichtige Rolle für dich?

Nicht wirklich, würde mich selbst nicht als Feministin bezeichnen.

Was willst du mit deinen Fotos ausdrücken?  

Sinnlichkeit, Intimität, Realität, Spaß.

"#sarahlikesprettygirls" von Sarah Zak gibt es für 35 Euro bei seltmann+söhne.

Urlaub mal anders!: Megan reist nackt um die Welt – um ihre Ex-Freunde eifersüchtig zu machen
def
Themen in diesem Artikel