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TV-Experiment: Mobbing und Nacktfotos – Erwachsene geschockt, als sie wieder zur Schule gingen

Fünf Jahre nach dem eigenen Schulabschluss wurden sieben Erwachsene für die Sendung "Undercover High" noch einmal in eine Schule eingeschleust. Sie waren schockiert, wie sehr Handy und Social Media das Leben der Schüler verändert haben.

Geschickte Täuschung - den Schülerspionen merkt man die Verjüngungskur von fünf bis sieben Jahren nicht an.

Geschickte Täuschung - den Schülerspionen merkt man die Verjüngungskur von fünf bis sieben Jahren nicht an.

Lässige Kleidung, eine andere Frisur und etwas Make-up – so schnell kann man einen Erwachsenen optisch wieder in einen Schüler verwandeln. Mit diesen Tricks wurden für die Doku-Reihe "Undercover High" von A&E sieben Erwachsene wieder in eine High School in eingeschleust. Natürlich handelte es sich bei den TV-Spionen nicht um ältere Herren und Damen. Sie hatten ihren eigenen Abschluss erst vor etwa fünf Jahren gemacht – aber auch in dieser kurzen Zeit wurde das Schulleben auf den Kopf gestellt.

Kein Entkommen vor dem Smartphone

"Business Insider" konnte mit den Undercover-Schülern sprechen. Wichtigste und einschneidende Änderung ist die Allgegenwart von Smartphones und Social Media. Und anders als in der Firma hört das unter Schülern niemals auf. "Wir werden jetzt rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche gefordert ", sagte "Spion" Shane Feldman dem "Business Insider". "Es gibt kein Entkommen." 

Auch im Unterricht sind die Schüler die meiste Zeit mit ihren Smartphones beschäftigt. Die Lehrer kämpfen vergeblich darum, Schüler von ihren Telefonen fernzuhalten. Beryl New, der Direktor der Highland Park High School, sagte in der Sendung, dass es nichts geholfen habe Social-Media-Seiten im offiziellen Schulnetz zu sperren, seitdem nutzen die Schüler eben ihre eigenen Zugänge. Es sei ein täglicher Kampf, die Schüler dazu zu bringen, sich auf die Klassenarbeit zu konzentrieren.

Unsichtbares Mobbing

Trotz der breiten kritischen Diskussion ist das Mobbing sehr viel stärker geworden. Durch stünden die Betroffenen 24 Stunden an sieben Tagen unter Beschuss. Besonders übel: Cyberbullying findet nicht mehr sichtbar auf dem Schulhof statt, für Lehrer ist das Online-Mobbing praktisch unsichtbar. "Wenn ein Kind früher gemobbt wurde, war das eine Person oder Ereignis. Das geschah auf dem Spielplatz oder während die Kids auf den Bus gewartet haben. Heute kann es sein, dass eine Person jemand anders den Krieg erklärt und über Nacht ziehen alle anderen mit. Am nächsten Tag kommt das Opfer nicht mehr zur Schule oder droht mit Selbstmord. Das bläst sich über Nacht so auf", berichtet ein Undercover-Schüler.

Erotischer Bewertungswettbewerb

Eine weitere üble Überraschung: Die Mädchen an der sind einem permanenten Druck ausgesetzt, sexuell aufgeheizte Bilder von sich zu machen. "Heute ist das vollkommen normal - promiskuitive Bilder von sich zu posten und sich dann auch noch selbst zu bewerten ", sagte Nicolette dem Portal. Dabei geht es nicht um den Austausch von Komplimenten. Die Folgen können schlimm sein, wenn die Bilder online frei veröffentlicht werden. "Die Mädchen, die neu an die Schule kommen, stellen sich wirklich dumm an und schicken diese Sachen an jeden, der danach fragt", hieß es in der Sendung. 

Heute werden die bisher eher diffusen Werte wie Status und Beliebtheit knallhart sichtbar. An der Schule kann jeder feststellen, ob er in dieser Skala ganz oben und wer ganz unten rangiert. "Der ganze Selbstwert ist an Social Media gebunden – er hängt davon ab, wie viele Menschen ein Foto liken", sagte eine Undercover-Schülerin.

Mehr Hilfen für Schwangere

Aber auch etwas Positives wurde bemerkt. Vor einigen Jahren wurden Schülerinnen, die schwanger wurden, gemieden und auch von den Schulen entmutig. Heute hingeben gibt es Hilfen und etwa die Möglichkeit die Schule mittels einer Kindertagesstätte fortzusetzen.

Kra