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Teaser Norderstedt
Podcast Folge 6

NEON-Kurzgeschichte "Norderstedt": Einmal Hamburg und zurück – eine Geschichte über das Scheitern in der Großstadt

Fiona flüchtet aus Hamburg, weil sie binnen weniger Monate bereits am Ende ihrer Hoffnung angelangt ist. Doch als sie nach Norderstedt zurückkehrt, wird sie sofort mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Die neue Folge unseres Podcasts "Norderstedt" – die NEON-Kurzgeschichte.

Einerseits überkam Fiona das gleiche Gefühl wie damals beim Umzug nach Hamburg. Sie wollte nur noch weg, raus, keine Sekunde länger an diesem Ort bleiben. Genau so ging es ihr nun: Hamburg hatte sie um alles gebracht – ihren Glauben an das Glück, an ihr Talent, an das Gute in den Menschen und an ein Leben außerhalb ihres Heimatkaffs. Oder zumindest an ein solches Leben, das sie erträglich finden konnte.

Andererseits war es das Gegenteil des Gefühls von damals, beim Umzug nach Hamburg. Damals ging es um Aufbruch, Neustart, neue Horizonte und andere, ähnlich klingende Ausdrücke aus Lebenshilferatgebern. Und ein bisschen ging es auch um Flucht – und so schloss sich der Kreis dann doch wieder, als Fiona ihrer Nachmieterin den Schlüssel übergab und sagte: "Nicht wundern, wenn es im Treppenhaus manchmal komisch riecht."

Fiona flüchtete aus Hamburg, weil sie binnen weniger Monate bereits am Ende ihrer Hoffnung angelangt war. Sie hatte immer noch keinen Verlag für ihr Manuskript gefunden, sie hatte Schulden und konnte ihre Miete nicht mehr bezahlen, und vor allem trug sie das Ende ihrer kurzen, aber intensiven Zeit mit Lenny immer noch im Kopf, im Bauch, im Herzen, sie trug es überall mit sich herum, im Bus, an der Bar, am Elbstrand, Woche für Woche. Aber sie wusste, dass sie ihm nie verzeihen würde, weil sie nicht wollte und nicht konnte und er ihrer gemeinsamen Beziehung jegliche Basis geraubt hatte – also sah sie auch keinen Anlass, das künstliche Koma dieser katastrophalen Liebesgeschichte zu verlängern.

Vielleicht kehre ich irgendwann zurück, dachte Fiona, als die U-Bahn langsam ein letztes Mal anfuhr und sich über Haltestellen, die Lattenkamp und Fuhlsbüttel und Kiwittsmoor hießen, ruckelnd in die Hamburger Peripherie vorarbeitete. Also so richtig zurückkehren, versteht sich – nicht nur zum Feiern auf den Kiez oder zum Shoppen in die City. Vielleicht kehre ich irgendwann zurück, dachte Fiona, wenn Lenny längst vergessen ist, Geld keine Rolle spielt und mein Name auf der Bestsellerliste ganz oben steht.

Vielleicht auch nicht.

Denn natürlich war es Ironie des Schicksals, dass Fiona aus Norderstedt abgehauen war, um die Vergangenheit zurückzulassen und endlich im Moment zu leben – und nun nach Norderstedt zurückkehren musste in die Vergangenheit, weil der Moment ihr keine Wahl ließ. Zwar fühlte sie sich manchmal sogar wie eine Gewinnerin, wenn Lenny sie abends in bettelnden Whatsapp-Nachrichten um Verzeihung anflehte. Aber dieses Gefühl war schnell verflogen, sobald sie morgens wieder vom Hämmern der Bauarbeiter neben ihrem Kinderzimmerfenster geweckt wurde.

Noch schlimmer fühlte sie sich nur am ersten Arbeitstag in der Firma ihres Vaters. Was soll schon passieren, hatte sie gedacht, wenn die erste Scham über ihre große Niederlage erst mal verklungen sein würde: Ich sollte dankbar sein, dass ich in meiner finanziellen Lage sofort die Möglichkeit zum Geldverdienen habe. Die Position kam ihr entgegen: eine Art Redakteursstelle, die vor allem zum Verfassen interner und externer Mitteilungen geschaffen wurde und gleichzeitig den überschaubaren Social-Media-Bereich abdeckte.

"Kein Problem, Papa", hatte Fiona gesagt und ihm einen Kuss auf seinen Glatzkopf gegeben. Sie hätte ihm wohl eher eine Ohrfeige gegeben, wenn sie gewusst hätte, was er ihr über den Job vorher nicht verraten hatte. Das erfuhr sie erst, als gegen Ende ihres ersten Arbeitstages plötzlich ein akkurat gescheitelter Anzugträger kopfschüttelnd im Türrahmen lehnte.

"Ich hätte ja mit einigem gerechnet", sagte er mit einem scheinheiligen Hüsteln, "aber mit dir nun wirklich nicht ..."

Er lächelte sie mit strahlenden Augen an. Fiona musste schlucken. Wie in Zeitlupe erhob sie den Blick vom Bildschirm. Sie wusste nicht, ob sie aufstehen und ihm die Hand schütteln, ihm um den Hals fallen oder doch lieber aus dem Fenster springen sollte. Im Schock entschied sie sich für eine ungelenke Umarmung.

"Jetzt wird mir alles klar", sagte sie, als sie den ersten Schrecken heruntergeschluckt hatte. "Das hier meintest du also, als du von dem tollen neuen Job geschrieben hast ..."

"Abteilungsleiter der Schadensregulierung M-Z", sagte Max und nickte, als wollte er sich selbst zustimmen. "Läuft."

Er strahlte. Und Fiona musste schmunzeln, als sie ihm ansah, wie zufrieden er war. Wie er in sich ruhte. Wenn ein Mensch jemals wirklich glücklich sein kann: Max schien hier und jetzt ganz nah dran zu sein. Fionas Ex-Freund, ihre große Jugendliebe, war in vielerlei Hinsicht das absolute Gegenteil von ihr: Er fühlte sich von nichts und niemandem getrieben, erst recht nicht von sich selbst, und seine Ambitionen reichten immer noch nicht über die schmalen Stadtgrenzen von Norderstedt hinaus. Im Gegenteil: Er hatte hier und jetzt alles erreicht, was das Kaff hergab.

Fiona hätte ihn beinahe um sein Glück beneidet, aber es war ein anderes Gefühl, das sie förmlich überwältigte, als er hier in ihrem neuen Büro mit seinen breiten Schultern vor ihr stand und sie mit der ganzen Vertrautheit der Jahre, die sie einmal gemeinsam verbracht hatten, anlächelte: Sie fühlte sich heftig zu ihm hingezogen.

Vielleicht ist das einer dieser Momente, dachte sie, die ich in Hamburg vergeblich gesucht habe. Vielleicht habe ich Hamburg einfach gebraucht, die Lehren und die Leere dort, um endlich zu verstehen, dass mein Glück nicht an einen Ort gebunden ist und dass ich hier in Norderstedt alles hatte. Dass ich Max von Anfang an Unrecht getan habe, dass der dämliche Flirt mit Tim bloß ein Reflex war – eine hilflose und überstürzte Antwort auf all die Fragen, die ich mir damals gestellt habe. Dass Hamburg und Lenny und alles andere nur eine Illusion gewesen waren. Dass ich Max in Wirklichkeit immer geliebt habe.

Sie hatte es damals nicht erkennen können, aber jetzt sah sie so klar wie nach einem Sommerregen. Das Jahr näherte sich dem Ende, und ihr wurde plötzlich bewusst, dass dieses Weihnachten das erste seit einer Ewigkeit sein würde, das sie ohne Max verbringen würde. Es fühlte sich verdammt falsch an. Sie waren noch keine zwölf Monate getrennt, aber trotzdem schon viel zu lange.

Fiona nahm allen Mut zusammen und fragte Max, ob sie nicht noch ein Feierabendbier zusammen trinken wollten. Er schwieg für einen Moment und lächelte sie weiter an, aber in seinen Augen veränderte sich etwas: Die Vertrautheit wich einem mitleidigen Blick, der Fiona augenblicklich mehr schmerzte als alle Rückschläge, die sie in Hamburg erlitten hatte. Der Blick in seinen Augen entlarvte alle Lügen, die sie sich eben noch erzählt hatte.

Er habe keine Zeit, sagte er, und die Gründe, die er dafür vorbrachte, nahm Fiona nur noch bruchstückhaft wahr, als stünde sie unter örtlicher Betäubung: sowieso schon zu viele Überstunden ... er habe seiner Verlobten versprochen ... ja, verlobt, Wahnsinn, oder?! ... gar nicht groß darüber nachgedacht ... einmal verrückt sein ... hat sich angeboten ... das Kind kommt schließlich in vier Monaten ... manchmal geht alles ganz schnell ... aber gut gerüstet ... schöne große Wohnung in der Ochsenzoller Straße ... wäre sogar Platz für Nachwuchs … total schön alles.

Fiona lächelte und nickte, obwohl sie heulen und wegrennen wollte. Stattdessen umarmten sie sich noch einmal – eine Umarmung, die wie eine Mischung auf Begrüßung (im neuen Büro) und Abschied (von der Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft mit Max) daherkam. Eine Umarmung, die sich in ihrer ganzen Kumpelhaftigkeit einfach nur widerlich anfühlte für Fiona. Anschließend verspürte sie einen seltsamen Drang zu duschen.

Tage später traf sie Tim zufällig wieder – im Restaurant, in dem sie damals zusammen gearbeitet hatten. Fiona hatte damit rechnen müssen, dass Tim auch hier sein würde. Aber Birte war zu Besuch und hatte gesagt: "Ich war ewig nicht mehr dort!" Also hatte Fiona keine Spielverderberin sein wollen, obwohl Tim zu den allerletzten Typen zählte, die sie irgendwie, irgendwo, irgendwann wiedersehen wollte. Mit ihm hatte alles angefangen. Seinetwegen hatte sich ihr Leben auf den Kopf gestellt. Er war der Knopf, mit dem die Bombe hochgegangen war.

"Ich ziehe nach Hamburg", sagte Tim gegen Ende eines Smalltalks, der für Fiona nur die Frage aufwarf, was sie an diesem Typen jemals attraktiv gefunden hatte. Wahrscheinlich nichts, lautete die ernüchternde Antwort, jedenfalls nicht die schiefen Zähne, die sie damals ebenso wenig gestört hatten wie die bläulichen Ringe unter den Augen und die geplatzten Äderchen auf der Nase. Tim war immer nur eine Illusion gewesen.

Trotz dieser Erkenntnis gratulierte sie ihm ehrlich und herzlich zum neuen Job in der großen Stadt. Er sollte stellvertretender Restaurantleiter bei einem kleinen Italiener in Eppendorf werden.

"Freut mich sehr für dich", sagte sie und es kam zur dritten Umarmung des Tages, die sich irgendwie peinlich anfühlte.

Als Tim wieder in der Küche verschwunden war, sah Birte mit weit aufgerissenen Augen zu Fiona herüber und schmunzelte: "Das war der Typ, von dem du damals erzählt hast?!"

Fiona musste plötzlich losprusten, laut und unkontrolliert: "Ich weiß es doch auch nicht", rief sie und rieb sich eine Lachträne aus dem Augenwinkel.

Für Fiona war es die letzte Begegnung der dritten Art für eine lange Zeit. In den nächsten Wochen gab es keinen großen Knall mehr, nur dieses ständige Hämmern. Jeden Morgen wurde sie geweckt von den Arbeitern, die auf der Baustelle neben ihrem Elternhaus malochten. Manchmal drehte sie sich noch zur Seite und blinzelte aus dem Fenster. Draußen legten die Blaumänner letzte Hand an, die Fassade des Mehrfamilienhauses glänzte wie abgeleckt. Sehr bald würde Fionas Vater mit seiner Versicherungsfirma eine Etage in diesem leuchtenden Neubau beziehen, und so wie es aussah, würde Fiona dann einen verdammt kurzen Weg zur Arbeit haben.

Die Vorstellung ließ sie seltsam kalt.

Für Fiona funktionierte das Hämmern nur noch als Erinnerung, dass ihr Leben jetzt einen neuen Rhythmus hatte – einen ganz anderen Rhythmus, als sie ihn sich noch vor ein paar Wochen erträumt hatte. Es machte ihr keine Angst mehr. Aber sie fragte sich schon, ob ihr Leben gerade erst begonnen hatte oder schon zu Ende ging. Und sie fragte sich, wie zur Hölle man das eigentlich jemals wissen soll.

Ich brauche dringend Hilfe bei der EM rente
Guten Tag mein Name ist Carsten Langer ich bin 46 Jahre alt und Versuche seit März 2015 die EM Rente zu beckommen meine Ärzte sagen ich kann nicht mehr Gutachten der Kranken Kasse sieht das auch so nur die Gutachter der Rentenkasse Sehens anders war schon vor sozial Gericht 1 Instanz Richterin sagt ich kann nicht am Gutachten vorbei entscheiden ihre Empfehlung ich sollte in die 2 Instanz weil sie meint das ich auch nicht mehr Arbeits fähig bin die 2 Instanz sagt laut Gutachten könnte ich noch arbeiten aber ihre Meinung nach könnte ich auch nicht mehr arbeiten ich sollte doch auf ein Urteil verzichten und ich sollte neu Rente beantragen und der zwischen Zeit wurde ich zur Berufs Findung geschickt die nach sechs Wochen von der Rentenkasse abgebrochen wurde habe auch erfahren das die Rentenkasse mir keine Umschulung mehr zutraut auf den Rat ich sollte noch Mal EM Rente beantragen bin ich in Reha gegangen damit ich auch neue Arzt berichte habe die Reha hat den Aufenthalt von 4 auf drei Wochen verkürzt und mich entlassen als nicht arbeitsfähig für den allgemeinen Arbeits Markt und ich kann keine 3 Stunden arbeiten das hat der Rentenkasse wieder nicht gereicht hatich wieder zum gutachter geschickt der mir 45 Minuten fragen gestellt hat und jetzt heißt es ich kann wieder voll arbeiten auf den allgemeinen Arbeits Markt Meine Erkrankungen sind Ateose in beiden knieen und mehreren Finger Gelenken Verschleiß in beiden Fuß, Hüft, Schulter und elebogen Gelenken dazu Gicht im linken Daumen satel Anhaltende Schmerzstörungen Wiederkehrende Depressionen Übergewicht Hormonstörungen Wirbelsäulenleiden Bandscheibenschädigung Schlaf Atem Störung Schlafstörungen eine ausgeprägte lese und rechtschreib Schwäche Panick Attacken ( Zukunftsangst) Suizidale Gedanken 1 Suite Versuch Laut aus Zügen einiger Befunde Bin ich nicht mehr Stress resistent Darf keinen akort machen keine Schicht Arbeit keine gehobene Verantwortung überaschinem oder Personen tragen usw Aber al das reicht nicht für die EM Rente Mittlerweile bin ich von der Kranken Kasse ausgesteuert das Arbeitsamt hat mich nach 9 Monaten abgemeldet und seit April wäre die Renten Kasse nicht mehr für mich zuständig aber da ein laufendes verfahren ist hmm keine Ahnung Da ich Mal gut verdient habe habe ich eine bu abgeschlossen aber da die über 900 euro mir zählt und das schon fast 3 Jahre habe ich kein Anspruch auf Harz 4 Grundsicherung Wohngeld oder sie Tafel für essen nein ich darf dafon mich noch mit 260€ freiwillig Kranken versichern Deswegen konnte ich meine Wohnung mir nicht mehr leisten und bin auf einen Campingplatz gezogenitlerweil habe ich eine Freundin und wir teilen uns die Wohnung Bitte ich brauche dringend Hilfe mir wird das alles zuviel werde mich parallel zu ihnen auch an den svdk wenden aber vielleicht können sie unterstützend helfen ich weiß echt nicht weiter und meine schlechten Gedanken werden wider sehr stark Mfg