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Interview

Umgang mit Depressionen: "Wenn sich jemand das Bein bricht, weiß ich, was zu tun ist – bei Suizidgedanken nicht"

Lange dachte Dominique, sie sei eben "komisch" – dabei ist sie krank: Depression, Borderline, Alkoholsucht. In ihrem Buch spricht sie ganz offen über ihre Diagnose und gibt anderen Betroffenen Tipps. Wir haben mit ihr über ihre Krankheit gesprochen. 

Buch: "Warum normal sein gar nicht so normal ist" von Dominique de Marné

Dominique de Marné spricht in ihrem Buch "Warum normal sein gar nicht so normal ist" ganz offen über psychische Erkrankungen wie Depression, Borderline und Sucht

Hashtags auf Twitter, Selbstliebe auf Instagram, Geständnisse von Stars: Das Thema psychische Gesundheit ist so präsent wie nie. Und trotzdem fällt es den meisten Menschen, denen eine psychische Erkrankung diagnostiziert wird, immer noch unglaublich schwer, offen darüber zu reden. Dominique de Marné möchte das ändern. In ihrem Buch "Warum normal sein gar nicht so normal ist" schreibt sie über ihre eigenen Erfahrungen. Über zehn Jahre lang dachte sie, sie sei einfach "komisch", anders als die anderen. Und doch hat sie einfach funktioniert, war gut in der Schule, verbrachte Zeit mit Freunden. In ihrem Kopf sah das ganz anders aus. Sie trank, ritzte sich und sorgte dafür, dass niemand etwas von ihrer Krankheit mitbekam.

Erst vor vier Jahren bekam sie endlich die Diagnose: eine Borderline-Persönlichkeitsstörung, eine Alkoholsucht und eine Depression. Seitdem engagiert sie sich als Botschafterin für seelische Gesundheit, hält Vorträge in Schulen und organisiert Aktionstage in Universitäten. Damit sich andere Menschen mit psychischen Problemen schneller Hilfe suchen und eine Diagnose bekommen als sie selbst. Dominique hat Kommunikationswissenschaft und Psychologie studiert – das merkt man auch in ihrem Buch, das nicht nur ihre Geschichte enthält, sondern auch Hintergrundwissen und Tipps für Betroffene und Angehörige. 

Depression, Borderline und Alkoholsucht

NEON: Dominique, was glaubst du, warum es vielen Leuten noch so schwer fällt, psychische Erkrankungen als das was sie sind – nämlich eine Krankheit – und nicht als persönliches Scheitern anzusehen?

Dominique: Ich glaube, da steckt gar keine Absicht dahinter, sondern eher viel Unwissenheit. Man weiß nicht so viel darüber, man ist unsicher, man ist hilflos gegenüber solchen "unsichtbaren" Sachen. Wenn sich jemand ein Bein bricht, weiß ich, was ich tun kann. Aber wenn man hört, dass jemand Suizidgedanken hat oder gerade eine Krise durchmacht, dann fällt es vielen schwer, damit umzugehen. Dadurch entstehen Berührungsängste. Dabei gibt es bei psychischen Problemen genauso Dinge, die das Umfeld tun kann. Der beste Weg raus aus der momentanen Situation ist es, mehr, offener, besser über das Thema zu reden. Je mehr die Leute wissen, desto weniger Chancen haben falsche Tatsachen und Vorurteile.

In deinem Buch schreibst du, dass die Betroffenen im Durchschnitt von der Erkrankung zur Therapie sieben Jahre brauchen. Warum dauert das so lange?

Weil wir eben einfach nichts über diese Krankheiten wissen. Weil wir nirgendwo lernen, auf welche Anzeichen oder Symptome wir achten sollten. Weil wir nicht darüber sprechen, wir nicht für diese Themen sensibilisiert werden oder psychische Vorsorgemaßnahmen von der Kasse vorgeschrieben sind. Wenn einem aber die Option "Ich bin krank" in der Auswahl fehlt, dann kommt man natürlich auch nicht auf die Idee, sich professionelle Hilfe zu suchen. Wenn ich selber der Fehler bin, kann mir ja auch niemand helfen. Und natürlich spielt auch das Stigma eine Rolle. Die Angst, was "die Leute" über einen denken könnten, wenn man zur Therapie geht. Dabei ist es eine ziemlich normale, gesunde und wichtige Sache, sich auch für diesen Teil des Körpers Hilfe beim Profi zu suchen – meine Zähne bohre ich mir ja auch nicht selber.

Nun geht es in deinem Buch ja viel um "normal" sein. Denkst Du, das Streben danach hat auch etwas mit diesem Zustand zu tun?

Das denke ich schon, ja. Vor allem, dass viele Menschen sich heutzutage permanent vergleichen – ob offline oder online. Dieses Vergleichen funktioniert in alle Richtungen – auch bei psychischen Problemen. Wenn man lange genug sucht, findet man immer jemanden, dem es schlechter geht. Aber wir Menschen funktionieren eben alle unterschiedlich, und es kommt nicht darauf an, ob es jemandem schlechter geht. In die andere Richtung machen wir das auch nicht. Wir freuen uns ja über Dinge nicht weniger, nur weil wir wissen, dass andere Menschen noch glücklicher sind. Wir haben das auf uns selbst schauen verlernt. Wie geht es mir eigentlich? Geht es mir nur beim Vergleichen mit anderen Menschen schlecht? Man muss wieder mehr auf sich selbst schauen und sich nicht am Umfeld messen, nach dem, was irgendwer mal als "normal" definiert hat. Das wäre ein Riesengewinn.

Was würdest du jemandem empfehlen, der glaubt, selbst depressiv zu sein?

Reden. Reden hilft. Zuhören auch. Es muss auch nicht gleich ein Profi sein. Es kann erst mal eine Freundin sein oder jemand aus der Familie. Vielleicht sogar ein Kollegen oder Vorgesetzter, mit dem man gut kann. Einfach mal anfangen, drüber zu reden. Und wenn man dann merkt, das beschäftigt mich doch mehr, dann kann man sich auch professionelle Hilfe suchen oder bei einer Telefonhotline anrufen. Auch schreiben kann helfen. Wichtig ist der erste Schritt.

Wenn man dann doch merkt, dass man professionelle Hilfe braucht, sollte man sich darauf vorbereiten, dass es eine Zeit braucht, bis man einen Therapieplatz bekommt. Man sollte sich überlegen, wie man die Zeit am besten überbrücken kann. Es gibt inzwischen auch Onlineangebote. Nur weil man sich entschließt, dass man jetzt Hilfe haben möchte, heißt das nicht, dass sie sofort da ist. Wichtig ist aber: den Weg nach draußen suchen, nicht damit alleine bleiben.

Buch über Depression: "Warum normal sein gar nicht so normal ist" von Dominique de Marné

Das Buch "Warum normal sein gar nicht so normal ist" von Dominique de Marné gibt es für 18 Euro beim Scorpio Verlag

Es hat bei dir selbst auch lange gedauert, bis du erkannt hast, dass du krank bist  obwohl die Anzeichen schon da waren. Alkoholsucht und eine Borderline-Persönlichkeitsstörung fallen eigentlich ja schon auf, selbst wenn sie, wie in deinem Fall, sehr gut versteckt sind. Was glaubst du, warum niemand was gesagt hat?

Zum großen Teil weil ich wirklich alles daran gesetzt habe, dass niemand irgendwas mitbekommt. Wenn man solche Krankheiten hat und nicht möchte, dass es jemand mitbekommt, baut man unglaubliche Kräfte auf. Man entwickelt Strategien und passt sein Verhalten an. Dass es bei mir wirklich erfolgreich war, sieht man daran, dass nicht nur ich bei der Diagnose aus allen Wolken gefallen bin – sondern auch alle um mich herum. Ich glaube schon, dass sich vielleicht schon mal jemand gedacht hat: Die ist halt ein bisschen komisch. Oder: Die Domi trinkt halt immer so viel. Das problematische Verhalten habe ich allein in meinen eigenen vier Wänden ausgelebt. 

Wenn jemand etwas gemerkt hätte, was hätte dir geholfen?

Das frage ich mich auch oft. Ob es was verändert hätte. Wenn mich jemand darauf angesprochen hätte, hätte ich mich wahrscheinlich erst mal noch fester an meine Maske geklammert. Aber die Tatsache, dass es jemand angesprochen hat, hätte in mir weiterarbeiten können – und vielleicht hätte ich früher gemerkt, dass ich nicht "komisch" bin, sondern krank. Deswegen sage ich immer den Leuten im Umfeld: Sprecht es an. Auch, wenn ihr nur eine Vermutung habt.

Manchmal kann es genau dieser Reiz von außen sein, den der Betroffene braucht, damit er sich ändern kann. Wenn es niemand anspricht, denkt der Betroffene vielleicht: Ach, so schlimm kann es nicht sein, wenn mich keiner drauf anspricht. Man muss sich aber auch bewusst sein, dass man als derjenige, der es anspricht, zuerst auf eine Wand aus Ablehnung und Wut trifft. Die wenigsten werden sofort Danke sagen.

Wenn man als Betroffener an dem Punkt angelangt ist, dass man eine Diagnose hat und in Behandlung ist, kommt meistens die Frage: Oute ich mich jetzt? Wem erzähle ich von meiner Krankheit? Wem lieber nicht? 

Mein größter Tipp: Mach dir keinen Druck. Nur weil man bei anderen Betroffenen sieht, dass die ein Buch geschrieben haben oder auf der Bühne von ihrer Krankheit erzählen, sollte man nicht denken: Das mach ich jetzt auch. Bei mir war das ein ganz langer Prozess. Ich bin da reingewachsen. Und nicht jeder Betroffene muss sich gleich auf Bühnen stellen. Man sollte sich aber einen Kreis von Menschen schaffen, bei denen das bekannt ist. Für den einen kann es gut sein, dass er es auf der Arbeit allen erzählt, aber die Freunde wissen es nicht. Bei dem anderen ist das vielleicht genau andersrum. Da muss jeder seinen eigenen Weg finden – und sich Zeit nehmen.

Vielleicht denkt man "Ich will das jetzt jedem erzählen!", ist aber noch gar nicht bereit dafür. Lieber klein anfangen: mit den Freunden, der Familie, dem Lieblingskollegen. Dabei merkt man dann, dass die Reaktionen viel positiver ausfallen, als man gedacht hat. Auf mich kommen immer wieder Betroffene zu und sagen: "Ich würde auch so gern so offen damit umgehen wie du!" Aber vor vier, fünf Jahren hätte ich das auch noch nicht machen können.  

Ich finde es verblüffend, dass Themen wie mentale Gesundheit immer wichtiger werden – aber die Betroffenen noch immer mit dem Stigma zu kämpfen haben. Und das, obwohl man weiß, dass es helfen würde, wenn mehr Leute über ihre Erfahrungen sprechen.

Ich glaube, das Problem sind immer noch die Stereotype, die die Gesellschaft – und auch die Betroffenen selbst – von psychisch kranken Menschen haben: Ein Depressiver kann nicht arbeiten; der Alkoholiker wohnt unter der Brücke. Wir müssen daran arbeiten, diese Stereotype aufzuweichen. Zu zeigen, dass auch Menschen die Diagnose Depression haben können und trotzdem im Job erfolgreich sind. Dafür müssten genau diese Menschen darüber sprechen.

Du hast suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 erreichbar. Auch eine Beratung über E-Mail ist möglich. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

Für Kinder und Jugendliche steht auch die Nummer gegen Kummer von Montag bis Samstag jeweils von 14 bis 20 Uhr zur Verfügung - die Nummer lautet 116 111.

Ich brauche dringend Hilfe bei der EM rente
Guten Tag mein Name ist Carsten Langer ich bin 46 Jahre alt und Versuche seit März 2015 die EM Rente zu beckommen meine Ärzte sagen ich kann nicht mehr Gutachten der Kranken Kasse sieht das auch so nur die Gutachter der Rentenkasse Sehens anders war schon vor sozial Gericht 1 Instanz Richterin sagt ich kann nicht am Gutachten vorbei entscheiden ihre Empfehlung ich sollte in die 2 Instanz weil sie meint das ich auch nicht mehr Arbeits fähig bin die 2 Instanz sagt laut Gutachten könnte ich noch arbeiten aber ihre Meinung nach könnte ich auch nicht mehr arbeiten ich sollte doch auf ein Urteil verzichten und ich sollte neu Rente beantragen und der zwischen Zeit wurde ich zur Berufs Findung geschickt die nach sechs Wochen von der Rentenkasse abgebrochen wurde habe auch erfahren das die Rentenkasse mir keine Umschulung mehr zutraut auf den Rat ich sollte noch Mal EM Rente beantragen bin ich in Reha gegangen damit ich auch neue Arzt berichte habe die Reha hat den Aufenthalt von 4 auf drei Wochen verkürzt und mich entlassen als nicht arbeitsfähig für den allgemeinen Arbeits Markt und ich kann keine 3 Stunden arbeiten das hat der Rentenkasse wieder nicht gereicht hatich wieder zum gutachter geschickt der mir 45 Minuten fragen gestellt hat und jetzt heißt es ich kann wieder voll arbeiten auf den allgemeinen Arbeits Markt Meine Erkrankungen sind Ateose in beiden knieen und mehreren Finger Gelenken Verschleiß in beiden Fuß, Hüft, Schulter und elebogen Gelenken dazu Gicht im linken Daumen satel Anhaltende Schmerzstörungen Wiederkehrende Depressionen Übergewicht Hormonstörungen Wirbelsäulenleiden Bandscheibenschädigung Schlaf Atem Störung Schlafstörungen eine ausgeprägte lese und rechtschreib Schwäche Panick Attacken ( Zukunftsangst) Suizidale Gedanken 1 Suite Versuch Laut aus Zügen einiger Befunde Bin ich nicht mehr Stress resistent Darf keinen akort machen keine Schicht Arbeit keine gehobene Verantwortung überaschinem oder Personen tragen usw Aber al das reicht nicht für die EM Rente Mittlerweile bin ich von der Kranken Kasse ausgesteuert das Arbeitsamt hat mich nach 9 Monaten abgemeldet und seit April wäre die Renten Kasse nicht mehr für mich zuständig aber da ein laufendes verfahren ist hmm keine Ahnung Da ich Mal gut verdient habe habe ich eine bu abgeschlossen aber da die über 900 euro mir zählt und das schon fast 3 Jahre habe ich kein Anspruch auf Harz 4 Grundsicherung Wohngeld oder sie Tafel für essen nein ich darf dafon mich noch mit 260€ freiwillig Kranken versichern Deswegen konnte ich meine Wohnung mir nicht mehr leisten und bin auf einen Campingplatz gezogenitlerweil habe ich eine Freundin und wir teilen uns die Wohnung Bitte ich brauche dringend Hilfe mir wird das alles zuviel werde mich parallel zu ihnen auch an den svdk wenden aber vielleicht können sie unterstützend helfen ich weiß echt nicht weiter und meine schlechten Gedanken werden wider sehr stark Mfg