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Tipps für die Ausbildung: Ausbildung statt Ausbeutung: Worauf du bei Volo, Trainee und Co. achten solltest

Über eine halbe Million Menschen haben im vergangenen Jahr eine Ausbildung begonnen. Aber woran erkannt man eigentlich eine gute Ausbildung? NEON gibt Tipps zu Orientierung.

Ausbildung Tipps

Auch ein guter Draht zu den Kollegen ist in der Ausbildung wichtig

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Wer das Wort Ausbildung bei Google eingibt, erhält sagenhafte 250.000.000 Treffer. Kein Wunder: In Deutschland gab es im Jahr 2018 327 anerkannte Ausbildungsberufe. Bei dem Begriff Ausbildung denken die meisten zuerst an Klassiker wie Schreiner, Bäcker oder Einzelhandelskaufmann. Aber auch für Medienberufe gibt es den Einstieg über eine Art Ausbildung, das sogenannte Volontariat. Hochschulabsolventen können außerdem häufig über ein Traineeprogramme in den Beruf starten, bei dem sie spezifisch in einem Unternehmen zur Fachkraft ausgebildet werden. Wer eine Beamtenlaufbahn anstrebt, kann eine Ausbildung im öffentlichen Dienst absolvieren.

Ihr seht – die Möglichkeiten sind vielfältig. Auch Lehrer und Juristen durchlaufen eine Vorbereitungsphase, das sogenannte Referendariat. Sie gilt zwar als Ausbildungszeit, zählt aber streng genommen noch zum Studium. Ob klassische Ausbildung, Volo oder Trainee – auf diese Faktoren solltest du achten, um herauszufinden, ob deine Ausbildung solide ist:

1. Arbeitsbedingungen

Du erhältst regelmäßig ein angemessenes Gehalt und arbeitest nicht außerhalb der vereinbarten Arbeitszeiten, die in deinem schriftlich festgehaltenen Ausbildungsvertrag vermerkt sind. In einer dualen Ausbildung gehst du in die Berufsschule, bei einem Volo oder einem Trainee erhältst du einen thematischen Volo-Kurs oder eine Fortbildung mit den wichtigsten Grundlagen deines Jobs. Du bekommst ein eigenes Projekt oder Verantwortung für einen Bereich, um deine Fähigkeiten weiter auszubauen.

2. Betreuung

Du hast einen Ansprechpartner, bei dem du nachfragen kannst, wenn etwas unklar geblieben ist, der dir Feedback zu deiner Arbeit und deinen Leistungen (in der Berufsschule) gibt und dich auf anstehende Prüfungen vorbereitet.

3. Kommunikation

Du kannst Kritik und Verbesserungsvorschläge äußern – aber auch mit dir wird gesprochen. Über deine Leistungen, deine Probleme, aber auch rechtzeitig über deine Zukunftschancen.

4. Betriebsklima

Im Unternehmen und zwischen den Kollegen herrscht ein gutes und konstruktives Arbeitsklima, in das du eingebunden wirst. Wenn Fehler passieren, wird darüber gesprochen und du kannst dich mit deinen Ideen bei den Kollegen einbringen.

5. Weiterbildung

Du hast die Chance, auch in andere Bereiche des Unternehmens oder in Partnerunternehmen hineinzuschnuppern und dort eine Zeit zu arbeiten. Dir werden Weiterbildungen ermöglicht, sodass du dich spezialisieren kannst. Du hast Anspruch auf ein Zwischenzeugnis und ein Abschlusszeugnis, in dem deine Leistungen und Arbeitsbereiche festgehalten werden.

Tipps für die richtige Ausbildung

Egal in welchem Berufszweig du eine Ausbildung machst: Es gibt also einige Indikatoren, die auf eine gute Ausbildung hinweisen oder dir helfen, ein geeignetes Unternehmen auszuwählen. Betriebliche und schulische Ausbildungen sind in Deutschland durch das Berufsbildungsgesetz (BBiG) geregelt. Dort werden auch die zuständigen Stellen festgelegt, deren Aufgabe es ist, zu kontrollieren, dass in deiner Ausbildung alles glatt läuft. Dazu gehören unter anderem die Industrie- und Handelskammern (IHK) oder die Handwerkskammern – an diese kannst du dich auch wenden, wenn du Nachfragen oder Probleme in deiner Ausbildung hast. Auch die Bundesagentur für Arbeit bietet einen Überblick über die offiziellen Ausbildungsberufe, die nötigen Voraussetzungen und Bewerbungstrainings.

Tipps für Volos und Trainees

Volontariate und Trainees unterliegen nicht so strikten gesetzlichen Regelungen wie klassische Ausbildungen in Deutschland. Daher kommt es häufiger vor, dass Volontäre für einen geringen Lohn die gleiche Arbeit leisten wie Festangestellte. Besonders bei Agenturen und Verlagen, die nicht an Tarife und damit einhergehende Vereinbarungen wie ein festes Gehalt und Ausbildungspläne gebunden sind, ist es daher wichtig, den angebotenen Job genau zu prüfen. Für journalistische Volontariate stellt zum Beispiel der Deutsche Journalistenverband Informationen und eine Checkliste zur Verfügung. Für Volontariate in Verlagen bietet das Nachwuchsnetzwerk Jungen Verlagsmenschen e.V. seit vergangenem Jahr ein Gütesiegel für Unternehmen der Buchbranche im deutschsprachigen Raum an, das bei der Orientierung helfen soll. Voraussetzung für den Erhalt ist die Erfüllung verbind­licher Ausbildungsstandards, zu denen beispielsweise ein Ausbildungsplan, Fortbildungen, eine feste Betreuung, Feedbackgespräche und eine Überstunden­regelung gehören.

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lau
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