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Neuseeland: Vermieter schmeißt hochschwangere Frau raus – doch das hat Konsequenzen

Aus Angst, dass das lärmende Kind seinen Schlaf stören könnte, warf ein Vermieter werdende Eltern aus ihrer Wohnung – in der 33. Schwangerschaftswoche. Doch das ließen die beiden nicht einfach auf sich sitzen und zogen vor Gericht.

Hochschwangere Frau hält die Hand an den Bauch

Eigentlich wollte sich die werdende Mutter auf die Geburt vorbereiten – stattdessen fand sie sich ohne Wohnung wieder

Unsplash

In der 33. Schwangerschaftswoche hat eine werdende Mutter vermutlich allerhand um die Ohren und im Kopf. Sie bereitet sich mental auf die immer schneller nahende Geburt vor, sie kauft Strampler und Bodies, richtet das Babyzimmer ein und vor allem macht sie all das in Ruhe, denn wenn sie und ihr Kind irgendetwas nicht gebrauchen können, dann ist das Stress.

Einem Vermieter aus Neuseeland schien das völlig egal zu sein. Er setzte seine hochschwangere Mieterin und ihren Ehemann kurzerhand vor die Tür. Die Begründung, die die australische Nachrichtenseite news.com.au den Gerichtspapieren entnahm: Er wolle nicht, dass das Babygeschrei seinen Schlaf störe – immerhin sei seine Wohnung ja direkt neben der der werdenden Eltern. Außerdem habe er ihnen eine Frist von 30 Tagen gesetzt statt der gesetzlich vorgesehenen 90 Tage.

Der Fall wurde kürzlich vor Neuseelands Mietgericht ausgetragen, wo Richter John Hogan den Vermieter zu einer Geldstrafe von 6061 Dollar verurteilte – zu zahlen an das betrogene Paar. Stolze 2500 Dollar davon wegen Diskriminierung einer Frau aufgrund von Schwangerschaft.

Anstatt sich auf die Geburt vorzubereiten, sei die Mutter durch die Gegend gehetzt

Vor Gericht berichtete die junge Mutter von der schweren Zeit nach dem Rauswurf: "Wir mussten so schnell wie möglich ein neues Haus finden. […] Anstatt die Geburt zu planen und Dinge für das Baby zu organisieren, musste ich herumlaufen und mir 15 Immobilien anschauen. Nach sechs Bewerbungen mussten wir dann das erste und einzige Angebot annehmen."

Der Arzt der Frau sagte außerdem aus, sie habe aufgrund der extremen Stresssituation an Angstzuständen, Herzrhythmusstörungen und Atemnot gelitten. Manchmal sei sie mitten in der Nacht wach geworden, aus Angst, dass sie und ihre Familie obdachlos werden könnten.

Der Richter entschied außerdem, dass der Vermieter von nun an einen Immobilienmanager einstellen müsse, wolle er die Wohnung neu vermieten.

Mietrecht in Deutschland

In Deutschland ist die Rechtslage übrigens ähnlich. Laut dem Deutschen Mieterbund "ist der mit dem üblichen kindgemäßen Verhalten verbundene Lärm von Nachbarn hinzunehmen. Das gilt insbesondere für Lachen, Weinen und Schreien von Kleinkindern. Hier sind auch Störungen nach 22.00 Uhr hinzunehmen, denn niemand kann verhindern, dass ein Baby nachts einmal schreit."

Und es ist ja nun auch nicht so, als wären wir alle mucksmäuschenstill auf die Welt gekommen – oder? Eben.

Pärchen in neuer Wohnung
jgs