HOME

Reddit-Thread: Ex-Rassisten erzählen, wie sie ihre Meinung geändert haben

Was geht im Kopf von Rassisten vor - und wie entsteht Rassismus überhaupt? Dass der Hass häufig vor allem ein Produkt von Erziehung und Umgebung ist, beweist ein viraler Reddit-Thread.

Ex-Rassisten auf Reddit

Hass ist häufig ein Produkt von Erziehung und Umgebung

Getty Images

Für die meisten von uns dürfte Rassismus ein völlig absurdes Konzept sein. Jemanden aufgrund von seiner Hautfarbe zu verurteilen und abzuwerten ergibt für einen Großteil der Bevölkerung – zum Glück – rein überhaupt keinen Sinn. Und doch gibt es einige wenige Menschen, die meinen, sich selbst zu etwas Besserem erklären zu können, weil sie käsiger sind als jemand anderes. 

Dass das nicht immer aus eigener Überzeugung stammt, sondern häufig ein Produkt ihrer Erziehung oder der Umgebung, in der sie aufgewachsen sind, ist, beweist ein Reddit-Thread im Kanal "Ask Reddit". Hier schrieb ein neugieriger User: "Ex-Rassisten von Reddit, was hat dazu geführt, dass ihr eure Meinung geändert habt?"

Rassismus: "Wir durften Sendungen wie die Cosby Show oder Fresh Prince nicht gucken"

User IronOhki schreibt: "Meine Großmutter ist im 20. Jahrhundert in Virginia aufgewachsen. Rassistisch zu sein war da einfach die Standardeinstellung. Aber Oma liebte nichts mehr als ihre Familie. In den späten 80ern lernte sie dann ihren ersten nicht komplett weißen Enkel kennen und stellte fest, dass sie ihn trotzdem liebte. Sie hat sehr spät in ihrem Leben noch riesige Fortschritte gemacht und gelernt, dass Menschen mit anderen Hautfarben nicht nur Menschen, sondern Familie, Freunde und in ihrem Haus willkommen sind."

BGizzle7070 schreibt: "Ich habe mich nie bewusst dazu entschieden, Rassist zu sein, aber ich wuchs im Süden von Mississippi auf und meine Familie war nicht offen rassistisch, aber hinter verschlossenen Türen wurden Dinge gesagt und wir durften Sendungen wie die Cosby Show oder Fresh Prince nicht gucken und natürlich im Haus keinen Rap hören. In den frühen 90ern verliebte ich mich Hals über Kopf in alle möglichen schwarzen HipHop-Künstler und stellte fest, dass Fresh Prince die beste Sitcom im Fernsehen war. 80 Prozent meines Football-Teams waren schwarz und ich arbeitete in einem Hähnchenladen, wo auch über die Hälfte des Teams schwarz waren. Wahrscheinlich kann man sagen, dass die Erfahrungen, die ich selber gemacht habe, obwohl sie versucht haben, mich davon fernzuhalten, mich verändert haben."

Und auch GoliathPrime wuchs unter Rassisten auf: "Meine ganze Familie ist ziemlich rassistisch. Als ich klein war, versuchte ich, mir die Welt irgendwie zu erklären, also stellte ich sie mir als unterschiedliche Teams vor. Schwarz gegen Weiß war wie die Red Sox gegen die Tigers. Dann fing meine Oma an, mir zu erzählen, wie fürchterlich Polen seien und dass ich mich nie mit ihnen unterhalten solle. Ich war also total aufgeputscht. Weg mit den Polen, welche Hautfarbe sie auch immer haben, wir sind Blutfeinde. Dann zeigte sie mir unsere polnische Nachbarin. Aber… sie war weiß. Ich wies meine Großmutter darauf hin, da das ja bedeutete, dass wir im gleichen Team waren. Meine Großmutter verneinte – sie sei eine Mischung. Ich erklärte, dass mein Großvater Shoshone war und ich somit auch eine Mischung sei. Sie sagte, das würde nicht zählen. In diesem Moment realisierte ich, dass sie sich diese Regeln nur ausdachte und dass ich nicht mit jemandem spielen würde, der sich nicht an die Regeln halten konnte."

Auf die Nachfrage, wieso die Großmutter Polen so gehasst habe, antwortet GoliathPrime: "Vor 200 Jahren hat jemand ein Schwein gestohlen. Diese Person kam aus Polen. Seither sind sie Todfeinde. Ja, das meine ich ernst. Meine Großmutter hat ihrer Schwester nie verziehen, dass sie einen Polen geheiratet hat."

MasterAC schreibt: "Mein Mitbewohner in der Uni war Muslim. Definitiv kein Terrorist. War mir schon vorher ziemlich sicher, dass mein Vater damit Unrecht hatte, aber wenn du ein Jahr lang mit jemandem zusammenwohnst, wird aus 'ziemlich sicher' ein 'Heiliger Bimbam ist diese Art und Weise zu denken dumm!'"

Die emotionalste (und längste) Geschichte erzählt grathungar: "Mein Opa und mein Onkel waren super rassistisch. Beides riesige Arschlöcher, die auf Kosten meiner Oma lebten. Ich war als Kind regelmäßig bei ihnen, weil meine beiden Eltern am Samstag arbeiten mussten. Wenn ich da war, passte ich mich an, weil ich wollte, dass sie mich mögen. Ich erinnere mich nicht mehr an diese Geschichte, aber meine Mutter (,die ihrem Bruder und ihrem Vater sehr unähnlich war,) erzählt diese Geschichte jedes Mal sehr stolz, wenn das Gespräch auf Rassismus kommt:

Ich war vielleicht sechs oder sieben, als meine Mutter mich einen Samstag da abholte und ich den ganzen Heimweg über schrecklich weinte, als ob man mir das Herz gebrochen hätte. Ich wollte ihr nicht sagen, was los war, aber warf mich zu Hause sofort wortlos weinend aufs Bett. Mein Vater kam rein und wollte wissen, was los war. Ich wollte es ihm nicht sagen und er wurde fast ein bisschen wütend: 'Junge, du sagst mir jetzt sofort was los ist. Wenn jemand dir wehgetan hat oder dir gesagt hat, dass du es mir nicht erzählen sollst…' Also schluchzte ich laut und heulte: "OPA UND ONKEL CHUCK HABEN GESAGT ICH KANN NICHT MEHR MIT MALCOLM BEFREUNDET SEIN, WEIL ER EIN DRECKIGER N***R IST!" Mein Onkel hatte mich gezwungen, ihn anzurufen und ihm genau das zu sagen.

Meine Mutter rastete sofort aus. Sie fuhr zurück und man erzählte mir, dass sie ihren Bruder verprügelte und meinem Opa sagte, dass ich nicht mehr zu ihm kommen würde und er in Zukunft zu keinerlei Familienveranstaltungen mehr eingeladen sei. Dann fuhr sie zum Haus meines Freundes, das Blut meines Onkels noch immer auf ihrem Shirt, und entschuldigte sich bei der Familie. Sie erzählte, dass ich den ganzen Heimweg über geweint und mich mein Onkel dazu gezwungen hatte, anzurufen. Am nächsten Tag aßen wir gemeinsam Abendbrot und ab dem Tag ging ich samstags zu meinem Freund Malcolm."

"Du wirst eh nie akzeptiert": Integrationsforscher: Özils Rassismus-Vorwurf deckt sich mit unseren Daten

Quelle: Reddit

jgs
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(