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Twitter-Aufreger: #WienStehtAuf: Österreicher zeigen ihrem Bundeskanzler, dass sie nicht faul sind

In vielen Familien in Österreich würden nur noch die Kinder früh aufstehen, sagt Kanzler Sebastian Kurz. Mit diesem Argument verteidigt er geplante Kürzungen der Sozialleistungen. Seine Landsleute reagieren prompt.

Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz (l.) hat den Zorn der Wiener Bevölkerung auf sich gezogen

“Seit 25 Stunden im Dienst, 40-50 Patienten versorgt und 4 OPs“, twittert Mireille Ngosso unter dem Hashtag #WienStehtAuf. Seit Freitag protestiert sie damit zusammen mit anderen Wienern gegen eine umstrittene Aussage des österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz.

Der Hintergrund: Kurz will mit der rechts-konservativen Regierung die Mindestsicherung, wie die Sozialhilfe in Österreich heißt, reformieren – und vor allem kürzen. Die Wiener Stadtregierung stellt sich dagegen. Darauf reagierte Kurz am Donnerstag mit einer krassen Aussage: "Ich glaube nicht, dass es eine gute Entwicklung ist, wenn immer weniger Menschen in der Früh aufstehen, um zu arbeiten und in immer mehr Familien nur mehr die Kinder in der Früh aufstehen, um zur Schule zu gehen."

Wiener stehen auf 

Viele Wiener und Bezieher von Sozialleistungen fühlen sich angegriffen – indirekt wirft ihnen der Kanzler mit seiner Aussage vor, faul zu sein. Seit Freitagmorgen findet sich daher der Hashtag #WienStehtAuf in den Twitter Trends. Neben Mireille Ngosso, die stellvertretende Bezirksvorsteherin für die SPÖ in Wien ist, posten viele Wiener lustige und sarkastische Tweets:

Eine Nutzerin postete zudem einen Tweet von Kurz aus dem Jahr 2010, in dem er geschrieben hatte: “lange schlafen, kurz wählen gehen.“

Auch außerhalb der Sozialen Netzwerke gibt es viel Kritik an Kurz' Aussage. Sie sei eine "massive Beleidigung" aller Wienerinnen und Wiener, sagt die SPÖ-Landesparteisekretärin Barbara Novak. Kurz habe "einem beträchtlichen Teil der Wiener Bevölkerung unterstellt, dass sie faul sei". Die Regierung deutet an, dass Änderungen an der Gesetzesvorlage möglich seien. "Es wird nichts so heiß gegessen, wie gekocht wird", sagt Sozialministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) mit Blick auf die Absage Wiens an die Reform.

Kurz' Twitter-Geschichten

Für Sebastian Kurz ist das nicht der erste Twitter-Aufreger. Schon im März letzten Jahres machten sich Nutzer unter dem Hashtag #AnswerLikeKurz über seine ausweichenden Antworten bei der Regierungsbefragung lustig. 2015 wurde kurz zum Meme, als er zusammen mit dem damaligen ÖVP-Obmann Reinhold Mitterlehner, Johanna Mikl-Leitner und Wolfgang Brandstetter ein Schild hält. Zahlreiche Nutzer retuschierten das Foto zum #taferlgate mit lustigen Sprüchen. 

“Die Katastrophe fängt damit an, daß man aus dem Bett steigt“, wusste schon der Österreichische Schriftsteller Thomas Bernhard.

lau
Kindesunterhalt für volljähriges Kind ohne Zielstrebigkeit
Mein Kind ist 19 Jahre alt und lebt im Haushalt der Mutter. Es hat im Juli 2017 seine Schule nach der 10. Klasse dann mit Hauptschulabschluss verlassen. Danach wollte es auf einer Berfsfachschule Einzelhandel seinen Realschulabschluss nachholen (2 Jahre). Es besuchte die Schule im ersten Halbjahr nicht wirklich regelmäßig und im zweiten Halbjahr dann so gut wie gar nicht mehr. (zum Ende hin, ist es gar nicht mehr zur Schule gegangen) Das notwendige zweite Jahr ging es dann gar nicht mehr an. Stattdessen hat es sich für ein freiwilliges Soziales Jahr beworben und geht hier mehr oder weniger regelmäßig hin. Nun möchte es das FSJ abbrechen und wieder seinen Realschulabschluss nachholen. Dies soll in Vollzeit an der Volkshochschule geschehen. Zwischendurch ist immer wieder die Rede von verschiedenen Ausbildungen. Ein wirkliches Konzept, oder Interesse ist aber auch hier nicht erkennbar. Mal kommt es mit dem Berufswunsch Tierarzthelfer/In, mal mit Immobilienkaufmann/-Frau, oder Ähnlichem. Informationen über freie Stellen, oder Inhalte des Berufs und der Ausbildung können nicht genannt werden. Bei laufenden Bewerbungen am Ball zu bleiben liegt ihm auch nicht wirklich. Hab die Bewerbung ja hingeschickt, damit soll es dann auch gut sein. Langsam drängt sich mir der Verdacht auf, es sucht sich den bequemsten Weg heraus und verlässt sich auf meine nicht unerheblichen Unterhaltszahlungen. Frei nach dem Motto: Was soll ich mich kümmern, Väterchen muss ja zahlen, solange ich Schule oder Ausbildung mache. Um meinem Kind Anreize zu geben, endlich Zielstrebigkeit zu entwickeln, habe ich schon über die Kürzung bzw. Einstellung des Unterhals nachgedacht. Wie verhält sich das rechtlich, bzw. was kann ich tun?