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Studie zu "Selfiecides": Tiere, Schusswaffen, Ertrinken: Wie die meisten tödlichen Selfie-Unfälle passieren

Selfies gehören zum Netz wie die Simcard zum Smartphone. Nicht selten enden die Selbstaufnahmen jedoch tödlich. Wissenschaftler haben sich mit den Ursachen auseinandergesetzt und untersucht, wen es am häufigsten trifft. 

Selfies sind längst zum gesellschaftlichen Phänomen geworden. Facebook und vor allem Instagram werden täglich mit Millionen von Selbstporträts überflutet, die User weltweit knipsen und ins Netz schießen. Manche der Fotografen überschreiten bei der Selbstablichtung jedoch Grenzen und bringen sich und andere in Gefahr. Und gar nicht so selten endet der Wettlauf um das spektakulärste Bild gar tödlich. Indische Wissenschaftler haben sich in einer Studie damit auseinandergesetzt, wie viele Selfie-Todesfälle es in den vergangenen Jahren gab - und was die Hauptursachen dafür waren.

Zwischen Oktober 2011 und November 2017 gab es demnach insgesamt 259 berichtete Todesfälle. Das Durchschnittsalter der Opfer liege bei knapp unter 23 Jahren, während 72,5 Prozent der Tode auf Männer entfallen. Die meisten Selfie-Tode wurden in Indien, Russland, den USA und Pakistan verzeichnet.

Die meisten "Selfiecide"-Opfer ertrinken

Es gibt sogar bereits ein Wort dafür, wenn ein Mensch bei dem Versuch, ein Selbstporträt aufzunehmen, ums Leben kommt: "Selfiecide", eine Kombination aus "Selfie" und der englischen Endung "cide", die zum Beispiel am Ende des Wortes "Homicide" steht, das für Mord oder Totschlag steht. Die häufigste Todesursache ist dabei Ertrinken. In dem angegebenen Zeitraum wurden 70 Menschen unter anderem von Wellen davongespült oder wollten Selfies in Wassernähe knipsen, ohne dass sie schwimmen konnten.

Die zweithäufigste Ursache, mit 51 Opfern, sind Unfälle im Verkehr: Besonders häufig werden Personen von fahrenden Zügen erfasst. Den dritten Platz (48 Vorfälle) teilen sich Tode durch Feuer und Stürze, beispielsweise von einer Klippe. Die meisten der insgesamt elf Tode in Zusammenhang mit Handfeuerwaffen sollen sich übrigens in den USA ereignet haben. Für die Studie wurde auch untersucht, ob sich die Fotografen in riskante Situationen begeben haben oder nicht. Es wurden nur Artikel in englischer Sprache ausgewertet. Die Studie dürfte daher nur einen kleinen Teil der tatsächlichen Vorfälle erfassen. 

Tödliche Selfies mit Bären, Handgranaten, Schusswaffen

Viele der tödlichen Vorfälle aus der jüngeren Vergangenheit gingen jedoch ohnehin um die Welt. Unten einige Beispiele: 


Um die Zahl der Todesopfer zu minimieren, schlagen die Wissenschaftler die Einführung von "No-Selfie-Zonen" vor - besonders an womöglich gefährlichen Touristenattraktionen wie auf Bergen, auf hohen Gebäuden oder an Seen und Meeren. In Russland gibt es sogar eine Kampagne, die auf die Gefahren hinweisen soll. 

Die Selfie-Szene auf dem Bahnhof von Piacenza in Italien
rös / SpotOnNews
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