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Nach den Bluttaten in den USA: Emotionaler Appell: US-Fußballprofi nutzt Torjubel für politisches Statement

Über diesen Torjubel spricht aktuell nicht nur die Sportwelt: Fußballprofi Alejandro Bedoya schießt ein Tor in der amerikanische MLS, greift sich ein Mikrofon am Spielfeldrand und setzt ein Zeichen gegen Waffengewalt in den USA.

USA: Fußballer nutzt Torjubel für politisches Statement

Fußballprofi Alejandro Bedoya hat mit seinem Torjubel am Sonntag gegen Washington DC United ein politisches Zeichen gegen Waffengewalt in den USA gesetzt.

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Es muss schon etwas Besonderes passieren, damit in Deutschland über die amerikanische Fußballliga, die Major League Soccer (MLS), berichtet wird. Oft ist der schwedische Star-Stürmer Zlatan Ibrahimovic der Anlass, weil er mal wieder ein Traumtor geschossen hat – oder Bastian Schweinsteiger, weil er mit seinem Team Chicago Fire gewonnen hat.

Dieses Mal aber ist der Grund ein gewisser Alejandro Bedoya – genauer gesagt das, was nach einem seiner Tore geschah. Der Kapitän von Philadelphia Union erzielte am Sonntag das Führungstor gegen Washington DC United. Anschließend rannte er zur Eckfahne, schnappte sich ein TV-Mikrofon und rief hinein: "Hey Kongress, tut jetzt etwas! Beendet Waffengewalt! Fangt an!"

Bedoya bekommt viel Zuspruch in den USA

Die Fans im Stadion konnten zwar nicht hören, was der 32-jährige Mittelfeldspieler zu sagen hatte – die Fernsehzuschauer der landesweiten Übertragung auf Fox Sports aber schon. Es war eine klare Botschaft an den US-Kongress, nach den beiden Bluttaten in El Paso und Dayton endlich schärfere Waffengesetze einzuführen.

31 Menschen waren bei den Massakern in den Bundesstaaten Ohio und Texas ums Leben gekommen. Für seine Aktion bekam Bedoya viel Zustimmung in den sozialen Netzwerken. Fußball-Weltmeisterin Megan Rapinoe schrieb auf Twitter schlicht: "Wow!" Auch sein Trainer, Jim Curtin, sprang ihm nach dem Spiel zur Seite: "Jetzt werden zwar viele kommen und Alejandro und mir sagen, dass wir unsere Klappen halten und uns um unseren Sport kümmern sollen. Aber es ist einfach Wahnsinn, was in unserem Land passiert – und es muss sich etwas ändern."

MLS zeichnet Bedoya zum "Spieler der Woche" aus

Tatsächlich trafen sich am Montagmorgen die Offiziellen der MLS in New York. Es ging um eine mögliche Bestrafung von Alejandro Bedoya. Letztendlich stellte sich die Liga hinter ihren Spieler. In einem Statement hieß es: "Die Major-League-Soccer-Familie schließt sich jedem Trauernden der Taten von Texas und Ohio an – und versteht jeden Spieler und Mitarbeiter, der eine leidenschaftliche Meinung zu diesem Thema hat."

Ein paar Stunden später zeichnete die MLS Bedoya sogar zum Spieler der Woche aus. Viel wichtiger wird dem Profi von Philadelphia Union aber sein, dass er mit seinem Torjubel ein politisches Zeichen gesetzt hat.

Quellen: Twitter / "New York Times" / Deutschlandfunk

rpw